Fußballdeutschland kennt ihn von den Fußballplätzen der Republik: den früheren Sky-Fußballreporter Ecki Heuser. Sein großes Hobby ist die Fotografie. Und wer bei Heuser vorgeht, trifft immer wieder auf Schätzchen.
Wunderbare BilderEx-Sky-Reporter Ecki Heuser hebt Kölner Fotoschatz

Copyright: Dr. Paul Wolf
Ein Dampfschiff fährt an Köln vorbei.

Sein Ladenlokal an der Thebäerstraße in Köln-Ehrenfeld hat der Fotobuch-Händler in den letzten Wochen unter dem Titel „Vintage Cologne“ historischen Köln-Fotografien gewidmet.
„Neben berühmten Fotografen wie Chargesheimer, Karl-Hugo Schmölz, Walter Dick, Fritz Henle oder Dr. Paul Wolff und Alfred Tritschler sind interessante, weniger bekannte Positionen vertreten, wie die der in Vergessenheit geratenen Kölner Fotografen Carl Detzel, Hermann Jansen und Joseph Jeiter“, erzählt Heuser.
Fotograf Joseph Jeiter war ein studierter Architekt
Joseph Jeiter etwa, geboren 1898 in Bacharach, gestorben 1968 in Daun, stammte von einem großen Weingut am Rhein und war studierter Architekt. Er machte sich 1931 selbständig, zunächst als Architekt, dann als Maler und Fotograf. Nach dem Krieg wurde er Mitarbeiter der bekannten „Merian-Hefte“ und bereiste im Auftrag des Verlages viele Länder.

Copyright: Joseph Jeiter
Joseph Jeiter fing hier eine lebendige Straßenszene am Heumarkt mit seinem Reiterdenkmal ein.
Heuser hat einen Teil seines Nachlasses erworben: „Mehrere Hundert Vintage-Fotos, Abzüge also aus der Zeit der Entstehung des jeweiligen Negativs.“ Zurzeit würden Gespräche stattfinden darüber, ob und wie die Aufnahmen publiziert werden könnten. Da stehe er aber noch ganz am Anfang.
In Ehrenfeld werden aber etliche der Köln-Aufnahmen nun erstmals öffentlich gezeigt. „Die Fotos zeigen sehr schöne, sehr lebendige Aufnahmen von Köln vor dem Krieg“, so Heuser. Jeiter arbeitete auch viel im Auftrag der Kirche.
Wann genau und wie lange er in Köln gewesen sei, sei bislang unbekannt. Jeiters Lebensgeschichte zu recherchieren, sei nun eben die Aufgabe für die Zukunft. „Leider ist kürzlich Jeiters Sohn verstorben, der auch Fotograf war und viel über die Arbeit seines Vaters hätte erzählen können“, sagt Heuser.

Copyright: Joseph Jeiter
Eine Frau geht über das Kopfsteinpflaster der Kölner Altstadt.
Bekannt ist, dass bei einem Bombenangriff 1941 Jeiters Wohnung in Bayenthal zerstört wurde. Dabei ging auch das Jugendwerk des Künstlers in Flammen auf.
Joseph Jeiter fotografierte auch viel in der Eifel. Im Buch „Vergessenes Land“ heißt es über den Rheinländer, er sei ein stiller und bescheidener Mensch gewesen, herzlich und kultiviert.
Gestorben ist der Fotograf auf einer seiner zahlreichen Reisen. Er starb an den Folgen eines Herzinfarktes am 25. Juli 1968 in Daun in der Eifel.

Copyright: Joseph Jeiter
Eine Gruppe von jungen Frauen geht und lässt den Gürzenich hinter sich, Radfahrer strampeln in Richtung der Schildergasse, vor sich ein Pritschenwagen, der von einem Pferd gezogen werden dürfte.
Kurator der Ausstellung in Heusers Fotobuchgeschäft 5Uhr30.com (Galerie für Fotokunst mit angeschlossenem Fotobuch-Antiquariat) ist Wolfgang Vollmer, bekannt durch den Bildband „Meisterwerke der Fotokunst.“
Am 31. Juli ist zwar bereits Finissage der Ausstellung (wer noch hinmöchte: ab 12 und bis 20 Uhr in der Thebäerstraße 12), aber für Nachfragen und Terminvereinbarungen ist Heuser entweder vor Ort oder unter photobooks@5Uhr30.com zu erreichen.
