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„Fehlt die Lobby“Im Karneval treten kaum Frauen auf – Rednerinnen berichten von Erlebnissen

Ingrid Kühne auf der Bühne.

Ingrid Kühne ist eine feste Größe im Karneval. Nur aus Köln erhält die Rednerin auffallend wenige Buchungen.

Frauen sind im Karneval noch deutlich in der Minderheit. Auch Rednerinnen haben es schwer, in Köln gebucht zu werden. Die Schuld daran liegt aber nicht alleine bei den Männern. 

von Marcel Schwamborn (msw)Daniela Decker (dd)

Seit über 200 Jahren wird der Kölner Karneval von Männern dominiert, was regelmäßig für Kritik sorgt. Doch woran liegt es? Warum stehen nicht mehr Frauen auf den großen Kölner Bühnen? Was ist mit der viel beschworenen Emanzipation? Gilt die nur bei den Tanzgruppen?

EXPRESS.de ist der Frage im Bereich der Rednerinnen einmal nachgegangen und hat festgestellt, dass man nicht nur die Schuld bei den männlichen Machern des Karnevals suchen darf.

Rednerinnen im Karneval: Achnes Kasulke und Ingrid Kühne

Dass Rednerinnen einen Saal im Griff haben und für ihre Pointen abgefeiert werden, bewies am Wochenende der Damenrednerfrühschoppen der Kölschen Lotterbove im Lindner-Hotel. Auf der Bühne unter anderem Annette Eßer in ihrer Type als Achnes Kasulke und Ingrid Kühne.

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Während Achnes Kasulke die vielen Fehler, die in Köln gemacht werden, genauer beleuchtete („Der FC-Trainer wird entlassen und Woelki ist immer noch da“) oder von der Blumenhochzeit ihrer Nachbarn berichtete („Sie ist verwelkt und er ist verduftet“), gestand Ingrid Kühne, dass ihre Rede komplett von KI geschrieben wurde: „Kühne Ingrid“. Sie sei auch eine konsequente Verfechterin des Tempolimits 130 km/h: „Wir müssen nur noch was für Außerorts finden.“

Beide Reden zündeten und wurden von den Damen mit stehenden Ovationen gefeiert. Bleibt nur die Frage, warum die beiden nicht auf den großen Kölner Bühnen zu erleben sind.

Ingrid Kühne: „Ich bin seit 2010 im Kölner Karneval unterwegs und es gibt ganz viele tolle Gesellschaften, wo ich stattfinde. Es gibt aber auch ganz viele Gesellschaften, die einfach nicht merken wollen, dass es nicht nur Redner, sondern auch Rednerinnen gibt. Mittlerweile bin ich so weit, dass ich sage, wer mich bis jetzt nicht gebucht hat, da muss ich auch nicht mehr hin.“

Das gleiche Problem bei Annette Eßer: „Man braucht nur zu schauen, wer in den Gesellschaften die Entscheidungsträger sind, da findet man selten Damen. Wir wissen ja, wie das mit den Männern ist, die stellen sich nur langsam um. Nein, Scherz beiseite, ich finde es sehr schade, dass die Herren ihrem Publikum nicht auch ein bisschen Abwechslung gönnen. Da sollten sie sich vielleicht eine Scheibe von ihren Kollegen im Umland abschneiden. Die wissen, dass auch Rednerinnen denn Saal zum Lachen bringen können.“

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Kühne sieht aber das Problem nicht nur bei den Männern: „Ich war einmal bei Agrippinas Töchtern gebucht und das war es. Wir haben mit den Colombinen, der Damengarde Coeln, Goldmarie, Kölsche Madämcher und Schmuckstückchen fünf Damengesellschaften. Eigentlich sollte man davon ausgehen, dass wenigstens die Damen zusammenhalten und man dort stattfindet – aber das Gegenteil ist der Fall. Überall hört man, dass Frauen eine größere Rolle im Kölner Karneval wollen. Das ist ja super, aber warum nicht bei den Rednerinnen?“

Einer, der seit Jahren für die Damen im Karneval eine Lanze bricht, ist der Literat und Sitzungsleiter der Kölschen Lotterbove und Go-Agentur-Chef, Horst Müller. „Den Frauen fehlt einfach die Lobby. Die Herren sind bis heute die Entscheider im Karneval. Wir haben Frauen mit ganz tollem Humor am Start. Guido Cantz hat mir mal gesagt, dass eigentlich auf jede Mädchensitzung eine Rednerin gehört. Gemacht wird es leider nicht.“

Der Karnevals-Profi weiter: „Natürlich haben wir mit Volker Weininger, Martin Schopps, Marc Metzger und Guido Cantz hervorragende Redner – aber es gibt auch tolle Rednerinnen. Daher ist es mir eine Herzensangelegenheit, mich für die Damen starkzumachen. Ich werde auch nicht aufhören, überall darauf hinzuweisen, dass es im Karneval nicht nur männliche Künstler gibt, sondern auch tolle weibliche.“

Allen Damen, die trotz der großen Schwierigkeiten auf die Karnevalsbühne wollen, rät Müller: „Schafft euch ein dickes Fell an und gebt nicht so schnell auf.“