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Oans, zwoa, Rote Funken!Traditionskorps bringt Kölner Karneval zum Oktoberfest

Der Vorstand der Roten Funken feiert auf der Bühne.

Copyright: Niki Siegenbruck

Der Vorstand der Roten Funken mit Präsident Dirk Wissmann (M.), Vizepräsident Boris Müller (l.) und Korpsadjutant Marco Schneefeld freut sich schon auf den Trip Richtung München.

Die Roten Funken unternehmen in diesem Jahr eine besondere Manövertour. Es geht auf die Zugspitze und zum weltweit größten Volksfest. Das Korps zieht in Uniform durch München.

Sie sind das wohl reiselustigste Traditionskorps Kölns. Die Roten Funken sind seit jeher gerne op Jöck. 1955 reiste das Korps auf die Zugspitze, 1961 zur New Yorker Steubenparade. Brasilien, Shanghai, Japan, Kuba, Dubai und zuletzt Berlin standen schon auf dem Reiseplan.

In diesem Jahr steht eine ganz besondere Manöverfahrt an. 71 Jahre nach dem Ausflug auf die Zugspitze soll sich dieses Ereignis wiederholen. Mehr noch: Die Roten Funken bringen zwei Brauchtumsfeste zusammen. Die Karnevalisten nehmen am Trachten- und Schützenzug beim Oktoberfest teil.

Rote Funken: Nach 1955 geht es wieder auf die Zugspitze

In diesem Jahr steht zum 191. Mal die Wiesn in München an. Das weltweit größte Volksfest ist sogar noch älter als die Roten Funken, die 1823 gegründet wurden.

„Brauchtum verbindet. Auch wenn sich die Münchner und die Kölner sowohl sprachlich als auch bei der Größe der Biergläser unterscheiden, haben sie viele Gemeinsamkeiten, was das Traditionsbewusstsein angeht“, sagt Vizepräsident Boris Müller zu EXPRESS.de.

„Wenn es zwei Feste in Deutschland gibt, die weltweit deutsches Brauchtum repräsentieren, dann sind das der Kölner Karneval und das Münchner Oktoberfest. Daher passt unsere Reise als offizieller Kulturauftrag hervorragend. Wir freuen uns schon sehr darauf.“ Bei der ersten Abfrage haben rund 140 Funken ihr Interesse an einer Teilnahme an der Tour geäußert.

Die Roten Funken 1955 auf der Zugspitze.

Copyright: Rote Funken

Bereits im Januar 1955 reisten die Roten Funken auf die Zugspitze. Auf der Sonnenterrasse des Schneefernerhauses präsentierten sie den Gästen den Kölner Karneval.

Am 18. September geht es mit dem Zug Richtung Süden. In Garmisch-Partenkirchen steht zum Auftakt ein bayerischer Abend für die Kölner Delegation an. Tags darauf geht es in Uniform auf die Zugspitze.

Dort findet im Münchner Haus ein Frühschoppen statt. „Das wird bestimmt ein beeindruckendes Bild, wenn wir in 2959 Meter Höhe mit unserem Tanzpaar, Musikzug und allen Funken in Uniform feiern“, sagt Müller.

Die Roten Funken im Kurhotel Ruhpolding.

Copyright: Rote Funken

Keine Angst vor größeren Gläsern. 1955 ließen sich die Roten Funken das Bier im Kurhotel Ruhpolding schmecken.

Abends geht’s zum Paulaner am Nockherberg in München, wo ein weiterer Empfang geplant ist. Am Sonntag wartet der nächste Höhepunkt. Über 9000 Teilnehmende von Trachtengruppen und Schützenvereinen werden wieder durch die Münchner Innenstadt ziehen – zu Fuß und in Kutschen. Zehntausende verfolgen immer das Spektakel.

Die Roten Funken auf der Zugspitze.

Copyright: Rote Funken

Erneut werden die Roten Funken, wie schon 1955, in Uniform auf die Zugspitze reisen.

Die Roten Funken sind mit 80 Personen beim Münchner „Zoch“ vom Maximilianeum zur Theresienwiese dabei. „Wir haben eine klare Marschordnung erhalten, in der bis zur Schrittgeschwindigkeit alles genau geregelt ist“, sagt der frühere Kölner Prinz. „Das disziplinierte Marschieren müssen wir im Vorfeld noch mal üben. Denn im Gegensatz zum Rosenmontagszug haben wir kein Wurfmaterial, dürfen nicht ausscheren und nicht wibbeln.“

Nach dem sieben Kilometer langen Zug zieht die Kölner Delegation zur Einkehr ins Festzelt Tradition auf der Oidn Wiesn. Abends kann dann gefeiert werden, dann allerdings nicht mehr in Funken-Uniform, sondern in der privaten Tracht.

Trachten- und Schützenzug beim Oktoberfest durch München.

Copyright: IMAGO/Wolfilser

Der Trachten- und Schützenzug durch die Münchner Innenstadt ist jährlich ein besonderer Höhepunkt am Eröffnungswochenende des Oktoberfestes.

Zum Abschluss ist vor der Heimfahrt am Montag noch ein Empfang in der bayerischen Staatskanzlei geplant, um den offiziellen Rahmen der Tour zu verdeutlichen. Schließlich soll auch „aktive Außenpolitik“ betrieben werden.

Die Wiesn-Reise der Roten Funken freut auch den Köln-Münchner Karnevalsverein Superjeilezick. Der feiert in diesem Jahr sein 25. Jubiläum. Passend dazu wird das Karnevalsbrauchtum in die bayerische Metropole gebracht. „Jedes Jahr sind in der Session viele Gäste aus München bei uns in Köln. Jetzt bringt die Funken-Familie den Kölner Karneval dorthin“, freut sich Müller schon.

Ingrid Kühne steht beim Auftritt auf der Bühne.

„Mir platzt der Kragen“

Ingrid Kühne veröffentlicht Instagram-Beleidigungen