Achteinhalb Jahre Haft für Karnevalswagen - so lautet das Urteil eines russischen Gerichts. Jacques Tilly reagiert so, wie man es von ihm gewohnt ist - mit Spott.
Prozess wegen Rosenmontags-WagenHartes Knasturteil in Russland! So reagiert Jacques Tilly

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Wagenbau-Legende Jacques Tilly steht vor dem Mottowagen, auf dem Putin die Düsseldorfer Karnevalsfigur Hoppeditz aufspießt (Archivfoto).
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Ein Gericht in Moskau hat den Düsseldorfer Bildhauer Jacques Tilly in Abwesenheit zu acht Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Tilly habe sich der Verletzung religiöser Gefühle und der Verbreitung von Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte schuldig gemacht, urteilte Richter Konstantin Otschirow in dem umstrittenen Strafverfahren.
Hintergrund sind die von Tilly gebauten Karnevalswagen, die Kremlchef Wladimir Putin und den von ihm befohlenen Krieg in der Ukraine kritisieren. Und Tilly? Der hat mit bissigem Spott auf seine Verurteilung reagiert.
Jacques Tilly: Russisches Regime hat Angst vor Pappfiguren
„Es ist jetzt für jeden zu sehen, dass das russische Regime Angst vor Pappfiguren hat“, sagte der Düsseldorfer Bildhauer der Deutschen Presse-Agentur. „Die machen sich selbst zum Narren mit diesem Urteil und sehen gar nicht, wie peinlich das eigentlich ist - wie viel Angst sie vor satirischer Kritik haben.“
Tilly sprach in einer ersten Reaktion von einem absurden, aber auch schlimmen Urteil. „Ich habe kein Staatsverbrechen begangen“, sagte der 62-Jährige. „Dass ich Kritik an Machthabern übe, das gehört sich so in freien Gesellschaften. Das ist eine Selbstverständlichkeit und kein Verbrechen.“
Der Sinn des Prozesses, der mehrfach verschoben werden musste, sei Einschüchterung, aber er werde nicht klein beigeben, versicherte er.
„Das wäre auch eine Art Urteilsvollstreckung, wenn ich mich jetzt zurückziehen würde und Russland und Putin und die Kriegsführung in der Ukraine nicht mehr kritisieren würde. Insofern mache ich ganz normal weiter, als hätte es diesen Prozess nicht gegeben.“ (dpa)

