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Sie stand Pate für die Kölner JungfrauAenne war auch im Dreigestirn – für einen Tag

Agnes Blömer, Aenne Blatt und Margarethe Greiss als Dreigestirn 1992.

Dieses Foto hat Jungfrau Aenne im Zimmer der Hofburg stehen. Es zeigt Agnes Blömer (Prinz, M.), Aenne Blatt (Bauer, l.) und Margarethe Greiss (Jungfrau) als Dreigestirn von Rheinkassel 1992.

Stefan Blatt trägt in dieser Session im Kölner Dreigestirn den Namen Jungfrau Aenne. Gewählt hat er ihn wegen seiner Oma, die auch in einem Dreigestirn war – aber nur für einen Tag.

An Wieverfastelovend steht „Ihre Lieblichkeit“ im Dreigestirn, die Kölner Jungfrau, ganz besonders im Fokus. Stefan „Bladdi“ Blatt freut sich ebenso wie seine Mitstreiter schon auf den Start in den Straßenkarneval.

Der 40-Jährige zieht als Jungfrau Aenne durch die Session. Den Namen trägt er zu Ehren seiner Oma, die als echt kölsche Frohnatur ihren Enkel zum karnevalistischen Brauchtum gebracht hat. Für EXPRESS.de verrät die Kölner Jungfrau das Aenne-Geheimnis.

Kölner Jungfrau Aenne: Die Oma stand Pate beim Namen

In den nördlichen Kölner Rheinorten LaRheiKa (Langel-Rheinkassel-Kasselberg) wurde schon immer das Brauchtum gepflegt. Und so war es auch Anfang der 1990er Jahre.

Bis dahin hatte man seit Gründung der Dorfgemeinschaft in den 1950er Jahren immer ein Dreigestirn, bis es 1992 auf einmal hieß: „Mer finge keene! Et will keener maache!“ Ein trauriges Novum.

Die Nachricht machte schnell die Runde und erreichte zwei Tage vor der Sessionseröffnung bei einem sehr geselligen Beisammensein drei Frauen, die zufälligerweise an dem Abend mit weiteren Gästen in der damaligen Dorfkneipe zusammensaßen, um St. Martin zu feiern.

Das Dreigestirn von Rheinkassel geht 1992 durch den Ort.

Am 11.11.1992 zog das Trifolium durch Rheinkassel. Aenne Blatt (r.) hatte Spaß am jecken Treiben.

Spontan entschieden die drei: „Mer maache dat! Äver nur am 11.11.!“ Agnes Blömer (Prinz), Aenne Blatt (Bauer) und Margarethe Greiss (Jungfrau) ließen sich für die jecke Idee breitschlagen. Man besorgte sich von der Dorfgemeinschaft die Ornate und machte zu Hause bei Bauer Aenne eine lustige Anprobe.

Am 11.11.1992 ging es pünktlich um 11.11 Uhr mit dem dorfeigenen Fanfarenzug „Rheinkasseler Ratsbläser“ und Gefolge unter der Regie des inoffiziellen Dreigestirnführers und langjährigen Briefträgers Oswald mit großem Tamtam durch die Straßen von Rheinkassel.

Stefan Blatt als Kind am 11.11.1992.

Auch Stefan Blatt (vorn im gelben Pulli), die heutige Kölner Jungfrau Aenne, war mit dabei, als seine Oma als Bauer mit den Rheinkasseler Ratsbläsern durch die Kneipen zog.

Zunächst wurde in der ersten Dorfkneipe von Sophie und Rosario heftig gefeiert. Selbstverständlich besuchten alle viel später auch die zweite Dorfkneipe „Rheinkasseler Hof“ gleich nebenan. Noch heute ist dieser Tag bei vielen älteren Einwohnern präsent, weil er wunderbar das Veedelsjeföhl zum Ausdruck brachte: „Nit schwaade – maache“.

Wer hätte gedacht, dass der kleine Stefan, der damals beim wilden Treiben vor der dicken Trumm saß, einmal die Jungfrau im Kölner Dreigestirn sein wird? Zudem wählte er dann auch noch als Namen den seiner Oma Aenne – und das nicht nur für einen Tag.

Jungfrau Aenne mit Sophie und Rosario Cicalese.

Bei seinen Terminen in der Stadt traf Jungfrau Aenne auch die beiden Wirte Sophie und Rosario Cicalese wieder, bei denen damals gefeiert wurde.

In der Hofburg hat Stefan Blatt auf einem Regal, auf dem er abends immer den Spiegel und die Krone ablegt, ein Foto des Dreigestirns mit seiner Großmutter stehen.

„Bei unseren zahlreichen Terminen in der Stadt habe ich zudem neulich die damaligen Wirte Sophie und Rosario Cicalese getroffen, bei denen die Feier stattgefunden hat“, sagt er begeistert zu EXPRESS.de. „Aenne war die gute Seele in der Familie und wie ich vollkommen jeck.“

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