Das Kölner Dreigestirn meidet den Kardinal und lässt auch in diesem Jahr den traditionellen Besuch ausfallen.
Kirche und KarnevalDreigestirn gibt Kardinal Woelki erneut einen Korb
Eine langjährige Tradition bleibt auch in diesem Jahr unterbrochen: Das Kölner Dreigestirn wird den Kölner Erzbischof Woelki nicht besuchen. Dies teilte FK-Sprecher Michael Kramp auf Anfrage mit.
Jahrelang galt der Besuch des Trifoliums samt FK-Vorstand im erzbischöflichen Haus als gelebter Brauch. Eine formelle Einladung dazu gab es dem Vernehmen nach nie, stattdessen vereinbarten beide Seiten einen passenden Termin. Der letzte Gipfel zwischen Kirche und Karneval fand im Jahr 2020 statt.
Stattdessen Besuche bei Stadtdechant und Superintendent
Legendär sind die Besuche beim mittlerweile verstorbenen Kardinal Joachim Meisner, der sichtlich vergnügt den Hut des Bauern anstelle seiner Mitra aufsetzte und mit dem Dreschflegel als Insignie des Bauern so gekonnt umging wie mit dem Bischofsstab. All das ist Vergangenheit.
„Nach zwei Jahren Corona und der Übernahme der Amtsgeschäfte durch den Apostolischen Administrator haben wir diese Besuche nicht wieder aufleben lassen“, erklärt Kramp im „Kölner Stadt-Anzeiger“. Er spielt damit auf Woelkis vom Papst verordnete, mehrmonatige Auszeit an, die in die Session 2021/22 fiel.
Das Dreigestirn besucht seitdem als höchste Vertreter der beiden christlichen Konfessionen den katholischen Stadtdechanten Robert Kleine und den evangelischen Stadtsuperintendenten Bernhard Seiger. „Sie zelebrieren den Domgottesdienst für Karnevalisten und sind auch bei der Proklamation des Kölner Dreigestirns unsere Gäste“, so Kramp weiter. Der Kölner Stadtdechant Kleine hielt in diesem Jahr sogar die Festrede. „Er ist den Menschen zugewandt, überaus beliebt bei den Leuten und vor allem ein Vollblut-Karnevalist“, hieß es in der Begründung des Festkomitees.
Wie Kramp betont, gehöre die Kirche zum Karneval und seiner Historie grundsätzlich dazu. Das werde sich auch nicht ändern. „Einen Automatismus, wen wir zu unseren Veranstaltungen einladen oder wen das Dreigestirn besucht, gibt es nicht.“
Tiefer Graben zwischen Festkomitee und Kardinal
Kardinal Woelki wurde vom „Kölner Stadt-Anzeiger“ um eine Stellungnahme gebeten. Eine Reaktion des Kardinals blieb jedoch aus. Er beantwortete weder die Frage, ob er nach der mehrjährigen Unterbrechung versucht habe, das Dreigestirn wieder ins erzbischöfliche Haus einzuladen, noch welche Veranstaltungen des Kölner Karnevals er in der laufenden Session besucht habe oder noch besuchen werde.
Sichtbar wurde der Bruch zwischen Festkomitee und Kardinal bereits im Januar 2022. Damals erhielt Woelki wegen seines Umgangs mit dem Missbrauchsskandal im Erzbistum keine Einladung zur Prinzenproklamation. Eine Einladung für den Kardinal in den Gürzenich, gab es seither nicht mehr.
Offene Kritik am Kardinal übte das FK als Dachverband von mehr als 140 Karnevalsgesellschaften und Vereinen 2023 in den sozialen Medien. Damals hatte Woelki den Pfarrer von Mettmann abgemahnt, weil dieser bei einem Gottesdienst auch gleichgeschlechtliche Paare gesegnet hatte.„Bei uns ist Platz für jeden Jeck, egal wen er liebt“, stellte FK-Präsident Christoph Kuckelkorn damals klar.
Wegen eines Mottowagens im Rosenmontagszug 2025 warf Woelkis Amtsleiter Frank Hüppelshäuser dem Kölner Karneval eine Verunglimpfung Jesu Christi vor (red).
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