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„Dat jit et nur en Kölle“Anwalt erscheint in unpassendem Outfit vor Gericht

Der Kölner Strafverteidiger Claus Eßer in Karnevalsuniform vor dem Polizeipräsidium.

So tauchte der Kölner Strafverteidiger Claus Eßer am Kölner Polizeipräsidium auf.

Ein Anwalt erscheint in Köln in Karnevalsuniform vor Gericht – dafür hat er eine skurrile Erklärung parat.

Ein Auftritt, der in die Kategorie „Dat jit et nur en Kölle!“ fällt!

Der Kölner Strafverteidiger Claus Eßer ist für seine extravaganten Auftritte bekannt, doch dieses Mal toppte er alles. Zu einem Haftprüfungstermin im Polizeipräsidium in Kalk erschien er in voller Karnevalsmontur: Litewka und Krätzchen seines Stammvereins, der KG Sr. Tollität Luftflotte.

Mandant auf frischer Tat ertappt – Anwalt hat Zeitdruck

Doch wie kam es dazu? Ein Mandant von Claus Eßer und seiner Frau Petra wurde laut Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Sonntagmittag am Hansaring geschnappt.

Er soll beim Diebstahl eines teuren E-Bikes von der Polizei erwischt worden sein. Die Ermittler und Ermittlerinnen strebten einen Haftbefehl an. Die zuständige Haftrichterin des Kölner Amtsgerichts kontaktierte daraufhin zunächst die Strafverteidigerin Petra Eßer.

Petra Eßer erklärte am Telefon sinngemäß: „Ich bin gerade in Belgien, aber ich schicke meinen Mann“. Ihr Gatte war davon allerdings wenig begeistert. Er hatte einen wichtigen Termin: die Prunksitzung der Luftflotte im Gürzenich. „Meine Frau sagte dann zu mir: Das ist doch kein Problem, zieh doch die Uniform schon mal an und dann fährst du von Kalk direkt zum Gürzenich“, erzählt Claus Eßer. Eine Idee, die er für brillant hielt.

Gesagt, getan. Eßer erschien in voller Karnevalsmontur am Polizeipräsidium und marschierte mit Krätzchen auf dem Kopf hinein. „Beim Termin habe ich es aber abgenommen, das gehört sich ja so“, so Eßer. Seinen Mandanten habe das Outfit nicht gestört: „Der war einfach nur fertig und wollte nicht ins Gefängnis.“ Die Richterin hingegen soll amüsiert gewesen sein und sinngemäß gesagt haben: „Da bekommt man ja richtig Lust auf Karneval.“

Richterin amüsiert: Positive Wende für den Mandanten

Für den Mandanten hat sich der ungewöhnliche Termin ebenfalls ausgezahlt. Er kam zwar nicht sofort frei, doch der Fall wurde in ein beschleunigtes Verfahren überführt. Das bedeutet, die Verhandlung findet bereits in der kommenden Woche statt, nicht erst Monate später.

Eßer hofft, dass sein Mandant in wenigen Tagen wieder auf freiem Fuß ist. An diesem Tag vertrat er übrigens auch noch einen Ladendieb, der ebenfalls keine Anmerkungen zu seiner Kleidung machte.

Claus Eßer im Gürzenich bei der Sitzung der Luftflotte.

Nach dem Haftprüfungstermin ging es für Claus Eßer weiter in den Gürzenich zur Sitzung der Luftflotte.

Anschließend ging es für Eßer per Taxi zum Gürzenich. „Ich war überpünktlich“, berichtet der Jurist erfreut. Dies zeigt, wo die Prioritäten des „kölschen Originals“ liegen, wie ihn schon Richter und Richterinnen nannten. Denn bei Gerichtsterminen ist Eßer für seine Unpünktlichkeit bekannt. Einmal sagte er einem Reporter am Telefon kurz angebunden: „Ich habe in 18 Minuten Verhandlung und bin noch nicht angezogen.“

Karneval im Blut: Familiäre Verbindung zum Dreigestirn

Die Leidenschaft für den Karneval ist bei Claus Eßer tief verwurzelt. Sein Stiefgroßvater Willy Herold war 1957 als Prinz Willy III. Teil des Kölner Dreigestirns. Der Strafverteidiger ist auch ein gern gesehener Gast bei der Weiberfastnachtsparty im Justizgebäude. Ein Amtsrichter sorgte dort einmal für Lacher, als er sich als Claus Eßer verkleidete – mit schwarzem Anzug, aufgeknöpftem Hemd und Totenschädel. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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