Am 21. September dieses Jahres will Jean Pütz seinen 90. Geburtstag feiern. Der große TV-Moderator des WDR („Hobbythek“) wird diesen Ehrentag nicht bei bester Gesundheit begehen können. Dass man im Alter nicht mehr so gut sieht wie in jungen Jahren, ist vollkommen normal. Aber bei dem beliebten Wissenschaftsjournalisten des Westdeutschen Rundfunks ist es geradezu dramatisch.
Er kann fast nichts mehr sehenDrama um WDR-Legende Jean Pütz (89)

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Jean Pütz (l.) mit Theo Schäfges, Ehrenpräsidenten KG „Fidele Zunftbrüder“.
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Zum „Kleinen Prinzenessen“ der Kölner Karnevalsgesellschaft Fidele Zunftbrüder erschien Jean Pütz mit einer Gehhilfe und in Begleitung seiner Ehefrau Pina. „Es ist jetzt neun Monate her, dass ich mir bei einem Sturz einen Oberschenkelhalsbruch zugezogen hatte. Jetzt kann ich mit dem Stock wieder einigermaßen gut gehen“, sagte die Fernseh-Legende. Pütz: „Was viel schlimmer ist, ich sehe kaum noch was.“
Als sichtbares Zeichen trägt er eine Plakette mit den drei Blindenpunkten am Revers seines Jacketts. „Die Sehkraft von Jean beträgt nur noch zwei Prozent, er sieht fast nichts mehr“, erklärte Pina. Dennoch wollte sich Jean Pütz seine Freude am Karneval nicht nehmen lassen, erschien auf Einladung des Zunftbrüder-Ehrenpräsidenten Theo Schäfges zum Event im Pullman-Hotel, der ehemaligen Hochburg des Kölner Dreigestirns.
Jean Pütz: Augen-Drama um WDR-Legende
Auch zur großen Prunksitzung Anfang Februar will er gern erscheinen. Es tat ihm schon weh, am vergangenen Freitag nicht bei der Prinzenproklamation im Kölner Gürzenich sein zu können. Was nicht unmittelbar etwas mit seinen gesundheitlichen Problemen zu tun hatte, sondern auch mit dem Wintereinbruch im Niederbergischen. Ehefrau Pina: „Wir waren auf unserem Grundstück in Heiligenhaus eingeschneit. Es wäre für Jean zu gefährlich gewesen, mit Gehhilfe durch den hohen Schnee. Außerdem kamen wir mit dem Auto gar nicht raus.“
Dass er überhaupt einigermaßen wieder gehen kann, ist fast ein Wunder. Er war nach einem Sturz im Badezimmer mit einem Oberschenkelhalsbruch ins Krankenhaus. „Ich habe furchtbare Schmerzen gehabt, als ich da lag, war völlig hilflos“, sagte er damals.

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Jean Pütz mit Ehefrau Pina Coluccia
In einem Video erzählte Jean Pütz, dass seine Großmutter in den 80er Jahren an einem Oberschenkelhalsbruch gestorben war, weil es damals noch nicht die richtige Therapie für sie gegeben habe. Die habe er selbst in dem nahegelegenen Krankenhaus aber erhalten. Er sei „hervorragend“ von einem „Fachmann“ operiert worden. Weniger zufrieden war Pütz anschließend mit der Behandlung in der Klinik. Er habe sich „entmündigt“ gefühlt, sagte er.
So hätten sie ihm im Krankenhaus seine eigenen Bluthochdruck-Medikamente durch andere ersetzt. „Der Bruch war nicht mehr das Problem“, so Pütz. Da er sich vom Krankenhauspersonal nicht gut behandelt fühlte, habe er sich dann quasi selbst entlassen. „Das ging nur, weil ich durch meinen früheren Beruf Erfahrung als Krankenpflegerin habe“, sagte Pia.
Jean Pütz kritisiert Umgang im Krankenhaus
„Wenn meine Freunde und Familie nicht gekommen wären, ich wäre eine ganz arme Sau gewesen“, meinte der TV-Mann damals. Im Video erklärte Pütz: „Unfreiwillig habe ich das neue Krankenhausgesetz am eigenen Leibe getestet. Mein Fazit: medizinisch hervorragend, menschlich verbesserungswürdig. Der extreme Massenbetrieb ist voraussichtlich nicht zu verhindern.“ Er habe in der Klinik vom Fachwissen profitiert, rät seinen Fans aber, sich im Krankenhaus nicht „unterkriegen“ und „entmündigen“ zu lassen.
Dass er jetzt schon wieder zu einer Karnevalsveranstaltung gehen konnte, hat er letztlich der guten Operation zu verdanken.
Im Übrigen war Jean Pütz beim „Kleinen Prinzenessen“ in guter Gesellschaft: Sein TV-Kollege Walter Lehnertz (der 80-Euro-Waldi aus der ZDF-Sendereihe „Bares für Rares“) erschien ebenfalls mit einer Krücke im Pullmann-Hotel.

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ZDF-Kulttrödler Walter Lehnertz (l.) und WDR-Legende Jean Pütz: beide gehen nach schweren Stürzen an Krücken.
„Ich war Silvester in meinem Eifel-Antik-Laden gestürzt und habe mir einen Bänderriss im Fußgelenk zugezogen“, erzählte der Kulttrödler (58). Und er könne nachvollziehen, wie sich Jean Pütz in seinem Alter fühle: „Da bin ich mit meiner Bänderverletzung ja noch gut bedient.“
Wobei Pütz selbst ja mehr über das schwindende Sehvermögen klagt. Dennoch habe er zuletzt noch zwei Videos auf den Weg gebracht, erzählte Jean Pütz voller Stolz.
