„Frechheit“ Kölner Geisterzug-Erfinder ruft zu Friedens-Demo auf – und schießt gegen Querdenker

Erich Hermans ist Erfinder des Kölner Geisterzugs.

Erich Hermans ist Erfinder des Geis­ter­zugs. Als der Golfkrieg kam, mahnte er mit dem Geis­ter­zug für Frieden.

Erich Hermans rief 1991 den Kölner Geisterzug ins Leben. Nun, 31 Jahre später, ist der Krieg in der Ukraine das alles überstrahlende Thema in dieser Karnevalssession.

Als vor 30 Jahren der Golfkrieg tobte und das Festkomitee den Rosenmontagszug absagte, da war es Friedensaktivist Erich Hermans (67), der den Geisterzug erfand. Von da an war er nicht mehr aus dem Kölner Karneval wegzudenken. Dass sich die Geschichte noch einmal wiederholen sollte, das hat Hermans leider stets befürchtet.

Am Samstag (26. Februar 2022) saß er in Wesseling an seinem Schreibtisch und verfasste einen Aufruf für die Friedensdemo am Montag. „Natürlich werde ich dabei sein und möchte, dass so viele Menschen kommen, wie es möglich ist. Denn an diesem Tag muss Köln ein Signal des Friedens in Richtung Putin senden.“

Köln: Erfinder des Geisterzuges: „Wusste, dass wir nie sicher sein können“

Aufgrund der aktuellen Kriegssituation sieht Erich Hermans einen noch höheren Stellenwert für den Geisterzug. „Wir waren schon einige Male finanziell kurz vor dem Aus. Doch jetzt sehen wir, wie wichtig es ist, Frieden und Karneval zu stärken. Wir dürfen niemals aufhören, die Politiker daran zu erinnern, dass der Frieden das wichtigste Ziel all ihrer Entscheidungen sein muss“, mahnt der gebürtige Nippeser.

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Er selbst war leider immer überzeugt, dass sich die Geschichte wiederholen könnte. „Als der Jugoslawien-Krieg kam, da wusste ich, dass wir auch in Europa nie sicher sein können, dass es keinen Krieg mehr geben wird.“ Einen ersten Vorgeschmack, dass die Kölnerinnen und Kölner den Angriff auf die Ukraine zutiefst verurteilen, gab es am Samstag auf dem Neumarkt beim Funkenbiwak der Roten Funken. Zwar wurde geschunkelt und gesungen, aber die Jecken hielten auch Plakate hoch: „Stop Putin Stop War“.

Kölner Gesiterzug-Erfinder: Querdenker-Aufruf „eine Frechheit“

Und auch das alte von Hermans kreierte Motto des Zugs von 1991: „Make FasteLOVEnd not War“. Wütend machte Hermans der Aufruf der rechten Querdenker-Szene für einen „Frei-Geister-Zug“ am Friesenplatz. „Da nutzt man unseren guten Namen, das ist eine Frechheit. Dahinter steht die Telegram-Gruppe „Demokratischer Widerstand“, dahinter wiederum die Montagsspaziergänger. Die wollen mit angemeldeten 3500 Teilnehmern ebenfalls am Rosenmontag bunt kostümiert von Deutz losziehen.“

Allerdings stehen sie nicht für sofortigen Frieden in der Ukraine, sondern weiterhin dafür, dass es keine Corona-Impfpflicht geben soll. Die Polizei will verhindern, dass sich beide Züge in der City treffen.

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