Das Kölner Dreigestirn hat die Redaktionen von EXPRESS, Kölner Stadt-Anzeiger und Radio Köln besucht und dabei über den Verlauf der Session gesprochen. Ein ganz trauriger Moment liegt hinter den dreien.
Redaktionsbesuch der TollitätenDreigestirn spricht über schlimmsten Moment der Session
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Sie bereiten den Jecken viel Freude und finden auch einmal ernste Worte, wenn es angebracht ist. Das Kölner Dreigestirn eilt in der Session von Termin zu Termin und fiebert bereits dem Höhepunkt, dem Rosenmontagszug, entgegen.
Prinz Niklas I., Bauer Clemens und Jungfrau Aenne sind mit einem Altersschnitt von 38 Jahren das bisher jüngste Dreigestirn der Stadt. Am Mittwoch (4. Februar 2026) besuchten sie das Neven-DuMont-Haus, um den Redaktionen von EXPRESS, Kölner Stadt-Anzeiger und Radio Köln einen Besuch abzustatten.
Prinz Niklas war früher im Rhein-Erft-Kreis als Nachwuchs-Reporter tätig
Prinz Niklas erinnerte sich dabei, dass er im Rhein-Erft-Kreis sechs, sieben Jahre als Nachwuchs-Reporter für die Rubrik „Junge Zeiten“ tätig war. Sein besonderer Moment: „Ich durfte in der Zeit ein Interview mit dem ehemaligen FC-Profi Lukas Sinkiewicz in der Eisdiele in Königsdorf führen.“
Das Dreigestirn freut sich, dass so ausführlich über das jecke Treiben in der Stadt berichtet wird. „In Zeiten wie diesen, benötigt man den Karneval. Wenn man uns fragt, ob man angesichts von Krieg und anderen Katastrophen Karneval feiern darf, sage ich immer: Nein, man darf nicht Karneval feiern – man muss. Genau dafür ist er da“, sagt Niklas Jüngling.
„Die Sorgen sind morgen auch noch da. Aber es tut der Seele und dem Herzen gut, einfach mal gute Laune zu verbreiten. Davon fehlt es nämlich aktuell oft.“
Clemens von Blanckart zieht ein zufriedenes Zwischenfazit. „Wir schauen uns zwischendurch immer mal im Internet und den sozialen Medien die Berichte über uns an. Auch Kameraden aus der Prinzen-Garde geben uns Feedback. Ich möchte uns nicht selbst loben, aber das Feedback ist sehr gut“, sagt der Bauer grinsend. „Es freut uns natürlich, dass unsere Mission, mit der wir angetreten sind, nämlich Freude überall hinzubringen, gelingt.“

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Die Mitarbeitenden posieren zum Gruppenfoto mit dem Kölner Dreigestirn.
Das Trifolium erlebt bei den Terminen eine emotionale Achterbahnfahrt. „Das Erlebte können wir bestimmt erst im Nachhinein richtig einordnen. Momentan sind wir in diesem Flow und haben maximal fünf Minuten Zeit, nach einem Termin im Auto alles kurz sacken zu lassen. Wir können auch ehrlich gestehen, dass da auch Tränen fließen“, sagt Prinz Niklas.
Der bisher bitterste Moment der Session ereignete sich erst vor wenigen Tagen. Das Dreigestirn hatte Ende Januar Angehörige sowie Mitarbeitende auf der Palliativstation im Dr. Mildred Scheel Haus besucht. Dabei lernten sie auch eine Patientin kennen, die mit Mütze und Schärpe ihres Frauenchors „Die Brausen“ im Bett auf den Besuch gewartet hatte.

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Das fußballverrückte Dreigestirn hatte direkt Spaß an einer Kickerrunde. Vom Neven-DuMont-Haus fuhren die drei zum A-Jugend-Spiel des 1. FC Köln gegen Inter Mailand.
Am Tablet hatte sie den drei Tollitäten die Aufnahme eines früheren Auftritts der „Brausen“ vorgespielt, bei dem sie tanzend und singend zu sehen ist. Von Prinz Niklas hatte sie eine Prinzenspange erhalten und sich wahnsinnig darüber gefreut.
„Inzwischen haben wir die Nachricht erhalten, dass sie sechs Tage nach unserem Besuch verstorben ist und kurz vor ihrem Tod noch gesagt hat, dass die Spange mit in ihr Grab kommen soll“, sagt Jungfrau Aenne mit stockender Stimme. „Wir mussten kurz nach dieser Information auf eine Bühne und hatten alle verheulte Augen. Das war ein schlimmer Moment.“

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Prinz Niklas bedankt sich für die Einladung bei Gerald Selch, dem Chefredakteur des Kölner Stadt-Anzeiger, mit der Prinzenspange.
Besonders stolz ist das Dreigestirn auf die weiterhin gute Stimmung im Team. „Vier Jahre Vorbereitung stecken dahinter. Wir haben so viele Situationen im Vorfeld besprochen, um in dieser stressigen Zeit gewappnet zu sein. Wir wissen durch Blicke, was der andere gerade denkt. Es funktioniert sehr gut mit uns“, sagt Jungfrau Stefan Blatt.
„Man muss aber auch sagen: Wir sind zwar den ganzen Tag unterwegs, können uns aber kaum unterhalten. Da bleibt keine Zeit, miteinander zu streiten.“ Dem kann Niklas nur zustimmen. „Wir gehen auf die Zielgerade und es ist immer noch alles unfassbar harmonisch. Von den Vorgänger-Dreigestirnen wussten wir, dass es auch mal gekracht hat und klärende Gespräche geführt wurden.“

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Die Mitarbeitenden nutzten den Besuch des Dreigestirns für Erinnerungsfotos mit den Tollitäten.
Viele Mitarbeitende nutzten den Besuch, um Fotos mit Prinz Niklas, Bauer Clemens und Jungfrau Aenne zu machen. Außerdem wurden die drei mit Fragen bombardiert. Der schönste Moment? „Als wir uns zusammen in unserer Wohngemeinschaft in der Hofburg die Übertragung der Proklamation angeschaut haben“, sagt Aenne.
Wie lange dauert es ins Ornat? „Wenn ich mich spute, bin ich inklusive Makeup in zehn Minuten fertig“, sagt Niklas. „Ich habe acht bis zehn Kilogramm auf den Schultern. Schminken dauert 15 Minuten. Mit der Krone und der Perücke komme ich relativ gut klar. Das einzige Problem: Ich höre wegen der Zöpfe schlechter“, sagt Aenne.
Kölner Dreigestirn: Jungfrau Aenne hört wegen der Zöpfe schlechter
Warum wird das Dreigestirn geschminkt? „Das ist keine Eitelkeit, ich könnte darauf auch gut verzichten. Wenn wir aber auf einer Bühne stehen und die ganzen Scheinwerfer leuchten, würden wir später nur noch glänzen. Die eine oder andere Bühne im Kölner Karneval könnte etwas besser klimatisiert werden“, merkt Niklas an.
Wie oft werden die Ornate gereinigt? „Sonntagsabends kommen die Ornate normalerweise in die Reinigung und sind montagsnachmittags zurück. Bis Aschermittwoch haben wir aber keinen freien Tag mehr. Jetzt müssen wir das so durchziehen und aufpassen, dass sie nicht mehr schmutzig werden. Da lernt man rasch, agil zu werden, wenn sich jemand mit einem Rotweinglas nähert“, verrät Niklas.

