Das Kölner Dreigestirn steht vor dem Höhepunkt seiner Amtszeit, dem Rosenmontagszug. Beim traditionellen Prinzenessen verriet Niklas I., dass er im Zoch an eine bestimmte Person denken wird.
Dreigestirn auf ZielgeradePrinz Niklas mit besonderer Geste im Rosenmontagszug

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Sie sind als Freunde in die Session gestartet und kommen noch stärker heraus: Jungfrau Aenne, Prinz Niklas und Bauer Clemens (v.l.) beim Prinzenessen am Freitag (13. Februar 2026).
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Seit 35 Tagen sind sie im Amt und biegen nun schon auf die Zielgerade ihres großen Traums ein. Das Kölner Dreigestirn fiebert dem Höhepunkt, dem Rosenmontagszug, entgegen. Zeit, vorher noch einmal Bilanz zu ziehen.
Das traditionelle Prinzenessen fand am Freitag (13. Februar 2026) in der Feuerwache 10 in Deutz statt. Damit schloss sich der Kreis. Denn bei der Freiwilligen Feuerwehr Brück waren Prinz Niklas, Bauer Clemens und Jungfrau Aenne vor sieben Monaten präsentiert worden.
Kölner Dreigestirn hat bereits 116.000 Euro für Verein Caya gesammelt
„Für uns drei ist es eine Ehre, euer Kölner Dreigestirn zu sein. Für mich ist ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen und ich werde es niemals vergessen. Danke euch allen“, sagte Niklas Jüngling mit tränenerstickter Stimme.
Zuvor hatte der Prinz in seiner Rede an viele besondere Momente auf der „tollen Reise“ erinnert, die er mit seinen beiden Freunden erleben durfte. „Wir haben unglaublich viel erlebt. Überall, wo wir waren, wurde der Karneval gelebt. Das werden wir niemals vergessen.“
Neben zahlreichen Terminen, die für ein Dreigestirn schnell zur Routine werden, waren die Wochen auch von besonderen Erlebnissen geprägt. In Kindergärten hätten sich die jüngsten Jecken so gut vorbereitet.
„Die Kinder wussten mehr über unsere Ornate als so mancher Karnevalist im Sartory oder Gürzenich. Das geht sehr ans Herz.“ Ein selbst gemaltes Bild sei das einzige Geschenk, das er sich im Zimmer aufgehängt habe.

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In einer der Hallen der Feuerwache 10 in Deutz fand das Festmahl des Kölner Dreigestirns statt. Die höchsten Karnevalisten der Stadt waren gekommen.
Besonders aufwühlend wurde es, als der 33-Jährige nochmals an den Besuch auf der Palliativstation im Dr. Mildred Scheel Haus erinnerte. Schon beim Besuch in der EXPRESS.de-Redaktion hatte das Dreigestirn vom Treffen mit einer Patientin, die mit Mütze und Schärpe ihres Frauenchors „Die Brausen“ im Bett auf den Besuch gewartet hatte, berichtet.
„Da fiel es ganz, ganz schwer, Freude zu schenken. Aber wir haben dieser Frau das letzte Alaaf gebracht. Das ist etwas, was ich niemals vergessen werde und was ganz viel Kraft für die nächsten Wochen gebracht hat“, sagte Prinz Niklas. „Bis zur Ausgangstür haben wir unser strahlendes Lächeln bewahrt, danach haben wir kein Wort mehr gesagt und haben alle drei in unseren Autos sehr geweint.“

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Das Kölner Dreigestirn mit ihren Partnerinnen: Jungfrau Aenne mit Ehefrau Julia, Prinz Niklas mit Freundin Katrin und Bauer Clemens mit Ehefrau Lara (v.l.).
Der Frau hat Niklas eine Prinzenspange überreicht. Im Gegenzug erhielt er einen Pin des Chors „Die Brausen“. „Diesen Pin trage ich seitdem in meinem Täschchen am Ornat, weil ich der Frau versprochen habe, dass sie die Session mit mir erleben wird.“ Sechs Tage nach dem Dreigestirns-Besuch ist Barbara verstorben. Ihr letzter Wunsch sei es gewesen, dass die Prinzenspange mit ins Grab geht.
„Das sind Momente, da fängt man bitterlich an zu weinen. Dabei merkt man aber auch, dass die Kraft des Karnevals weit über den Tod hinausgeht, weil das der Familie so viel Kraft gegeben hat.“ Vor einigen Tagen fand die Beerdigung statt. „Alle Trauergäste haben einen Button mit Barbaras Gesicht bekommen. Ich trage ihn im Rosenmontagszug und trage sie so mit durch den Zug und werde sie nicht vergessen.“

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Festkomitee-Vizepräsident Lutz Schade (l.) zeichnete den Adjutanten des Bauern, Dr. Marco Hollekamp (4.v.l.), mit dem Verdienstorden des Festkomitees in Silber aus.
Beim Prinzenessen wurden den hochrangigen Karnevalisten Lachs aus dem Rauch und Rind mit Kartoffelstampf serviert. Michael Kuhl sorgte mit seinen Begleitmusikern für das Rahmenprogramm. Festkomitee-Vizepräsident Lutz Schade vertrat Christoph Kuckelkorn und kam zum Urteil: „Karneval ist der Herzschlag der Stadt.“

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Unter den Ehrengästen waren auch Oberbürgermeister Torsten Burmester (l.) und das Ehepaar Elisabeth und Bernhard Conin, Vorsitzender der Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums.
Für Dr. Marco Hollekamp, der seit sechs Jahren als Adjutant des Bauern ehrenamtlich tätig ist, gab es den Verdienstorden in Silber. Das Dreigestirn konnte zudem verkünden, dass es in der Session für das Spendenprojekt Caya, das medizinische Hilfe für Wohnungslose leistet, schon 116.000 Euro gesammelt hat.
Auch Bauer Clemens und Jungfrau Aenne blickten durchweg positiv zurück. „Seit 2021 haben wir das Projekt geplant. Wir haben alle Szenarien durchgespielt, damit wir Lösungen finden, falls wir mal Streit haben. Wir sind jeden Tag unterwegs, haben aber gar keine Zeit, miteinander zu sprechen. Bis heute hatten wir nicht einmal Streit“, sagte Jungfrau Stefan Blatt. „Wir gehen größer raus, als wir in die Session gegangen sind. Das ist ein absolutes Geschenk.“

