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„Zum Fremdschämen“Massive Kritik an Karnevals-Übertragungen in ZDF und WDR

Willi und Ernst beim Auftritt auf der Bühne im Tanzbrunnen.

Copyright: Daniela Decker

Der gefeierte Auftritt von Willi und Ernst (Dirk Zimmer und Markus Kirschbaum) wurde am Mittwochabend (11. Februar 2026) bei der ZDF-Zusammenfassung der Mädchensitzung nicht gezeigt.

Aktualisiert

Die Zusammenfassung der Mädchensitzung im ZDF hat beim jecken Publikum für großes Entsetzen gesorgt. Die Quote rauschte in den Keller. Der WDR kassierte an Weiberfastnacht Kritik.

Diese Übertragung stand von vornherein unter keinem guten Stern. „Kölle Alaaf – Die Mädchensitzung“ begeisterte bei der Aufzeichnung am 14. Januar 2026 die 600 kostümierten Jecken im Theater am Tanzbrunnen.

Da das ZDF an Weiberfastnacht jedoch die Olympischen Spiele überträgt, wurde die Sitzung ausnahmsweise am Mittwochabend (11. Februar) ausgestrahlt, was ein Novum darstellte.

ZDF-Mädchensitzung: Einschaltquote kracht in den Keller

Was dann ab 20.15 Uhr im ZDF zu sehen war, entsetzte alle Jecken. Der 90-minütige Zusammenschnitt eines über sechsstündigen Programms sorgte für massive Kritik.

Der Mainzer Sender hatte in den sozialen Netzwerken stolz auf die Ausstrahlung der Zusammenfassung hingewiesen, kassierte unter dem Post aber ausschließlich negative Reaktionen. „Wenn das ZDF keinen Bock auf Kölner Karneval hat, dann lasst es und macht nicht aus so einer tollen Sitzung solch einen Scheiß“, lautete ein Kommentar.

„Grauenvoll“, „Einfach nur traurig“, „Man sollte die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen“, „Maßlos enttäuscht“, „Es war zum Fremdschämen“ – die Liste der entsetzten Kommentare wollte nicht enden.

Die StattGarde Colonia Ahoj beim Auftritt im Tanzbrunnen.

Copyright: Daniela Decker

Auch der Auftritt der StattGarde Colonia Ahoj fiel aus dem ZDF-Zusammenschnitt heraus.

Da die Mädchensitzung auf anderthalb Stunden gekürzt werden musste, flogen etliche Programmpunkte ganz raus. Das Kölner Dreigestirn, Willi und Ernst sowie die StattGarde Colonia Ahoj waren gar nicht zu sehen. Von den Bands war immer nur ein einzelner Song zu hören.

Dass das ZDF zumindest eine zweieinhalbstündige Fassung des Abends in die Mediathek gestellt hat, beruhigte die Jecken auch nicht. Auch die KG Frohsinn sah sich im Internet einem Shitstorm ausgesetzt. Präsidentin Tanja Wolters hatte die Moderation übernommen und wurde teils scharf kritisiert, weil sie die Ansagen nicht durchgängig auf Kölsch getätigt hatte.

Tanja Wolters als Sitzungspräsidentin im Elferrat.

Copyright: Daniela Decker

Sitzungspräsidentin Tanja Wolters musste sich in den sozialen Netzwerken teils harte Kritik gefallen lassen.

Auch das Festkomitee Kölner Karneval wurde auf den massiven Shitstorm im Internet aufmerksam. Da der Sender für die Übertragung einen stattlichen Betrag überweist, will man sich nicht in die Kritik einreihen.

Alarmierend fiel auch die Analyse der Einschaltquote aus. Im Vorjahr schalteten 3,59 Millionen Menschen ein. In diesem Jahr lief es deutlich schlechter. Denn die Übertragung bewegte nur 2,47 Millionen zum Einschalten, was 10,4 Prozent bedeutet.

Konfetti auf dem Alter Markt bei den Altstädtern.

Copyright: Rolf Vennenbernd/dpa

Die Übertragung der Straßenkarnevals-Eröffnung auf dem Alter Markt kam vielen WDR-Zuschauenden zu kurz.

Auch an Weiberfastnacht gab es TV-Frust. Nach der WDR-Übertragung zum Startschuss in den Straßenkarneval hagelte es Kritik. Erneut wurde zwischen Köln, Düsseldorf und Bonn hin- und hergeschaltet. Nur zum Countdown schaltete der Sender kurz nach Köln, um danach den Ansturm auf das Düsseldorfer Rathaus zu zeigen.

„Was ist das für eine Verarsche? Ich schalte WDR Köln ein und bekomme langweilige Bilder aus Düsseldorf“, lautete ein Kommentar im Netz. Der Sender wies darauf hin, dass Livestreams im Internet die Programme aus den Städten gezeigt hätten.

„Ballermann“-Erfinder André Engelhardt äußert sich zur Ballermann-Diskussion in Köln.

Debatte um Kölner Karneval

„Ballermann“-Erfinder schaltet sich überraschend ein