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Karl Lambertin hält DFB-RekordLegende feiert Ehrentag beim Kölner Italiener

Karl Lambertin (Fortuna Koeln) Aktion lks. Wolfgang Fahrian 4 - 1971 HM

Karl Lambertin Fortuna Cologne Action shot LKS Wolfgang Fahrian 4 1971 HM

Copyright: imago/Horstmüller

Karl Lambertin als Spieler von Fortuna Köln, links steht Torwart Wolfgang Fahrian 

Karl Lambertin ist in seiner Geburtsstadt Frechen und in Köln eine lebende Legende. Heute feiert der ehemalige Fotograf, Discobetreiber und langjährige Fußballer – er stand noch als 49-Jähriger offiziell auf dem Platz – einen besonderen Tag.

Wenn die Familie Lambertin am Donnerstag (23. April) im „Claudio“ in Junkersdorf zusammenkommt und auch die Freunde die Gläser erheben für den Jubilar, dann gibt es nicht nur den Moment zu feiern, sondern ein ganzes, aufregendes und bewegtes Leben: Karl Lambertin, Tausendsassa und Fußball-Held, EXPRESS-Urgestein und ein Rheinland-Original, wird 90! Er ging als Rekordtorschütze in die DFB-Annalen und als Fotograf und Discobesitzer in die Kölner Boulevardgeschichte ein.

Der gebürtige Frechener, in der Heimat ein Idol, machte zunächst als „Bomber von Bergheim“ (70 Tore in einer Saison) von sich reden. Er wechselte zu Borussia Mönchengladbach (damals Oberliga), spielte für Fortuna Köln und die SpVg Frechen 20.

Und da hat Lambertin Geschichte geschrieben: Für seinen Herzensclub, in dem er sich später auch als Trainer und Präsident engagierte, traf der Libero am 4. Oktober 1980 in der zweiten Runde des DFB-Pokals per Kopf zum 1:1 gegen den Bünder SV. Zu dem Zeitpunkt war er 44 Jahre und 164 Tag alt – damit ist Lambertin der älteste Torschütze der Pokalhistorie, gefolgt von Claudio Pizzaro.

„Leider ging das Spiel noch 1:3 verloren. Aber ich bekomme heute noch Autogrammkarten geschickt, die ich gerne unterschreibe und dann zurückschicke“, erinnerte sich Lambertin einmal zurück.

Familienfoto Karl Lambertin

Copyright: privat

Jubilar Karl Lambertin mit seinem Sohn Charlie, Enkeltochter Kim und Urenkel Maxim.

Unvergessen auch diese Geschichte: Jahre später, da war er mittlerweile 49, flog Lambertin beim Oberligaspiel Frechen 20 gegen Übach-Palenberg vom Platz, nachdem er dem Schiri buchstäblich in den Hintern getreten hatte, so dass der in die Büsche flog.

Die Story bewahrt Peter Hüsch, ein langjähriger Freund und damaliger Vereinskamerad Lambertins, neben vielen anderen in einem Ordner auf: „Wir waren damals verpfiffen worden“, findet er, „der Schiri hatte zuvor gleich drei unserer Spieler vom Platz gestellt.“

Zeitungsbericht über den Verein Frechen 20

Copyright: Ayhan Demirci

Ein Leben für den Fußball: Mit Frechen 20 feierte Karl Lambertin Meisterschaften, auf dem Bild oben umarmt er seinen Mitspieler Peter Hüsch.

Aufbewahrt sind auch die Berichte über die „furchtbare Zeit“, als bei Frechen 20 innerhalb eines Jahres drei Spieler unter 30 Jahren starben – einer kam bei einem Autounfall ums Leben, einer wurde morgens tot im Bett aufgefunden, einer erlitt einen Infarkt während einer Halbzeitpause. Der Club machte Schlagzeilen als „Deutschlands unglücklichster Fußball-Verein“.

Fotoreporter des EXPRESS: Lambertins buntes Leben

Foto und Lambertin – das gehört in Köln zusammen. Wobei das Geschäft „Foto Lambertin“ eine Gründung von Karl Lambertins Onkel Erich ist. Karl, an der Kamera ausgebildet, heuerte neben dem Fußball parallel als erster Fotograf beim EXPRESS an und war bis Anfang der 1980er Jahre als Reporter auf Achse.

Später eröffnete er mit Fortuna-Legende Jean Löring die unter vielen Kickern angesagten Discotheken „Marco Polo“ und „Landlord“ am Hohenstaufenring, er betrieb eine Modeboutique auf der Minoritenstraße und auch Sportgeschäfte. Lambertin, dessen Frau Elvi vor 17 Jahren verstarb, ist dreifacher Vater und lebt in der Kölner City mit Blick auf den Dom. Die EXPRESS-Redaktion schickt dem Jubilar zum Ehrentag die besten Wünsche!

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„Krasseres Fremdschämen geht nicht“

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