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Armer RheinKölner Ekel-Flut: Die Lage ist schlimmer als gedacht

Sonnenuntergang an der Deutzer Brücke in Köln: Der Rhein ist dreckiger als gedacht.

Copyright: IMAGO/Bonn.digital

Sonnenuntergang an der Deutzer Brücke in Köln: Der Rhein ist dreckiger als gedacht.

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Eine Kölner Studie zeigt das erschreckende Ausmaß der Rhein-Vermüllung: Bis zu 30 Millionen Müllteile passieren die Stadt jährlich.

Unfassbar, wie viel Dreck täglich unter unseren Brücken hindurchtreibt: Laut einer neuen wissenschaftlichen Studie schwimmen jährlich zwischen 19,4 und 30,4 Millionen Müllteile an Köln vorbei Richtung Nordsee – das entspricht bis zu 5,9 Tonnen Abfall pro Tag. Der bisher angenommene Schätzwert von einer Tonne täglich wird damit weit übertroffen.

Erhoben wurden die Daten an der „RheinKrake“ – Deutschlands einziger schwimmender Müllfalle, die im Rhein bei Köln verankert ist. Betrieben wird sie vom Kölner Verein K.R.A.K.E. (Kölner Rhein-Aufräum-Kommando-Einheit) e.V., der Freiwillige, Wissenschaftlerinnen sowie Partner aus Forschung und Umweltbildung zusammenbringt.

Großveranstaltungen verschlimmern die Lage

Das Bild, das die Studie zeichnet, ist bitter: Rund 70 Prozent der gefundenen Gegenstände bestehen aus Kunststoff, mehr als die Hälfte stammt aus dem privaten Konsumbereich. Besonders nach Großveranstaltungen wie Karneval, Silvester oder Messen schnellen demnach die Mengen im Fluss in die Höhe – vor allem durch Feuerwerksreste und Einwegverpackungen.

Die Müllfalle „Rheinkrake“ verhindert, dass der Abfall weiter Richtung Nordsee treibt und sammelt ihn auf.

Copyright: KRAKE e.V.

Die Müllfalle „Rheinkrake“ verhindert, dass der Abfall weiter Richtung Nordsee treibt und sammelt ihn auf.

„Unsere Studie zeigt nicht nur die Menge des Mülls, sondern auch, dass wir in Deutschland eine politische und gesetzliche Lücke haben“, sagt Nicolas Schweiger, Initiator der RheinKrake. Tatsächlich gebe es bislang keine klar geregelte Zuständigkeit dafür, wer für schwimmenden Müll in deutschen Gewässern verantwortlich ist.

„Wir laden alle Kölnerinnen und Kölner ein, gemeinsam mit uns anzupacken“

Das Thema hat laut dem Verein inzwischen auch den Deutschen Bundestag erreicht. Der Petitionsausschuss sehe „Handlungsbedarf“ bei der gesetzlichen Regelung der Verantwortlichkeit für schwimmenden Müll und überwies eine entsprechende Petition an das Bundesumweltministerium – für die Kölner ein Eingeständnis, dass die Rechtslage bislang unzureichend ist.

K.R.A.K.E. e.V. fordert daher stärkere gesetzliche Maßnahmen gegen die Vermüllung von Flüssen und Meeren. „Die Daten, die wir durch unsere Müllfalle erheben, sind unter anderem auch wichtig für die Umweltbildungsarbeit, die wir an Schulen und Firmen leisten. Unser Hauptaugenmerk liegt aber weiterhin im Organisieren öffentlicher Müllsammelaktionen an Land, und wir laden alle Kölnerinnen und Kölner ein, gemeinsam mit uns anzupacken und aktiven Umweltschutz zu leisten“, so Christian Stock, Gründer und geschäftsführender Vorstand des Vereins. (mg)

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