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Gericht lässt Insolvenzantrag zuGaleria-Beschäftigte bangen um ihre Jobs – auch in Köln

Blick auf die Galeria Filiale an der Düsseldorfer Schadowstraße. Galeria betreibt noch 83 Warenhäuser in Deutschland.

Copyright: Rolf Vennenbernd/dpa

Blick auf die Galeria Filiale an der Düsseldorfer Schadowstraße. Galeria betreibt noch 83 Warenhäuser in Deutschland.

Aktualisiert:

Die Warenhauskette steckt erneut in finanziellen Schwierigkeiten. Das zuständige Gericht hat dem Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens inzwischen entsprochen.

Das Amtsgericht Düsseldorf hat das vorläufige Insolvenzverfahren für die Warenhauskette Galeria angeordnet. Das geht aus einer Mitteilung des Gerichts auf dem Portal Insolvenzbekanntmachungen.de hervor.

Zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt wurde der Rechtsanwalt Frank Kebekus. Laut Gerichtsbeschluss (Az.: 502 IN 258/26) ist er nun ermächtigt, Bankguthaben und sonstige Forderungen von Galeria einzuziehen sowie eingehende Gelder entgegenzunehmen. Kebekus begleitete als Sachwalter bereits die Insolvenzverfahren für den Konzern in den Jahren 2020 und 2022.

Erhalten die Beschäftigten Insolvenzgeld?

Die Galeria S.à r.l. & Co. KG hatte am Freitag (2. Oktober) beim Amtsgericht Düsseldorf die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Für das Unternehmen ist es der inzwischen vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren.

Ob und welche Standorte schließen müssen, ist offen. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen soll vorerst weiterlaufen. Die rund 12.000 Beschäftigten müssen nun um ihre Arbeitsplätze bangen. 

Auch in Köln sind die Sorgen groß. Oberbürgermeister Burmester sagte: „Die erneute Insolvenz von Galeria ist eine sehr schlechte Nachricht – vor allem für die Beschäftigten und ihre Familien, die nun schon wieder um ihre Zukunft bangen müssen. Ihnen gilt meine größte Sorge.“ Nach vier Insolvenzen innerhalb von sechs Jahren müsse man sehr deutlich fragen, wie nachhaltig die bisherigen Sanierungskonzepte tätsächlich gewesen seien.

Ob sie Insolvenzgeld erhalten, ist unklar. Das Amtsgericht Essen hat die Planüberwachung für Galeria nach dem letzten Insolvenzverfahren bislang nicht aufgehoben. Im Juni hatte ein Sprecher der Bundesagentur für Arbeit gesagt: „Befindet sich ein Unternehmen weiterhin in der Planüberwachung, kann mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgegangen werden, dass nicht erneut Insolvenzgeld gezahlt werden kann.“

Die Zahlungsunfähigkeit des ursprünglichen Insolvenzfalles dürfe nicht mehr fortbestehen. Bei jeder Prüfung müsse jedoch die konkrete Situation individuell betrachtet werden.

Neue Eigentümer seit 2024

Vor gut zweieinhalb Jahren hatte das Unternehmen, damals noch unter dem Namen Galeria Karstadt Kaufhof, den bislang letzten Insolvenzantrag gestellt. Vorausgegangen war die Schieflage des damaligen Mutterkonzerns Signa.

Im Zuge der Insolvenz mussten damals neun der 92 Warenhäuser schließen. Seit Sommer 2024 gehört Galeria der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma des Unternehmers Bernd Beetz. Die Namen Kaufhof und Karstadt verschwanden aus dem Firmennamen.

Bernd Beetz kritisierte die Geschäftsführung des Unternehmens für den erneuten Insolvenzantrag. Er halte die Insolvenz „grundsätzlich für vermeidbar“, sagte Beetz der „Bild“-Zeitung vom Montag (5. Oktober). „Die Gesellschafter haben Galeria in einer schwierigen Lage übernommen und viel Zeit, Energie und eigenes Kapital investiert, um dem Unternehmen eine Zukunft zu geben. Entscheidend wäre gewesen, die notwendige Transformation konsequenter und schneller umzusetzen.“

Dafür brauche es „insbesondere ein stringentes Warenmanagement, eine klare Sortimentsstrategie und eine deutlich stärkere Kundenorientierung“, sagte Beetz, der rund 25 Prozent an Galeria besitzt. Er gab sich zuversichtlich: „Ein Warenhaus kann auch heute erfolgreich sein - aber nur, wenn es sich deutlich vom Wettbewerb abhebt und operativ exzellent geführt wird.“

Beetz sagte, personelle Entscheidungen müssten jetzt „anhand der Frage getroffen werden, wer das größte Vertrauen von Gläubigern, Mitarbeitern, Lieferanten und möglichen Investoren genießt. Es geht nicht um einzelne Personen, sondern darum, die bestmögliche Führung für die nächste Phase sicherzustellen.“ (dpa/AFP)