Express · Community

Kommentare · 0

Zum Inhalt springen

„Vom Verkauf ausgeschlossen“Galeria-Regale in Köln abgesperrt – das ist der Grund

Ware im Galeria Kaufhaus an der Hohe Straße ist mit Flatterband abgesperrt und darf nicht verkauft werden.

Copyright: KStA Medien

Ware im Galeria-Kaufhaus an der Hohe Straße ist mit Flatterband abgesperrt und darf nicht verkauft werden.

Aktualisiert:

Rot-weißes Flatterband, Zettel an den Regalen – bei Galeria in Köln wirkt es wie auf einer Baustelle. Der wahre Grund hat mit der Insolvenz zu tun.

„Regnet es hier durch?“ Wer gerade bei Galeria Kaufhof in Köln shoppen will, könnte das im ersten Moment denken. Zwischen den Regalen hängen rot-weiße Flatterbänder, einzelne Inseln sind komplett abgesperrt – mitten im laufenden Verkaufsbetrieb.

Auf Zetteln steht zudem der Hinweis: „Diese Ware ist vorübergehend vom Verkauf ausgeschlossen.“ Betroffen sind Markenprodukte, wie hochwertige Kleidung, Spielzeug oder Küchenutensilien.

Kölner Galeria-Kaufhof-Filialen: Waren mit Flatterband abgesperrt – Rolltreppen abgestellt

Der Grund ist simpel und zeigt, wie ernst die Insolvenz-Lage bei Galeria ist: Die abgesperrte Ware gehört dem Konzern gar nicht. Galeria verkauft sie im Auftrag der Hersteller – bezahlt wird oft erst später. Würde jetzt ein Kunde zugreifen, könnte das Geld in der Insolvenzmasse verschwinden, statt beim Lieferanten anzukommen. Also lassen die Firmen den Verkauf kurzerhand stoppen.

Auch sonst häufen sich die Anzeichen der Krise: In vielen Filialen stehen Rolltreppen still. Das spart Strom und senkt Kosten. Gleichzeitig versucht Galeria gegenzusteuern: Seit Mai gibt es 25 Prozent Rabatt auf alles, um Geld in die klammen Kassen zu spülen.

Die gute Nachricht: Galeria teilte inzwischen mit, die erforderlichen Beschlüsse des Amtsgerichts und des Gläubigerausschusses zum Massekredit lägen vor. „Damit ist der kontinuierliche Warenzufluss gesichert“, hieß es in der Firmenmitteilung. Kunden könnten Gutscheine ab sofort wieder einlösen.

Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigte dies der Geschäftsführer einer Kölner Filiale. Noch am Dienstag (20. Oktober) hatte es auf Hinweis an seinen Kassen geheißen, Gutscheine würden vorübergehend nicht eingelöst. Ob und wann die abgesperrten Flächen wieder verfügbar sind, ist allerdings noch nicht geklärt.

Galeria-Kaufhof-Insolvenz: So geht es für die Beschäftigten weiter

Und wie geht es für die Beschäftigten weiter? Nachdem Galeria nach 2020, 2023 und 2024 bereits zum vierten Mal Insolvenz angemeldet hat, war zunächst unklar, ob die Arbeitsagentur erneut mit Insolvenzgeld einspringt. Das ist jetzt geklärt.

Die knapp 10.000 Mitarbeiter bekommen für Oktober, November und Dezember Ersatzlohn von der Arbeitsagentur – grundsätzlich in Höhe ihres normalen Gehalts. Nur Spitzenverdiener über 8400 Euro monatlich erhalten nicht den vollen Betrag. Möglich wird das, weil der aktuelle Insolvenzantrag rechtlich von einer neuen Firma kommt: der „Galeria S.à r.l. & Co. KG“ – 2024 war es noch die „Galeria Karstadt Kaufhof GmbH“. (mt/red)