Galeria: Neue Finanzspritze, doch die Sorgen bleiben groß
Frisches Geld für GaleriaTrotz Millionen-Kredit: Kölner Filialen droht die Schließung

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Galeria-Chef Hellenbock räumt Schwankungen der Liquidität ein.
Eine Finanzspritze für den angeschlagenen Kaufhaus-Riesen: Wie die dpa meldet, bekommt Galeria von seinem Minderheitsanteilseigner Bain Capital ein neues Darlehen. Diese Überbrückungsfinanzierung ist dazu gedacht, die äußerst angespannte finanzielle Lage des Unternehmens zu entschärfen. Zuerst hatte das „Handelsblatt“ darüber informiert.
Laut Angaben des Konzerns fließen 10 Millionen Euro. Es ist nicht das erste Mal, dass der Investor Bain Capital dem Unternehmen unter die Arme greift; schon im Vorjahr wurde ein Darlehen bereitgestellt. „Die Liquiditätslage zeigt harte Schwankungen“, äußerte sich Geschäftsführer Tilo Hellenbock. Er gab sich aber optimistisch, dass sich die Situation wieder normalisieren werde.
Doch die Sorgen bleiben riesig. Erst kürzlich beschwerten sich mehrere Immobilienbesitzer, dass die Zahlungen der Miete für April nicht eingegangen seien. Einer der betroffenen Orte ist der bekannte Standort am Berliner Alexanderplatz, dessen Gebäude der Commerz Real gehört. Es sickerte durch, dass Galeria um eine Stundung der Mieten gebeten haben soll. Eine offizielle Stellungnahme dazu gab es anfangs nicht.
Inzwischen hat das Warenhausunternehmen aber zugegeben, bei den Eigentümern sämtlicher 83 Filialen um einen Zahlungsaufschub ersucht zu haben. Die Mieten, die für März und April fällig waren, sollten auf den Herbst verlegt werden. Dieser Vorschlag stieß allerdings nicht bei allen Vermietern auf Gegenliebe.
Nach Auskunft von Galeria wurden die Zahlungen während der Verhandlungen in manchen Fällen vorübergehend ausgesetzt, sie sollen aber nun geleistet werden. Jene Vermieter, die einem Aufschub zugestimmt haben, bekommen ihr Geld entsprechend im Herbst – und das sogar mit Zinsen.
Weitere Filialschließungen möglich
Die Turbulenzen rund um Galeria nehmen einfach kein Ende. In den vergangenen Monaten gab es immer wieder Aufregung. So musste im Januar Finanzchef Christian Sailer seinen Posten räumen, ohne dass dafür Gründe genannt wurden. Im März kündigte der Konzern dann an, die auslaufenden Pachtverträge für acht Filialen neu aushandeln zu wollen.
Galeria gestand dabei offen ein, dass weitere Schließungen von Warenhäusern im Raum stehen. „Sollte es nicht gelingen, eine für beide Seiten tragfähige Lösung zu erreichen, die allen Parteien eine langfristige Zukunft eröffnet, besteht auch die Möglichkeit von Schließungen“, ließ das Unternehmen verlauten.
Für diesen Ernstfall sollen bereits vorsorglich Gespräche über einen Interessenausgleich sowie einen Sozialplan für die Belegschaft der gefährdeten Filialen anlaufen. Auf der Liste der Wackelkandidaten stehen Kaufhäuser in mehreren Städten: München (Rotkreuzplatz), Berlin (Kurfürstendamm, Hermannplatz) und auch die beiden Kölner Standorte (Hohe Straße, Breite Straße). Ebenfalls betroffen sind Mannheim, Braunschweig und Aschaffenburg. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)
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