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Konzert-Neustart nach Corona Kölle singt: Historiker zieht Vergleich mit Nachkriegszeit

Köln in Trümmern 1945

Köln 1945: Ähnlich wie in der Nachkriegszeit braucht Köln wieder einen emotionalen Neustart. Kann „Kölle singt" das sein? 

Kölle singt gilt für viele Fans und auch für die Lanxess-Arena als Neuanfang nach Corona. 

Köln. Es ist das erste große kölsche Konzert nach langer Zeit der Entbehrung. Wenn „Kölle singt“ am 3. Oktober in der Lanxess-Arena stattfindet, sprechen viele Fans von einem „Meilenstein“ und einem „Neuanfang“ für die kölsche Seele. Aber stimmt das?

Für EXPRESS.de ordnet der Kölner Historiker Reinold Louis das Konzert ein. Er ist ebenso bekannt als Moderator, Sänger und Autor. „Es gibt historisch gesehen noch nicht einmal annähernd etwas Vergleichbares in Köln als Kölle singt“, sagt Louis und zieht Parallelen mit der Nachkriegszeit.

„Damals gab es einfach keinen Platz für eine Großveranstaltung, und die Menschen waren damit beschäftigt, Köln wieder aufzubauen.“ Für ihn steht fest: „Wenn Corona uns nicht in den kommenden Monaten einen großen Strich durch die Rechnung macht, könnte dieses Konzert wirklich ein deutliches Signal des Zusammenhalts werden.“

Louis

Reinold Louis, hier 2019, kennt die Geschichte des kölschen Brauchtums und die rheinische Seele wie kein Zweiter.

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Er hält allerdings den erzeugten Gemeinschaftssinn in der heutigen Zeit für viel größer, als nach dem Krieg. „Björn Heuser macht das auf seine Art und Weise großartig. So wird Gemeinschaft erzeugt. Man kann zusammen singen, aber niemals zusammen sprechen.“

Zusammenhalt, ein romantischer Blick zurück, das Bekenntnis zur kölschen Mentalität – all diese Gefühle würden bei „Kölle singt“ erzeugt.

Übrigens Gefühle, die laut Louis nach dem Krieg auch eine Rolle gespielt hätten. Auch hier wieder ein Vergleich zu Kölle singt: „Damals waren es Gerd Jussenhoven oder Günter Eilemann, die sich vor die Engländer gesetzt haben und Lieder gespielt haben. Die Soldaten nahmen sich in den Arm und konnten nicht genug davon bekommen.“

Björn Heuser vor Publikum

Björn Heuser (hier beim Konzert 2019) wird bald wieder für alle „Kölle singt“-Fans spielen.

Große Vorschusslorbeeren für Björn Heuser und „Kölle singt“. Sieht der Musiker diese Einordnung als Ballast oder mit Freude? „Natürlich mit Freude, und ich bedanke mich sehr“, sagt Heuser. Er schiebt aber hinterher: „Es liegt überhaupt nicht an meiner Person, es ist das Publikum, das diese Veranstaltung so besonders macht. Ich freue mich, wenn ich diesen Chor anstimmen darf, aber das Gefühl erzeugen die Menschen im Publikum.“

Doch auch Arena-Chef Stefan Löcher lässt Björn Heuser rein emotional nicht aus der Verantwortung. „Das ist für uns tatsächlich ein Meilenstein, eine Neueröffnung. Für alle Mitarbeiter ist es etwas ganz Besonderes. Kölle singt ist ganz wichtig, weil es den Weg ebnet für die kommenden Veranstaltungen. Ein unglaublich emotionaler Moment", sagt er im EXPRESS.de-Gespräch. 

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