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Der tiefe Fall des Neco A.Kölner Rocker-Boss in der Türkei verurteilt

Necati „Neco“ A. trägt lange Haare und eine Sonnenbrille.

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Necati „Neco“ A. auf einer undatierten Aufnahme aus den 90er Jahren.

In den 90er-Jahren beherrschte er die Türsteher-Szene und damit die Clubs und das Rotlichtviertel. Zuletzt war er Präsident der Hells Angels in der Türkei. Jetzt ist seine „Karriere“ zu Ende – Knast!

Lange Haare, geschminktes Gesicht, Botox – und im Rolls-Royce in Monaco vorfahren, das Ledertäschchen lässig unter dem Arm. Necati „Neco“ A. (54) inszenierte sich zuletzt lieber als mondäner Geschäftsmann denn als harter Rocker.

Damit ist jetzt Schluss: Ein Gericht in Izmir hat den einstigen Kölner Türsteher-König zu 15 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Schöner Neco kontrollierte Kölner Clubs auf den Ringen

Es ist ein tiefer Fall für einen Mann, dessen Geschichte in Köln begann. Necati A. wuchs in Vingst, Ostheim und Meschenich auf, stieg in den 90er-Jahren zum Anführer der Türsteher-Szene auf. Rund 120 Männer sollen damals zu seinem Umfeld gehört haben. Clubs, Rotlicht, Rocker – sein Name wurde über Jahre zum festen Begriff im Kölner Milieu.

Dann kam der erste Absturz. A. wurde in Deutschland zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Nachdem er einen Teil davon verbüßt hatte, wurde er 2007 in die Türkei abgeschoben. Doch dort verschwand er keineswegs von der Bildfläche. Er wurde Präsident der „Hells Angels Turkey Nomads“ und baute seinen Einfluss in der internationalen Rockerszene aus.

Widersacher sollen immer wieder massiv bedroht worden sein. Selbst ein Kölner Oberstaatsanwalt, der gegen A. ermittelt hatte, stand jahrelang unter Polizeischutz. Denn „Neco“ hatte in einem Telefongespräch einen Mordbefehl für den Ermittler erteilt. Pech: Die Polizei hörte bei dem Gespräch mit.

Auch sein Auftreten veränderte sich. Aus dem bulligen Türsteher wurde der „schöne Neco“. Statt Kutte zeigte er Luxus, pflegte sein Äußeres und präsentierte sich gerne dort, wo die Reichen und Schönen unterwegs sind. Bilder zeigen ihn mit gegelten langen Haaren, offenem Hemd und auffälligen Tattoos. Der einstige Mann an der Clubtür hatte seinen Auftritt längst perfektioniert.

In ganz Europa war die Polizei hinter ihm her

Doch seine Welt wurde immer kleiner. Wegen eines Eintrags im Schengener Informationssystem waren große Teile Europas für ihn tabu. Auch weitere Staaten verweigerten ihm die Einreise. Schließlich blieb vor allem die Türkei. Aus dem international auftretenden Rocker-Boss wurde damit zunehmend ein Mann ohne große Reisefreiheit – obwohl er seinen luxuriösen Lebensstil nach außen weiter demonstrierte.

Am 5. Oktober 2025 flog A. von Belgrad nach Izmir. Dort warteten bereits Ermittler der Abteilung für Organisierte Kriminalität. Noch am Flughafen klickten die Handschellen. Seitdem saß der frühere Rocker-Boss in Untersuchungshaft.

Neco Arabaci sitzt in einem Luxusauto und grüßt seine Follower.

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So begrüßte der Chef der türkischen Hells Angels seine Follower auf den sozialen Kanälen.

Jetzt sprach das 20. Schwurgericht in Izmir sein Urteil: sechs Jahre wegen Gründung und Führung einer kriminellen Vereinigung. Weitere sieben Jahre und sechs Monate erhielt Necati A. im Zusammenhang mit zwei angeschossenen Opfern. Hinzu kamen zwei Jahre wegen unerlaubten Führens einer Schusswaffe. In den übrigen Anklagepunkten wurde er freigesprochen. Zu Prozessbeginn hatten sogar bis zu 35 Jahre Haft im Raum gestanden.

Für „Neco“ ist das Urteil ein harter Einschnitt. Noch vor einem Jahr soll er mit einer wesentlich kürzeren Strafe gerechnet haben. Nun muss der Mann, dessen Name Polizei und Justiz in Köln seit Jahrzehnten beschäftigt, mit einer langen Zeit hinter Gittern rechnen. Seine Vergangenheit in Köln holt ihn damit zwar nicht juristisch, aber als Teil einer jahrzehntelangen Milieu-Karriere wieder ein.