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Piepen, Surren, DröhnenKölnerin stinksauer: Situation ist unerträglich

Lastwagen stehen vor dem Eingangstor zum Blumengroßmarkt in Köln-Riehl. Der wird jetzt vermehrt von Lkw angesteuert. Die Aufnahme wurde am 11. März 2026 um 16.15 Uhr aufgenommen.

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Lastwagen stehen vor dem Eingangstor zum Blumengroßmarkt in Köln-Riehl. Der wird jetzt vermehrt von Lkw angesteuert. Die Aufnahme wurde am 11. März 2026 um 16.15 Uhr aufgenommen.

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Nach der Schließung des Kölner Großmarktes in Raderthal gibt es jetzt in Riehl Beschwerden.

Es ist kurz nach 23 Uhr in der Barbarastraße in Köln-Riehl. Während die meisten Kölner schlafen, rollen mehrere Lastwagen auf das Gelände des Blumengroßmarktes. Motoren dröhnen, Kühlaggregate surren, Rückfahrwarner piepen – laut Anwohnermessungen bis zu 69 Dezibel. Für die Familien gegenüber ist das längst Alltag.

Nach der politisch beschlossenen Schließung des Kölner Großmarktes in Raderthal suchten Obst- und Gemüsegroßhändler einen neuenLagerplatz – teilweise liefern sie jetzt ihre Waren nach Riehl.

Neuer Lagerplatz nach Schließung des Kölner Großmarktes

Ein Unternehmen bewirbt seinen neuen Standort im Internet als „mehr als veritable Alternative“ – für die Anwohnenden der Barbarastraße klingt das wie blanker Hohn.

Denn während der frühere Blumengroßmarkt-Betrieb zeitlich überschaubar war, kennt der neue Lebensmitteltransport kaum Grenzen: Sonntagnacht, 22 Uhr – Lkw fahren vor. Montag, 1 Uhr – noch immer Lieferverkehr. Fotos aus dem März 2026 dokumentieren wartende Laster mit laufenden Motoren.

Eine Anwohnerin hat die Situation in einem detaillierten Beschwerdeschreiben an die Bezirksvertretung Nippes beschrieben. „An sieben Tagen die Woche herrscht auf und vor dem Gelände nunmehr reger Last- und Schwerlastverkehr“, schreibt sie. „Lüften ist akustisch und wegen der Dieselabgase kaum noch möglich.“

Hinzu kommen Verkehrsgefährdungen: Bürgersteige und Fahrradwege würden regelmäßig durch wartende Lkw blockiert. Der Bereich an der Einmündung Boltensternstraße verwandele sich laut Anwohnerin regelmäßig in eine gefährliche Rückstausituation – auf einem viel genutzten Schul- und Freizeitweg.

Auch am Abend herrscht hier noch Lkw-Verkehr.

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Auch am Abend herrscht hier noch Lkw-Verkehr.

Eine erste Beschwerde beim Umwelt- und Verbraucherschutzamt der Stadt Köln wurde zwar entgegengenommen – es wurde jedoch um ein Lärmprotokoll über mindestens zwei bis vier Wochen gebeten. Eine Änderung der Situation sei bisher nicht eingetreten.

Der Blumengroßmarkt Köln eG reagierte auf Beschwerden mit einem Schreiben der Geschäftsführung. Alle Dokumente liegen EXPRESS.de vor. Man habe die Nachtwächter angewiesen, Lkw-Fahrer zum Abstellen von Motor und Kühlaggregat aufzufordern, und prüfe alternative Einfahrtstore.

Gleichzeitig betont die Geschäftsführung: Auf dem Gelände finde seit 1961 nächtlicher Liefer- und Verladeverkehr statt – alles im Rahmen der Genehmigungen für ein ausgewiesenes Mischgebiet.

Für die Anwohnerinnen und Anwohner ist das keine Antwort, zumal der Betrieb zuletzt erheblich zugenommen habe. „Der einzige Ausweg aus derBelastung kann nicht sein, dass Familien neue Wohnungen suchen müssen, die es nicht gibt“, schreibt die Anwohnerin in ihrem Beschwerdebrief.

Klar ist: Die Schließung des Großmarktes Raderthal war eine politischeEntscheidung. Die Folgen davon tragen aktuell Familien in Riehl – jede Nacht. Als nächster Schritt soll der Petitionsausschuss des Landes NRW eingeschaltet werden.

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