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Nach Anschlag am FriesenwallShisha-Chef sichert Lokal – und erzählt vom Fall Max Kruse

Arbeiten an der Shisha-Bar „Amar Lounge“

Copyright: Ayhan Demirci

Die Shisha-Bar „Amar Lounge“ hat einbruchsichere Fenster und Türen einbauen lassen.

Nach der Explosion vor der Sinatra-Bar am Friesenwall gibt es offiziell keine neuen Informationen über die Hintergründe. Derweil gibt es aber Konsequenzen – für den geschädigten Betreiber der Bar.

Disco-König Yahya Firat, der Vermieter des Ladenlokals „Sinatra & Monroe´s“, in dem noch bis vor zehn Tagen Betrieb war, hat dem 32-jährigen Gastronom die fristlose Kündigung schriftlich ausgesprochen. Nach Angaben seines Anwalts habe es vor dem Vorfall Vertragsverletzungen gegeben, auch eine Abmahnung sei in der Vergangenheit erteilt worden.

Jetzt landete unter dem Blick eines Zeugen das Kündigungsschreiben im „Sinatra“-Briefkasten. Auf EXPRESS-Nachfragen reagierte der Gastronom nicht. Nach Angaben der Polizei konnte der 32-Jährige von der Kripo zum Fall befragt werden, jedoch hätten sich daraus keine Erkenntnisse über mögliche Hintergründe der Tat ergeben.

Bar-Mitarbeiter griffen zum Feuerlöscher, um zu helfen

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite des nun geschlossenen Ecklokals befindet sich die Shisha-Bar „Amar Lounge“. Betreiber Xacho K. (36) erzählt, dass seine Mitarbeiter nach der Explosion bei den Nachbarn die eigenen Feuerlöscher gepackt und als erste gelöscht hätten.

Am Montag ließ der Gastronom einbruchsichere Fenster und Rollladen an seinem Laden anbringen. Die Maßnahme habe mit der Explosion vor dem „Sinatra“ aber nichts zu tun. Allgemein habe sich die Sicherheitssituation am Friesenwall und im Viertel negativ entwickelt. In seine Bar sei vor einem halben Jahr eingebrochen worden. Schwerstabhängige Junkies würden sich vor seinem Laden und in den Seitenstraßen tummeln und härteste Drogen konsumieren.

Die schwer beschädigte Bar „Sinatra & Monroe´s“

Copyright: Ayhan Demirci

Blick durch die Eingangstür: Die Bar „Sinatra & Monroe´s“ wurde beim mutmaßlichen Anschlag schwer beschädigt.

Und er berichtet von einem Vorfall vor wenigen Wochen, bei dem auch der ehemalige Bundesliga- und Nationalspieler Max Kruse (u.a. Borussia Mönchengladbach) zu Schaden kam. Der sei einer seiner Stammgäste und habe bei einem seiner letzten Besuche im Viertel geparkt. „Mit Störsendern wurden an dem Abend die Schließanlagen von vier bis fünf Autos manipuliert.“, erzählt Xacho K. Der oder die Täter entwendeten aus den Autos, darunter dem von Max Kruse, diverse wertvolle Gegenstände wie Laptops, Sonnenbrillen und Portemonnaies.

Geärgert hat sich der Gastronom nach der aufsehenerregenden Explosion im „Sinatra“ darüber, dass die Polizei in ihrer von den Medien fast durchgängig übernommenen Mitteilung von einer Shisha-Bar sprach, obwohl es sich um eine Cocktailbar gehandelt habe. „In den sozialen Netzwerken wurde dann entsprechend über Shisha-Bars lamentiert, als gebe es in denen nur Ärger. Das ist aber nicht so. Unter meinen Gästen sind auch Banker aus der Gegend, vor allem aber sind es Menschen, die einfach ausgehen und einen schönen, entspannten Abend haben wollen.“

Ein Polizeiauto mit Blaulicht im Einsatz. (Symbolfoto)
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