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„Ein Abtraum“Flammen-Hölle in Köln: Zirkusfamilie vor dem Aus?

Brand beim Circus Charles Monroe in Köln.

Copyright: Marcus Krämer

Die Flammen waren nicht mehr aufzuhalten. Der Lastwagen der Familie vom Circus Charles Monroe in Köln brannte komplett aus.

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Schock in Köln-Sülz: Ein Feuerinferno bricht beim Zirkus der Familie Monroe aus. Nur durch einen glücklichen Umstand wird die Katastrophe bemerkt.

„Ich laufe hier gerade durch den Schutt und die Asche. Es ist ein Albtraum, der hier heute Nacht passiert ist“, schildert Marco Krämer „EXPRESS.de“. Am Militärring in Köln-Sülz wütete während der Nacht auf Samstag (23. Mai) ein zerstörerisches Feuer. „Meine Eltern, meine Frau, unsere Kinder, wir sind alle fix und fertig und versuchen gerade nur, das Ganze zu begreifen.“

Als Junior-Chef leitet Marco Krämer (32) den Zirkus der Familie Monroe. Es ist die sechste Generation, die den Familienbetrieb führt. Seit 16 Jahren sind sie pausenlos in Köln von Veedel zu Veedel unterwegs. Die Verbindung zur Stadt ist sehr eng. Aber wie es weitergehen soll, weiß die Familie im Moment nicht.

Schock um Mitternacht: Frau des Zirkus-Chefs bemerkt die Flammen

„Wir sind erst mal froh, dass wir körperlich unversehrt geblieben sind. Das war schon richtiger Horror, der hier stattgefunden hat“, so Krämer weiter. Dass niemand zu Schaden kam, ist einem reinen Zufall geschuldet. Seine Gattin und der gemeinsame Sohn waren tief in der Nacht aufgewacht. Ein Blick aus dem Fenster offenbarte den Schrecken: Der Lastwagen brannte lichterloh.

Die Kölner Polizei bestätigt auf Anfrage, dass das Feuer gegen 0.15 Uhr ausbrach. Marco Krämer schildert, er sei sofort aufgesprungen und nach draußen gelaufen, als seine Frau ihn alarmierte.

Alles musste extrem schnell gehen. Insbesondere die Eltern mussten umgehend evakuiert werden. „Die schliefen hier noch nebenan im Wohnwagen, keine drei Meter von dem Brand entfernt“, so der Zirkus-Chef über die heikle Lage. Die Flammen hätten jederzeit auf die Wohnwagen überspringen können, in denen die Familie lebt.

Brand beim Circus Charles Monroe in Köln.

Copyright: Marcus Krämer

Der Lastwagen der Zirkusfamilie brannte lichterloh.

Die Wohnwagen werden mit Gasflaschen geheizt. Wären diese vom Feuer erfasst worden, hätte eine Explosion alles vernichten können. Während seine Frau die Einsatzkräfte verständigte, versuchte Marco Krämer, das Feuer mit einem Löscher zu bekämpfen.

Mit einem Traktor wurde versucht, die Wagen aus dem Gefahrenbereich zu ziehen. „Wir haben ja nur unsere Wohnwagen, das ist unser Zuhause“, erklärt Krämer. Die Feuerwehr konnte das Feuer rasch eindämmen und ein Übergreifen der Flammen auf die Wohnquartiere verhindern. Doch die Konsequenzen für die Zirkusfamilie sind katastrophal.

Lkw ausgebrannt – das Herz des Zirkus ist zerstört

Auch die Einsatzkräfte konnten den Lastwagen nicht mehr retten, er brannte in der Nacht vollständig aus. „Die Zugmaschine ist das Herzstück für unseren Zirkus“, erläutert der Zirkus-Chef. „Die brauchen wir, um unseren ganzen Zirkus mit den Wohnwagen und allem Material von A nach B zu fahren. Das ist überlebenswichtig.“

Brand beim Circus Charles Monroe in Köln.

Copyright: Marcus Krämer

Am Morgen nach der Feuer-Tragödie beim Circus Charles Monroe in Köln-Sülz.

Der Zirkus gastierte seit der Vorwoche in Köln-Sülz. Bis Montag wollte die Familie dort eigentlich Vorstellungen geben. Die Show am Samstag (23. Mai) musste der Zirkusbetrieb Monroe bereits absagen. Auch der Stromgenerator, der das Zelt beleuchtet, wurde ein Opfer der Flammen. Zudem ist viel Löschwasser in das Zelt geflossen.

Familie traumatisiert – War es ein gezielter Anschlag?

Emotional ist die Familie derzeit nicht in der Lage, eine Show zu spielen. Die Erschütterung ist bei allen groß. Marco Krämer: „Es ist eine Katastrophe. Ich bin nur froh, dass niemand verletzt wurde. Aber wie sollen wir lachend in der Manege stehen, wenn wir in der Nacht noch Todesangst erleben mussten?“

Die Familie in der Manege des Circus Charles Monroe in Köln.

Copyright: Marco Krämer

Die Familie in der Manege des Circus Charles Monroe in Köln vor dem schrecklichen Brand.

Die Polizei hat weitere Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. „Wir ermitteln in allen Richtungen“, sagt ein Sprecher der Polizei Köln. Marco Krämer ist sich aber sicher, dass es sich um einen Anschlag auf seine Familie handelte. „Das war kein Brand, der einfach so ausgebrochen ist. Wir vermuten Brandstiftung, auch wenn wir das jetzt natürlich nicht belegen können.“

Für Krämer ist auch der Umstand, dass das Feuer so nah an den Wohnwagen ausbrach, ein Indiz dafür, dass der oder die Täter mehr als nur Sachschaden im Sinn hatten.

Verdacht erhärtet sich: Familie wurde schon einmal bedroht

Erschwerend kommt hinzu, dass es bereits im vergangenen Jahr gebrannt hatte. Anfang 2025. Damals stand das Zirkuszelt in Flammen, als die Wagen im Winterlager in Köln-Porz waren. Von der Tat soll es sogar ein Video geben. Die Familie will den mutmaßlichen Täter auf der Aufnahme erkannt haben. Die Person hatte allerdings ein Alibi für die Tatzeit, das Verfahren wurde daraufhin eingestellt.

Im Vorfeld hatte der Zirkus sogar unter Polizeischutz gestanden, wie sich Marco Krämer gegenüber „EXPRESS.de“ erinnert. Die gesamte Saison 2024 über. Grund dafür waren Drohungen gegen die Familie. Kurz nachdem dieser Schutz ausgelaufen war, kam es zum ersten Brand. Danach war alles ruhig. Bis zu dieser Freitagnacht.

Die Familie steht nun vor dem Ruin. Der Schaden wird auf rund 30.000 Euro beziffert. Wie die Familie das ersetzen soll, ist bislang völlig unklar. „Im Moment heißt es einfach nur, zu funktionieren und irgendwie über die Runden zu kommen“, so Krämer. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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