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Fragen und AntwortenDas müsst ihr zur Kölner „Gen Z“-Demo wissen

Aktualisiert:

Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu den angekündigten Protesten von jungen Menschen in Köln.

Am Samstag, 31. Oktober, werden bis zu 15.000 junge Demonstranten in Köln erwartet. Sie folgen dem bundesweiten Aufruf der Initiative „Gen Z regelt“. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Demo in Köln.

Wo findet die Versammlung statt?

Die Kundgebung soll um 14 Uhr beginnen. Wie berichtet, wurde die Versammlung vom Heumarkt zum Konrad-Adenauer-Ufer verlegt. Dort soll es laut Emma Hübner, einer Kölner Sprecherin der Initiative, auf Höhe der Bastei neben mehreren Reden auch Musik geben. Ob es zu einem Demonstrationszug durch die Stadt kommt, wollen Polizei und Veranstalter am Samstag gemeinsam entscheiden. Nähere Informationen zu einer möglichen Route waren am Freitagnachmittag nicht zu erfahren. Die Versammlung wird laut Polizei mindestens bis in den frühen Abend andauern.

Was fordern die jungen Menschen?

Im Zentrum der Proteste stehen laut „Gen Z regelt“ drei Themenfelder: Bildung, Gesundheit und ein Ende der Wehrpflicht-Debatte. Die jungen Menschen fordern mehr Investitionen in marode Schulgebäude und eine grundlegende Reform des Unterrichtssystems, das sich seit Jahrzehnten kaum verändert habe. Das teilten sie bei einer Pressekonferenz am Freitag in Köln mit. Im Gesundheitswesen beklagen sie den Personalmangel und sinkende Vergütungen für Therapeutinnen und Therapeuten, die den Zugang zu dringend benötigten Therapieplätzen weiter erschweren.

Wie sicher wird die Demo?

Ob es Gewalt und Ausschreitungen geben wird, ist unklar. „Gen Z regelt“ rufe ausdrücklich zum friedlichen Protest auf, hieß es von der Initiative. Der Polizei liegen jedoch auch Hinweise zu Gewaltaufrufen einzelner Gruppierungen und Personen vor, die die Versammlung für Straftaten nutzen wollen. Unter anderem gebe es Aufrufe zu möglichen Brandstiftungen und Sachbeschädigungen. Die Polizei kündigte an, mit zahlreichen Beamtinnen und Beamten, darunter der Bereitschaftspolizei, im Stadtgebiet präsent zu sein.

Wird es weitere Demos geben?

Insgesamt wurden noch sieben weitere Versammlungen zu unterschiedlichen Themen am Samstag in Köln angemeldet, von zwölf bis 25 Teilnehmenden. Eine der Demos haben die Beamten aber besonders im Blick, wie zu erfahren war: Rund 40 Menschen wollen ab 12.30 Uhr auf dem Heumarkt gegen Nazis demonstrieren unter dem Motto „Antifa regelt“. Der Protest wolle sich der Versammlung am Rheinufer im Anschluss anschließen, hieß es aus Polizeikreisen.

Was bedeutet das für den Verkehr?

Schon vor Beginn der Demo soll es voll werden in der Stadt, vor allem rund um den Breslauer Platz am Hauptbahnhof. Die Rheinuferstraße wird laut Polizei auf Höhe der Bastei gesperrt. Mit Verkehrsbehinderungen muss gerechnet werden. Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) kündigten ebenfalls schon an, dass es am Samstag in der Innenstadt zu Ausfällen und Trennungen von Stadtbahn- und Buslinien kommen kann. Servicepersonal soll dort verstärkt im Einsatz sein. Kundinnen und Kunden sollen sich über die KVB-Webseite informieren.

Wie bereitet sich Köln vor?

Die Demonstration fällt auf Halloween – einen Tag, an dem nach Anbruch der Dunkelheit immer viel los ist. Einige Geschäfte in der Innenstadt hatten sich bereits im Vorfeld dazu entschieden, am Samstag zu schließen (siehe Infokasten). Andere verkleideten ihre Schaufenster mit Holz. Auch der Rettungsdienst der Feuerwehr ist mit verstärkten Kräften an Halloween unterwegs: Neun Rettungswagen verlängern ihren Dienst von 12 auf 24 Stunden, drei werden ab dem frühen Abend die ganze Nacht lang zusätzlich  fahren. Auch zwei Notärzte verlängern ihre Schicht auf 24 Stunden. Das teilte die Stadt auf Nachfrage mit. Wie unsere Redaktion erfuhr, sollen auch mehrere Krankenhäuser in der Innenstadt, darunter das Severinsklösterchen und das Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße, nach den Erfahrungen der letzten Jahre am Halloweenabend ihr Personal in den Zentralen Notaufnahmen verstärkt haben.

Was sagt der Oberbürgermeister?

OB Torsten Burmester (SPD) traf sich bereits am Donnerstagabend mit Vertreterinnen und Vertretern des Kölner Jugendrings und weiterer Jugendverbände zu einem Austausch im Rathaus. Im Gespräch sei „eine breite Palette an gesellschaftlichen Themen zur Sprache“ gekommen: von politischer Partizipation, über das Bildungssystem, Wehr- und Freiwilligendienste hin zu Armut und Wohnungsmangel. In der Diskussion sei deutlich geworden, dass sich die junge Generation in diesen Themen von Politik und Öffentlichkeit zu wenig gehört fühle. „Wir waren zwar nicht immer einer Meinung. Aber es braucht den direkten Austausch, damit aus unterschiedlichen Meinungen nicht Ablehnung, Frust oder Wut entstehen“, sagte Burmester im Anschluss an das Treffen. Er habe nun besser verstanden, was die jungen Menschen antreibt und welche Anliegen sie am Samstag in den Fokus stellen. „Alle Teilnehmenden unseres Treffens haben betont, dass sie sich friedliche Proteste wünschen.“ (red)