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Angst vor „Gen Z“-Demo in Köln50-Euro-Gerücht sorgt für zusätzliche Unruhe

Vor der „Gen Z“-Demo, unter anderem in Köln, macht ein Antrag für „Demogeld“ die Runde. Was genau dahintersteckt.

Ein gefälschtes Dokument sorgt kurz vor der „Gen Z regelt“-Demo in Köln an diesem Samstag (31. Oktober) für Verwirrung.

Angeblich zahlt der Staat 50 Euro „Demogeld“ an alle, die teilnehmen. Das Problem: Die Behauptung ist frei erfunden.

50 Euro „Demogeld“ für Teilnahme – Dokument macht die Runde

In sozialen Netzwerken kursiert das Bild eines Dokuments, das angeblich vom „Bundesamt für Gesellschaftlichen Zusammenhalt und Demokratieförderung“ stammt. Demnach solle für die Teilnahme an den bundesweiten Protesten ein „Demogeld“ ausgezahlt werden – wegen Haushaltskürzungen diesmal nur 50 Euro pro Person.

Das Dokument ist eine Fälschung. Das genannte Bundesamt existiert nicht, weder eine Internetrecherche noch das offizielle Behördenverzeichnis des Bundes liefern einen Treffer. Die im Dokument angegebene Website „bafgzd.bund.de“ ist nicht erreichbar.

Das Gerücht, Demonstrierende würden vom Staat bezahlt, kursiert bereits seit Jahren und wurde mehrfach widerlegt, auch in einem Faktencheck der Deutschen Presseagentur (dpa).

Ein möglicher Ursprung ist ein Satiretext der „taz“ aus dem Jahr 2015, in dem scherzhaft behauptet wurde, Antifa-Mitglieder erhielten Geld für Demo-Teilnahmen. Einige Nutzer hatten den Text damals ernst genommen – seitdem wird das Gerücht bei fast jeder größeren Demonstration neu aufgewärmt, aktuell eben bei den „Gen Z-Demos“.

Der Screenshot zeigt den Fake-Antrag für „Demogeld“.

Copyright: Instagram/Screenshot

Der Screenshot zeigt einen Auszug aus dem Fake-Antrag für „Demogeld“.

Köln rüstet sich: Geschäfte verrammelt, Demo verlegt

Die Falschmeldung kursiert ausgerechnet jetzt, wo die Nervosität in Köln ohnehin groß ist. Juwelier Wempe an der Hohe Straße hat seine Schaufenster bereits am Donnerstag (29. Oktober) mit schweren Platten verrammelt, die Starbucks-Filiale in der Gürzenichstraße ist ebenfalls vernagelt, Douglas schließt deutschlandweit zwölf Filialen – darunter laut EXPRESS.de-Informationen auch die auf der Schildergasse.

Eigentümer auf der Schildergasse warnen inzwischen ihre Mieter. In einem EXPRESS.de vorliegenden Schreiben heißt es: „Sofern Sie Räume im Erdgeschoss gemietet haben, steht es Ihnen selbstverständlich frei, weitere Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen. Sollten Sie zudem eigene Mülltonnen haben, so sind diese am Samstag ausdrücklich nicht vor dem Gebäude aufzustellen.“

Für den Protest hatte die Initiative „Gen Z regelt“ ursprünglich eine Kundgebung auf dem Heumarkt angemeldet. Am Donnerstag (29. Oktober) wurde der Ort der Demo verlegt. Die Veranstaltung findet jetzt am Konrad-Adenauer-Ufer statt. Beginn ist weiterhin um 14 Uhr.

Grund für die Verlegung: Die Teilnehmerzahl ist explodiert. Ursprünglich waren 5000 Demonstrierende angemeldet, seit Mittwoch (28. Oktober) rechnen die Veranstalter mit 15.000 Menschen.

Die Initiative „Gen Z regelt" hat für diesen Samstag bundesweit zu Protesten aufgerufen. Laut eigener Website haben bislang mehr als 140.000 Menschen zugesagt, teilzunehmen. Die Initiative fordert unter anderem mehr Geld für Schulen und Psychotherapie, stärkeren Klimaschutz und lehnt die Wehrpflicht ab. (mit dpa)