Blindgänger in Köln-Lindenthal: Warum wird die Bombe nicht am Wochenende entschärft?
Bombenfund in KölnStadt erklärt: Darum wird erst Montag entschärft

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Mitarbeiter des Ordnungsamtes bei einer Evakuierungsmaßnahme (Archivfoto). Am Montag wird in Lindenthal ein Blindgänger entschärft.

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Der Ärger bei einigen Kölnern und vor allem Anwohnern ist groß: Am Freitagabend (8. Mai) wurde bei Erdarbeiten auf einer Baustelle im Bereich „Am Mönchshof" in Köln-Lindenthal eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt.
Entschärft werden soll der Blindgänger aber erst am Montag (11. Mai) – und das sorgt für mächtig Wirbel.
Schulen und Kitas bleiben geschlossen – Evakuierung startet um 9 Uhr
„Da fragt man sich, weshalb die Bombe nicht am Samstag oder Sonntag entschärft wird“, schimpft Sabrina K. (Name geändert) gegenüber EXPRESS.de. „Nein, man macht es lieber Montag, damit Schulen und Kitas geschlossen werden müssen.“
Sie sei froh, nicht in dem Bereich zu wohnen, aber sie fühle mit den Leuten, „die jetzt am Montag gucken können, wie sie ihre Kinder oder pflegebedürftigen Angehörigen und Job unter einen Hut kriegen“.
„Ich bin davon überzeugt, dass die geplanten Maßnahmen – sofern sie denn am Wochenende ausgeführt worden wären – zu wesentlich weniger Problemen und weniger Chaos auf den Straßen geführt hätten. Und so etwas ärgert mich kolossal“, so K.
Doch die Stadt Köln hat eine klare Antwort auf die Kritik. Eine Krankenhausevakuierung bedarf einer intensiven Planung. Mehrere Krankentransporte – auch Intensivpatienten seien dabei. Für die müssten Plätze gefunden werden. Das sei ein hoher logistischer und personeller Aufwand, erklärte ein Sprecher am Samstag auf EXPRESS.de-Nachfrage.

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Der Evakuierungsbereich in Köln-Lindenthal.
Und weiter: Außerdem seien montags viele im Büro oder auf der Arbeit und müssten gar nicht evakuiert werden. So könne man bei der Evakuierung Zeit sparen.
Das St.-Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind liegt mitten im Evakuierungsbereich – einem Radius von 500 Metern rund um den Fundort. Insgesamt müssen rund 4100 Anwohner am Montag ihre Wohnungen und Häuser verlassen.
Für Familien in Lindenthal bedeutet das: Alle Kitas und Schulen im Evakuierungsbereich bleiben am Montag geschlossen. Die Stadt Köln bittet alle Familien, sich rechtzeitig darauf einzustellen. Wer eine Anlaufstelle braucht, findet sie in der Theodor-Heuss-Realschule, Euskirchener Straße 50, in Köln-Sülz – die Notunterkunft öffnet ab 9 Uhr.
Die Evakuierung selbst startet ebenfalls um 9 Uhr am Montag.
Straßensperrungen und KVB-Umleitungen
Auch der Verkehr in der Umgebung wird erheblich beeinträchtigt. Die Kitschburger Straße muss zwischen Dürener Straße und Friedrich-Schmidt-Straße am Montag voll gesperrt bleiben – die Feuerwehr richtet dort den Rettungsmittelhalteplatz für die Krankentransporte aus dem St.-Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind ein. Auch die Dürener Straße selbst ist von Sperrungen betroffen.
Die KVB leitet die Linien 7 und 136 um:
Linie 7 verkehrt aus Richtung Porz kommend bis zur Haltestelle „Dürener Straße/Gürtel“ auf dem normalen Linienweg und wird dann nach Sülz zum Hermeskeiler Platz (Endhaltestelle „Sülz“ der Linie 9) abgeleitet. Aus Richtung Frechen verkehrt die Linie 7 nur noch zwischen der Endhaltestelle „Frechen“ und der Haltestelle „Stüttgenhof“.
Buslinie 136 wird ab der Haltestelle „Dürener Straße/Gürtel“ über den Lindenthalgürtel, die Gleueler Straße und die Militärringstraße in Richtung Else-Lang-Straße umgeleitet. Fahrten, die planmäßig nur bis zum St.-Elisabeth-Krankenhaus gefahren wären, enden an der Endhaltestelle „Deckstein“ der Linie 146.
Den genauen Zeitplan für die Entschärfung selbst gibt es bislang nicht. Wann der Blindgänger am Montag tatsächlich unschädlich gemacht werden kann, ist noch offen.
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