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Bombenfunde in Köln Gefahr im Boden: So viele Verdachtspunkte gibt es im Stadtgebiet

Eine Fünf-Zentner-Bombe liegt in der Schaufel eines Baggers.

Immer wieder Bombenfunde, wie hier am 16. Dezember 2019 in Porz-Westhoven: Eine Fünf-Zentner-Bombe liegt in der Schaufel eines Baggers.

Köln und die Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg: Es fühlt sich an wie eine unendliche Geschichte. Noch heute werden zahlreiche Blindgänger gefunden. Aber: Wie läuft das ab? Und ist der „Spuk“ bald vorbei?

Sie sind potenziell gefährlich. Sie erfordern viel Organisation. Und sie lauern offenbar noch an vielen Stellen in der Stadt: Auch 77 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs halten Bombenfunde die Menschen in Köln weiter auf Trab. In (un)schöner Regelmäßigkeit heißt es: „Vorsicht, Blindgänger!“

Aber warum ist das Thema im Jahr 2022 noch immer so relevant? Kurz gesagt: Weil niemand wissen kann, welche „Überreste“ des Krieges noch unter der Erde lauern! Durch die Bomben der Alliierten, besonders in den Jahren 1944 und 1945, war Köln am Ende des Krieges zu etwa 60 Prozent zerstört, die Altstadt rund um den Dom sogar zu etwa 90 Prozent.

Bomben in Köln: Jede fünfte Bombe im Zweiten Weltkrieg ging nicht hoch

Aber: Etwa jede fünfte abgeworfene Bombe, so schätzt man, detonierte nicht oder nicht vollständig. Je nachdem, ob der Blindgänger noch über einen intakten Zünder verfügt, könnte das aber immer noch passieren. Die Sprengkraft würde immer noch massive Schäden im jeweiligen Veedel anrichten.

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Die Experten: Isabel Ermert, Dr. Eva Kaiser, Marcus Kühlem (v.l.) vom Team Gefahrenabwehr/Allgemeine Ordnungsangelegenheiten des Ordnungsamtes Köln.

Die Experten: Isabel Ermert, Dr. Eva Kaiser, Marcus Kühlem (v.l.) vom Team Gefahrenabwehr/Allgemeine Ordnungsangelegenheiten des Ordnungsamtes Köln.

Um das zu verhindern, wird in Köln aktiv nach den Blindgängern gesucht. Beim Ordnungsamt der Stadt Köln kümmert sich ein Team von Spezialistinnen und Spezialisten im Fachbereich „Gefahrenabwehr/Allgemeine Ordnungsangelegenheiten“ um die Koordination der Suche nach den gefährlichen Funden.

Bombe auf dem Grundstück? Wer bauen will, muss das checken lassen

Die wohl wichtigste Anordnung: Wer in Köln bauen möchte, darf das nicht, ohne sein Grundstück auf die Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg untersuchen zu lassen. Als erster Schritt werden dabei Luftaufnahmen der Alliierten aus dem Krieg ausgewertet, auf die der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) Zugriff hat. Sollte es einen Verdacht geben, kann ein Antrag auf Kampfmitteluntersuchung gestellt werden.

2021 sind bei der Stadt Köln so 1833 Anträge auf Luftbildauswertung eingegangen (2020: 1239 Anträge). Daraus entstanden 123 Fälle mit insgesamt 262 Verdachtspunkten. Wie die Stadt mitteilt, wurden 2021 dadurch 28 Blindgänger gefunden. Hinzu kamen zwölf Blindgänger nach Zufallsfunden.

Köln und die Bomben: Der ewige Kampf geht noch weiter

Von diesen 40 entdeckten Blindgängern hatten 19 noch ein intaktes Zündsystem. In diesen Fällen muss eine Evakuierung angeordnet und organisiert werden. Die Organisation übernehmen wiederum die Experten vom Sachgebiet „Gefahrenabwehr/Allgemeine Ordnungsangelegenheiten“ (Dienststelle liegt im Kalk-Karree) des Ordnungsamtes.

Einsatzkräfte vor dem Krankenhaus in Köln-Lindenthal, das evakuiert werden muss.

August 2021: Nach dem Fund Weltkriegsbombe in Köln-Lindenthal muss auch das Krankenhaus St. Elisabeth evakuiert werden.

Hier werden die wichtigsten Fragen erörtert und ein Plan festgelegt: Wie viele Menschen sind betroffen? Gibt es Personen, die ihre Wohnung nicht verlassen können und mit einem Krankentransport aus der Gefahrenzone gebracht werden müssen? Sind Schulen, Krankenhäuser oder sogar ein Gefängnis betroffen?

Für die Entschärfung, die kontrollierte Sprengung und/oder den Abtransport ist der Kampfmittelbeseitigungsdienst zuständig – und nach Auffassung der Stadt auch weiterhin regelmäßig im Einsatz. „Kampfmittelfunde werden die Stadt Köln und die Bevölkerung auch in diesem und in den kommenden Jahren beschäftigen“, heißt es von Seiten der Stadt Köln.

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