In Rodenkirchen sollte am Dienstag eine Weltkriegsbombe entschärft werden – doch einer der Zünder ist eine harte Nuss. Rund 3000 Menschen sind von der Evakuierung betroffen.
Weltkriegsbombe in KölnProbleme bei Entschärfung – Zünder steckt fest
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In Köln-Rodenkirchen ist am Montagnachmittag (28. September) ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Ein Bürger hatte im Niedrigwasser etwas entdeckt, was eine Bombe sein könnte, und daraufhin das Ordnungsamt alarmiert.
Die amerikanische Zehn-Zentner-Bombe liegt im Bereich des Rodenkirchener Leinpfads auf Höhe der Kirche Alt St. Maternus. Sie verfügt über einen Front- und einen Heckaufschlagzünder. Die Bombe sollte schließlich am Dienstag (29. September) entschärft. Eigentlich. Nachdem um 15.02 Uhr bereits die Freigabe zur Entschärfung erteilt wurde, jetzt die Nachricht: Die Bombe muss gesprengt werden!
Blindgänger in Rodenkirchen: Sprengung an anderem Ort
Wie die Stadt um 16 Uhr bekannt gibt, kann einer der Zünder nicht herausgedreht werden. Daher muss der Blindgänger abtransportiert und an einem sicheren Ort gesprengt werden. „Solange er verlagert wird, bleiben die Sperrungen rund um den Gefahrenbereich des Fundortes bestehen“, so Robert Baumanns von städischen Presseamt. Die Sperrung der A4 werde hingegen aufgehoben.
Für die Entschärfung musste ein Radius von 500 Metern rund um den Fundort geräumt werden. Rund 3000 Menschen waren von der Evakuierung betroffen. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf und das Kölner Ordnungsamt koordinieren den Einsatz. Profis, die schon viele Bombenlagen gewuppt haben.
Zwei Personen hatten die Evakuierung jedoch verzögert, da sie sich zunächst weigerten, zu kooperieren. Sie hätten dann aber doch den Gefahrenbereich verlassen, erklärte die Stadt.
Eine Person habe nach mehrfachem Klopfen freiwillig ihre Wohnung verlassen. Bei einer anderen Person hätten sich Einsatzkräfte via Balkon Zutritt zur Wohnung verschafft und die Person aus dem Gefahrenbereich verwiesen. In beiden Fällen wurden die Personalien aufgenommen, entsprechende Bußgeldverfahren werden eingeleitet.

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Der erste Klingeldurchgang startete in Rodenkirchen gegen 9.35 Uhr.
Gegen 9.35 Uhr startete der erste Klingeldurchgang, der zweite konnte gegen 14 Uhr beendet werden. Auch die Bewohner des Caritas-Altenzentrums St. Maternus wurden evakuiert. Eine Anlaufstelle für Betroffene wurde in der Erzengel-Michael-Kirche, Pfarrer-Te-Reh-Straße 7, 50999 Köln, eingerichtet. Die Kirche befindet sich auf dem Gelände der Diakonie Michaelshoven.
Zwölf Krankentransporte wurden angemeldet. Hinzu kamen die Transporte für die Bewohner der Seniorenpflege-Einrichtung: 14 Personen mussten liegend transportiert werden, 64 Personen sind nur eingeschränkt mobil und mussten gesichert transportiert werden.
Vollsperrung auf der A4 wird aufgehoben
Während die Evakuierung der Bewohner der Altenpflege-Einrichtung andauerte, hatte die Einsatzleitung des Ordnungsamts die Polizei gebeten, die Maßnahmen zur Sperrung der A4 einzuleiten. Die Sperrung des betroffenen Autobahnabschnitts erfolgte ab 14.30 Uhr und wird nun aufgehoben. Auch der Rhein sollte ab 14.30 Uhr gesperrt werden.
Sobald beides gesperrt war, konnte die Freigabe zur Entschärfung erteilt werden. Die Entschärfung selbst, so hieß es, könne mehr Zeit als üblich in Anspruch nehmen, weil der Blindgänger zwei Zünder hat, von denen einer beschädigt ist. Das hat sich jetzt bestätigt.

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Der Blindgänger war von einem Passanten am Rheinufer entdeckt worden. Ein Bagger steht während der Evakuierung am Fundort.
Auch die Straßensperren wurden nach und nach eingezogen. Das betrifft den Kfz-, Rad- und Fußverkehr auf folgenden Straßen:
- Links- und rechtsrheinisch an den Rampen für den Fuß- und Radverkehr auf die Rodenkirchener Brücke
- Militärringstraße/Heinrich-Lübke-Ufer Heinrich-Lübke-Ufer (kurz vor der Rodenkirchener Brücke)
- Rodenkirchener Leinpfad (westlich, kurz vor der Rodenkirchener Brücke)
- Weidenweg (rechtsrheinisch)
- Rodenkirchener Leinpfad (östlich, an der Rodenkirchener Riviera)
- Uferstraße (ungefähr Höhe Hausnummer 11)
- Im Park/Walther-Rathenau-Straße
- Hauptstraße/Walther-Rathenau-Straße/Gudrunstraße Nibelungenweg/Gudrunstraße
- Nibelungenweg (ungefähr Höhe Hausnummer 13/14)
- Schillingsrotter Straße (ungefähr Höhe Hausnummern 9/16)
- Maternusstraße (ungefähre Höhe Hausnummern 31/44)
- Brückenstraße/Maternusstraße/Ringstraße
- Brückenstraße (ungefähr Höhe Hausnummern 41/110)
- Frankstraße (ungefähr Höhe Überführung KVB-Gleise)
- Konrad-Adenauer-Straße/Frankstraße
Dadurch können die KVB-Buslinien nicht mehr durch den Gefahrenbereich fahren. Folgende Haltestellen werden nicht mehr angefahren:
- Heinrich-Lübke-Ufer
- Frankstraße
- Maternusplatz
- Rathaus Rodenkirchen
Dies betrifft die KVB-Linien 130, 131, 134 und 135. Die Stadtbahn-Linien 16 und 17 sind nicht betroffen.
Hier den Evakuierungsbereich in unserer interaktiven Karte ansehen. Einfach die Adresse oben in die Suchmaske eingeben und kontrollieren, ob sie im Gefahrenbereich liegt:
Die Polizei meldet, dass wegen der Entschärfung die Polizeiwache in Rodenkirchen nur eingeschränkt erreichbar ist. Für Notfälle gilt die 110. Sonstige telefonische Anliegen nimmt temporär die Wache in Sülz entgegen.
Ikea bietet Gratis-Frühstück an
Die Ikea-Filiale in Godorf indes weiß, aus dem Fund der Weltkriegsbombe und der Evakuierung einen Nutzen zu ziehen und Kunden anzulocken – mit einer netten Aktion.
Das Möbelhaus bietet am Dienstag ab 9.30 Uhr ein Gratis-Frühstück an, auch für die Betroffenen aus Rodenkirchen. Einzige Bedingung: Kunden müssen das Reel an der Kasse vorzeigen. Das teilte das Team des Möbelhauses auf Instagram mit. (red)
