Seckin Caglar wurde 1991 vergewaltigt und erdrosselt. Ihr Mörder wurde nie gefasst. Jetzt hofft die Kölner Polizei auf den entscheidenden Hinweis.
Cold Case bei „Aktenzeichen XY... ungelöst“Kölner Kommissar: Mörder darf „nicht ungestraft davonkommen“

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Moderator Rudi Cerne „Aktenzeichen XY ...ungelöst“ informierte über den Mord an der Kölnerin Seckin Caglar.
Aktualisiert
Der Mord an der damals 16-jährigen Seckin Caglar aus Köln-Poll – wird er nun endlich gelöst? In der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… ungelöst“ wurde der Fall aus dem Jahr 1991 am Mittwochabend (25. Februar 2026) ausgestrahlt.
Markus Weber, 1. Kriminalhauptkommissar der Kölner Polizei, erhofft sich durch die Ausstrahlung einen – wenn nicht gar den – entscheidenden Hinweis.
Mord an Seckin Caglar: Jeder Hinweis könnte den Durchbruch bringen
Weber sucht nach Zeuginnen und Zeugen, denen damals etwas aufgefallen ist, und fragt: „Wer hat an diesem frühen Abend gegen 18.30 Uhr Beobachtungen gemacht, die etwas mit der Tat zu tun haben könnten?“ Vor allem in der Linie 7 und an den Stadtbahnhaltestellen Salmstraße und Poll-Autobahn. Dort fanden zum Zeitpunkt des Verbrechens Bauarbeiten statt.
Die Polizei hat Hinweise, dass es dort zu sexuellen Belästigungen gekommen sein soll. Daher bittet Markus Weber auch mögliche Opfer, die sich bislang noch nicht bei der Polizei gemeldet haben, dies nun zu tun.
Weber hält es durchaus für möglich, dass der Täter in seinem Umfeld aufgefallen ist. „Es könnte am Tatabend gewesen sein, dass er nicht zu einer Verabredung gekommen ist, oder dass er zu spät nach Hause gekommen ist“, so Weber im Gespräch mit Rudi Cerne.
Weiter führt der Kriminalhauptkommissar aus, dass der mutmaßliche Mörder Verletzungen wie Kratzer an den Händen, Armen und im Gesicht gehabt haben könnte. „Vielleicht ist er auch einige Tage danach nicht zur Arbeit gegangen.“ Auch wenn diese Kleinigkeiten belanglos erscheinen, könnten sie den Durchbruch bringen.

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Seckin Caglar aus Poll wurde im Oktober 1991 vergewaltigt und ermordet.
Dann richtete sich Markus Weber direkt an mögliche Zeugen und Zeuginnen. Mit Blick in die Kamera sagte er: „Wenn Sie, lieber Zuschauer, etwas wissen oder ahnen. Wenn sich vielleicht der Täter Ihnen gegenüber sogar offenbart hat, bitte melden Sie sich.“
Dabei erwähnt der Kommissar auch Seckins Bruder, der als Achtjähriger das schreckliche Drama miterleben musste. Vor knapp drei Jahren hatte sich Basri Caglar bereits mit emotionalen Worten an den Mörder seiner großen Schwester gewandt.
„Für ihn wäre es sehr wichtig, zu erfahren: Wer hat seine Schwester ermordet? Und auch, dass der Täter nicht ungestraft davonkommt“, sagt Weber, der bis heute in engem Kontakt zu Basri Caglar steht.
Erinnerungen an „Cold Case“ Petra Nohl
Dass ein Verbrechen auch nach so vielen Jahren noch aufgeklärt werden kann, zeigt ein anderer Kölner Mordfall. Beim sogenannten Kölner Karnevalsmord wurde der Mörder der damals 24 Jahre alten Petra Nohl nach 35 Jahren zu lebenslanger Haft verurteilt.
Den entscheidenden Hinweis erhielten die Ermittler und Ermittlerinnen auf den Täter nach der Ausstrahlung des „Cold Case“ bei „Aktenzeichen XY... ungelöst“.
Darauf hoffen Markus Weber sowie seine Kollegen und Kolleginnen auch bei Seckin Caglar. Das junge Mädchen wurde am 16. Oktober 1991 Opfer eines Gewaltverbrechens. Seckin Caglar befand sich auf dem Heimweg von ihrer Arbeitsstelle, als sie verschwand.
Ihr Vater, der sie üblicherweise von einer abseits gelegenen Straßenbahnhaltestelle abholte, verpasste sie an diesem Tag knapp. Am Tag darauf wurde ihre Leiche in der Nähe der Haltestelle gefunden: Seckin Caglar wurde vergewaltigt und erdrosselt.

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Markus Weber, 1. Kriminalhauptkommissar der Kölner Polizei, erhofft sich durch die Ausstrahlung einen - wenn nicht gar den entscheidenden Hinweis.
Nach der Tat gingen bei der Familie anonyme Briefe ein, in denen eine Frau vorgab, selbst vergewaltigt worden zu sein und den Täter zu kennen. Erst 20 Jahre später gelang es der Polizei, diese Frau zu ermitteln und mit ihr zu sprechen. Unfassbar: Der Inhalt der Briefe war erfunden.
Um den Tattag nach all den Jahren besser in Erinnerung zu rufen, gab Moderator Rudi Cerne den Zuschauern und Zuschauerinnen noch einen Hinweis. Am Abend spielte die deutsche Fußballnationalmannschaft in der EM-Qualifikation gegen Wales (4:1).
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Die Staatsanwaltschaft Köln hat eine Belohnung von 5000 Euro ausgelobt.
Ansprechpartner für sachdienliche Hinweise ist die Ermittlungsgruppe Seckin Caglar: Tel.: 0221 229-1394 E-Mail: poststelle.koeln@polizei.nrw.de Adresse: Walter-Pauli-Ring 2-6, 51103 Köln. (susa)

