Wehrle genervt Ausbaupläne am Geißbockheim: Harter Rückschlag für den 1. FC Köln

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Das Geißbockheim im Kölner Grüngürtel (hier im Sommer 2017): Wird der FC hier seine Pläne verwirklichen dürfen?

Köln – Die Ausbaupläne des 1. FC Köln im Äußeren Grüngürtel: Es ist das jahrelange Tauziehen zwischen dem 1. FC Köln und einem Bündnis von Grünen, Umweltschutz-Verbänden und einer Bürgerinitiative. 

Noch im Sommer schien der 1. FC Köln mit seinem Vorhaben auf der Siegerstraße, doch jetzt ist die Umsetzung in weite Ferne gerückt. Die neue politische Mehrheit im Rat will die Pläne auf Eis legen.

1. FC Köln: Neue Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat, neue Ansagen

„Wie bitte?", fragen sich da vor allem FC-Fans – und dass den Verantwortlichen im Geißbockheim der Kamm schwillt, dürfte auch kein Geheimnis sein: Schließlich hatte der Stadtrat am 18. Juni entschieden, dass der 1. FC Köln auf der Gleueler Wiese sein Nachwuchsleistungszentrum und drei Kunstrasenplätze bauen darf. Der Flächennutzungsplan wurde von der Bezirksregierung anschließend geändert. Alles schien im Sinne des FC zu laufen.

Doch nach der Kommunalwahl im Herbst ist nun alles anders:  Die Grünen gingen als stärkste Fraktion hervor, die CDU – bislang Befürworter der Ausbaupläne – musste herbe Verluste hinnehmen.

Köln: Grüne, CDU und Volt beschließen Moratorium 

Grüne, CDU und Volt haben sich nun auf eine eine Kooperation im neu gewählten Stadtrat geeinigt. Und ein Moratorium beschlossen, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet. Zwar gibt es einen genehmigten Bebauungsplan – doch es gibt noch keinen Vertrag, mit dem der FC die Gleueler Wiese von der Stadt pachtet. Und der soll auch nicht abgeschlossen werden.

Stattdessen soll dem FC einmal mehr der Alternativstandort „Beller Bogen" in Marsdorf schmackhaft gemacht werden.

1. FC Köln: Kein Pachtvertrag bislang abgeschlossen mit der Stadt Köln

Hat die CDU nun ihre Position geändert, um dem neuen Ratsbündnis anzugehören? Nein, sagt CDU-Chef Bernd Petelkau: „Der FC hat das Projekt selbst versemmelt, weil er den Pachtvertrag nicht abgeschlossen hat. Das kann Politik nicht kontrollieren”, sagt er gegenüber „Bild".

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FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle, hier im Mai beim Spiel gegen Mainz 05, hofft auf die Verlässlichkeit der Kölner Politik.

Vorwürfe, die die FC nicht auf sich sitzen lassen will. Auf der Pressekonferenz am Donnerstag stellte Geschäftsführer Alexander Wehrle klar: „Es war die klare Empfehlung der Verwaltung, die Herr des Verfahrens ist, noch keinen Pachtvertrag zu machen. Deswegen war ich schon sehr irritiert. Wir als FC können alleine keinen Pachtvertrag zur Abstimmung in den Rat geben."

Wehrle weiter: „Mit uns hat von der CDU oder den Grünen keiner besprochen, wir sind jederzeit für einen Dialog bereit. Wir gehen fest davon aus, dass wir weiter die Unterstützung bekommen. Verlässlichkeit ist in der Politik ein ganz hohes Gut.“ 

Alexander Wehrle: 1. FC Köln muss sich verlassen können

Wehrle erinnert daran, dass der positive Ratsbeschluss weiterhin stehe. „Ich gehe fest davon aus, dass die Parteien, die uns unterstützt haben, weiter verlässliche Partner sind. Wir müssen uns auf eine demokratische Entscheidung verlassen können. Wir haben die letzten Jahre sehr, sehr eng mit der Verwaltung zusammengearbeitet, jeder Schritt war abgesprochen."

1. FC Köln: Stadionpacht eigenmächtig gekürzt? Wehrle widerspricht

Gegenüber EXPRESS wies Wehrle auch einen WDR-Bericht zurück, nach denen der FC die Stadionpacht eigenmächtig gekürzt habe – auf nur 25 Prozent (knapp 2,4 Millionen Euro). Der WDR beruft sich dabei auf Informationen aus dem Kölner Rathaus. Normalerweise beträgt die Pacht knapp 9,5 Millionen Euro.

Wehrle: „Seit April, als der Spielbetrieb komplett eingestellt wurde, damals war ja überhaupt nicht klar, ob wir weiterspielen, hatten wir immer einen vertrauensvollen Austausch. Wir haben nichts eigenmächtig entschieden, wir waren in engen Gesprächen mit den Sportstätten und der Verwaltung.“

Das Tauziehen zwischen dem FC und den Ausbau-Gegnern: Es geht abermals in die Verlängerung ...

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