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„Kotzt mich wirklich an“Angst geht um – Hilferuf von Kölner Partymeile

01.07.2022, Köln: ColognePride (CSD-Straßenfest) in der Schaafenstraße. Foto: Uwe Weiser

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ColognePride (CSD-Straßenfest) in der Schaafenstraße. (Archivbild)

Schutzsperren für die Schaafenstraße? Fehlanzeige, sagt die Stadt Köln. Ein Bürger ist entsetzt – und fürchtet das Schlimmste.

Ein Mercedes AMG fährt mit hoher Geschwindigkeit vom Hohenstaufenring kommend in die mit Menschen überfüllte Schaafenstraße, bremst ab – und beschleunigt dann wieder mitten durch die Menge.

So schildert es Anwohner Ralf Winkhaus (50) in einer E-Mail an die Stadt Köln. Der Vorfall soll sich am Samstagabend (15. August 2026) zugetragen haben. In der Nacht soll es noch mehrfach zu ähnlichen Vorfällen gekommen sein. Die Schaafenstraße gilt als die zentrale Partymeile der queeren Szene in Köln – am Wochenende ist sie oft so voll, dass sie kaum befahrbar ist.

Anwohner in Sorge: Forderung nach Sperrung der Schaafenstraße

Genau das mache sie nach Winkhaus’ Ansicht zu einem Hochrisiko-Ort: Fahrzeuge könnten ungehindert in die Straße einfahren und durch die Menschenmassen fahren.

In seiner Mail vom 18. August 2026 an die Stadt und Oberbürgermeister Torsten Burmester fordert er, die Straße an Wochenenden zu späteren Zeiten mit Schutzbarrieren zu sperren.

Die Stadt Köln sieht sich dafür allerdings nicht zuständig. In einem Antwortschreiben, das EXPRESS.de vorliegt, verweist das Amt für öffentliche Ordnung auf die Rechtslage: Für die „Prävention von insbesondere sogenannten Überfahrtaten“ sei nicht die Stadt als Ordnungsbehörde zuständig, sondern laut Polizeigesetz NRW die Polizei. Ein vom Städtetag NRW in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten aus dem November 2025 bestätigt diese Sichtweise.

Bisherige Überfahrsperren – etwa bei Karnevalsumzügen, dem CSD-Straßenfest oder den Kölner Lichtern – habe die Stadt „bislang nur als freiwillige Leistung“ errichtet, ohne dass daraus eine rechtliche Verpflichtung entstehe.

Eine Begründung, die Winkhaus auf die Palme bringt. Sein Vorwurf: Die Stadt würde sich wegducken. Er verweist darauf, dass an Wochenenden früher schon Teile der Schaafenstraße gesperrt wurden und dass bei Weihnachtsmärkten oder rund um das Stadion regelmäßig Straßen abgesperrt würden.

Erstmal keine Änderung: Schaafenstraße bleibt offen

„Es ist nicht nachvollziehbar, dass die Stadt Köln die dortigen Zufahrten Hohenstaufenring/Schaafenstraße und mindestens Balduinstraße/Schaafenstraße samstags abends einfach absperren lässt. Sorry, das kotzt mich wirklich an“, ist Winkhaus wütend.

Für die Menschen, die am Wochenende auf der Schaafenstraße feiern, ändert sich durch den Schriftwechsel zunächst nichts: Ohne Sperren bleibt die Straße weiterhin offen für Fahrzeuge, während sich Fußgänger und Autos den Platz teilen.