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Abschied mit vielen TränenKölner Gastro-Ehepaar gibt nach 44 Jahren auf

Mario de Petris steht mit seiner Frau Sne im Restaurant „Da Mé“.

Copyright: Marcel Schwamborn

Koch Mario de Petris (r.) nimmt mit seiner Frau Sne Abschied von den Kölner Stammgästen. Ende August schließen beide ihr Restaurant „Da Mé“ im Schatten der Oper.

Aktualisiert:

Das Gastro-Ehepaar Mario und Sne de Petris verabschiedet sich nach über 40 Jahren aus Köln. Zuletzt hatten beide das Restaurant „Da Mé“ hinter der Oper betrieben.

Die Szenerie wiederholt sich fast im Minutentakt. Immer wieder kommen Gäste in das „Da Mé Primi é Vini“ im Schatten der Kölner Oper, fallen Sne de Petris um den Hals und verabschieden sich mit persönlichen Worten. Die Gastronomin kämpft mehrmals mit den Tränen.

„Das ist alles sehr schwer und emotional für mich“, sagt die 66-Jährige aufgewühlt zu EXPRESS.de. Nach 44 Jahren in der Gastronomie ist für die Kroatin und ihren italienischen Mann Mario die Zeit des Abschieds gekommen.

„Da Mé Primi é Vini“: Restaurant schließt nach über zwölf Jahren

Am Samstag (29. August 2026) ist der letzte offizielle Tag im familiären italienischen Restaurant in der Neuen Langgasse. Sonntag und Montag kommen dann noch einmal alle Freunde, um ein letztes Glas zu trinken. Dann ist das Lokal Geschichte. Die Stammgäste, die 80 Prozent der Besucher ausmachten, sind wie die Betreiber todtraurig.

Seit 1970 lebt das Paar in Deutschland, seit 1982 sind beide in der Gastronomie tätig. Angefangen haben sie in Kerpen‑Türnich. Im „Amato mio“ in der Benesisstraße fassten beide für sieben Jahre Fuß in Köln. Es folgten 18 erfolgreiche Jahre im „Il Carpaccio“ in der Lindenstraße. Über zwölf Jahre stand Mario de Petris nun im „Da Mé“ in der Küche.

„Ich bin 68, koche leidenschaftlich gern hausgemachte Pasta, Fisch und Fleisch. Aber in meinem Alter geht es nicht mehr, täglich zehn Stunden in der Küche zu stehen“, sagt der bekannte Gastronom. „Ich habe zweieinhalb Jahre nach Personal gesucht, das mich entlasten könnte, aber niemanden gefunden.“

Blick auf das Restaurant „Da Mé“ in Köln.

Copyright: Marcel Schwamborn

Das italienische Restaurant „Da Mé“ mitten in der Kölner Innenstadt. Nach über zwölf Jahren schließen die Betreiber.

Vor einigen Jahrzehnten habe es noch viele großartige italienische Köche in Köln gegeben. „Die Zeiten, in denen viele Italiener zum Arbeiten nach Deutschland gekommen sind, sind jedoch vorbei. In ihrem Heimatland verdienen sie inzwischen genauso viel. Alle, die sich bei uns beworben haben, hatten nicht das erhoffte Niveau. Ich bin da Perfektionist und weiß, wie das Essen in meiner Heimat schmecken muss“, sagt der 68-Jährige.

Der 35-jährige Sohn hat zwar gelegentlich gekellnert, hat jedoch einen anderen Beruf. Die 31-jährige Tochter lebt in Australien. „So bleibt uns nichts übrig, als das Lokal aufzugeben“, sagt die Gastgeberin und wischt sich wieder die Tränen weg. „Wir haben das hier mit Herz gemacht. Unsere Gäste waren wie Familienangehörige für uns, wir waren mit allen per Du. Das tut sehr weh“, ergänzt ihr Mann.

Ramen Kagetsu kommt in das Lokal an der Kölner Oper

Eins ist besonders skurril. Über 13 Jahre hat das Paar gewartet, dass der Umbau der Oper beendet wird. Jahrelang mussten sie den Baulärm vor der Tür ertragen. Drei Wochen vor der geplanten Wiedereröffnung der Skandal-Baustelle schließen sie nun ihr Restaurant.

Nicht nur die Suche nach Personal gestaltete sich schwierig. „Wir haben auch versucht, ein anderes italienisches Lokal zu finden, das uns beerbt. Auch da wurden wir nicht fündig.“ Stattdessen übernimmt mit Ramen Kagetsu eine der größten Ramen-Ketten Japans mit mehr als 250 Filialen weltweit die Räumlichkeiten. Für das Ehepaar de Petris geht es Mitte September erst mal Richtung Apulien, in die Heimat des Kochs.

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