Was für eine Partie! Die Kölner Haie haben in Spiel vier des Viertelfinals, das zu einem Overtime-Krimi wurde, gegen die Schwenninger Wild Wings das Halbfinal-Ticket gebucht.
Da war alles drinOvertime-Krimi mit 104 Minuten: Kölner Haie buchen Halbfinal-Ticket

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Heimspiel, ausverkaufte Lanxess-Arena: Die Kölner Haie haben am Dienstagabend den Halbfinal-Einzug in den DEL-Playoffs perfekt gemacht!
Im Overtime-Krimi gegen die Schwenninger Wild Wings entschied Jan Luca Sennhenn das vierte Spiel der Viertelfinal-Serie erst in der 104. Minute (in der 3. Overtime) mit seinem Distanzschuss von der blauen Linie. Um 23.38 Uhr explodierte die Stimmung in der Lanxess-Arena.
DEL-Playoffs: Kölner Haie werfen Schwenningen raus
Gegen wen es nun im Halbfinale zur Sache geht, steht noch nicht fest, alle drei anderen Viertelfinal-Serien gehen noch mindestens in ein 5. Spiel. Das könnte zum großen Vorteil für den KEC werden, der sich jetzt erst einmal bis zum 8. April ausruhen kann.
Haie-Trainer Kari Jalonen sagte nach dem Spiel glücklich bei MagentaSport: „Das ist das echte Hockey. Das Hockey-Spiel ist so. Man muss physisch und mental sehr stark sein. Wir haben immer darüber geredet, dass nur ein Schuss das Spiel entscheiden kann.“
Auch Siegtorschütze Sennhenn war im Anschluss sichtlich gelöst: „Es ist ein unglaubliches Gefühl, gerade jetzt nach der Verlängerung. Ich schieße nicht allzu viele Tore, aber dann wahrscheinlich die relativ wichtigen.“ Den Verlauf der Partie gibt es hier noch einmal zum Nachlesen:
Kölner Haie - Schwenninger Wild Wings 2:1 (0:0 | 1:0 | 0:1 | 0:0 | 0:0 | 1:0) | 3. Overtime
Tore: 1:0 Russell (24.), 1:1 Höfflin (58.), 2:1 Sennhenn (104.)
Die Kölner Haie haben die Best-of-seven-Serie gegen die Schwenninger Wild Wings mit 4:0 gewonnen.
1. Drittel: Nach rund fünf Minuten flogen dann schon die Fäuste! Kevin Niedenz und William Weber sowie Veli-Matti Vittasmäki und Tyson Spank lieferten sich die erste heiße Szene des Abends. Niedenz und Weber bekamen jeweils fünf Minuten wegen Fighting, Spink sogar zehn Minuten wegen provozieren einer Strafzeit. Es ging im Fünf-gegen-fünf weiter.
In der 12. Minute musste Juhani Tyrväinen wegen Behinderung auf die Strafbank, die erste Unterzahl der Partie überstand der KEC ohne Gegentreffer. Dann gab es den nächsten Kampf! Tyrväinen und Jordan Swarz entledigten sich an der Band ganz schnell ihrer Handschuhe und gingen in den Infight. Die Referees gingen recht zügig dazwischen und schickten beide mit Fünf-Minuten-Strafen frühzeitig in die Kabinen.
2. Drittel: Durch die Strafe gegen Tyson Spink (zu viele Spieler auf dem Eis) aus dem 1. Drittel starteten die Haie in Überzahl in den mittleren Spielabschnitt – allerdings ohne Ertrag. Die nächste Powerplay-Chance ließ aber nicht lange auf sich warten. Weil sich Tyrväinen durch den hohen Stock von Kyle Platzer verletzte, musste der Schwenninger vier Minuten zuschauen.
Und diesmal klingelte es auch! Louis-Marc Aubry hielt die Scheibe hinter dem Wild-Wings-Kasten und wartete auf die passende Anspielstation. Die kam dann in Person von Russell auch eingelaufen, der mustergültig von Aubry bedient wurde und zum 1:0 für die Haie traf (24.). Nur rund eine Minute später kam der KEC (weiter in Überzahl durch die 2+2-Strafe) zu einer Doppelchance auf das 2:0, aber beide Male parierte Joacim Eriksson überragend. Danach war Schwenningen wieder vollständig.
Die Partie ließ in ihrer Härte aber in nichts nach, schon wieder war Tyrväinen in einer Rangelei involviert, dieses Mal mit Tylor Spink. Beide mussten wegen übertriebener Härte auf die Strafbank. Deswegen ging es in normaler Besetzung weiter. Die großen Chancen für die Gäste blieben unterdessen aus, gegen Ende des 2. Drittels wurden die Wild Wings aber wieder etwas zwingender im Spiel nach vorne. Die nicht allzu gefährlichen Schüsse waren bis dato aber kein Problem für Kölns Goalie Janne Juvonen.
3. Drittel: Zu Beginn des 3. Drittels hatten die Haie dann Glück, denn Schwenningens Alexander Karachun traf bei einem guten Vorstoß nur die Latte (43.). In der 46. Minute bewahrte Juvonen sein Team mit einem starken Reflex gegen Tyson Spink vor dem Gegentreffer. Danach verwaltete der KEC die Führung wieder besser, allerdings ohne eigene gefährliche Offensivaktionen.
So ging es dann in die letzten fünf Minuten. Weil das Jalonen-Team die Angriffsversuche aber oftmals im Keim erstickte, zog Schwenningen Goalie Eriksson erst 2:40 Minuten vor dem Ende für einen sechsten Feldspieler – das führte zum Erfolg. Etwas weniger als zwei Minuten vor dem Ende traf Mirko Höfflin zum 1:1 (58.). Rund 57 Sekunden vor der Sirene hatte Russell die riesige Chance auf die schnelle Haie-Antwort, scheiterte aber am Schoner von Eriksson.
1. Overtime: Der KEC war sofort deutlich zwingender als noch in den letzten Minuten des 3. Drittels. Aber sowohl MacLeod (61.) als auch Schnarr (62.) und Kaski (63.) scheiterten an Eriksson. Maximilian Kammerer traf in einer 2-auf-1-Situation nur das Außennetz (64.). Auf der anderen Seite wurde ein Schuss von Höfflin gerade noch abgefälscht (65.).
Anschließend war die Partie nicht weniger intensiv, nach einem unglücklichen Zusammenprall blieben Tyrväinen und Uvira auf dem Eis liegen. Der Haie-Profi blutete sogar aus der Nase und musste in die Kabine gebracht werden. In der . Minute gab es dann eine Strafe gegen Tylor Spink wegen Hakens – die große Chance für die Kölner auf den Sieg! Aber der KEC kam nie wirklich richtig in die Formation, somit war Schwenningen wieder komplett. Dafür kam Tyrväinen mit großem Pflaster auf der Nase unter dem Jubel der Fans wieder zurück aufs Eis.
In der 74. Minute gab es dann den hohen Puckgewinn für die Kölner, Bokk konnte Eriksson aber nicht überraschen. William Weber hätte Sekunden vor der Sirene zu Schwenningens Held werden können, traf die Scheibe allerdings nicht.
2. Overtime: Nach knapp zwei Minuten gab es bei den Haien im eigenen Aufbau einen bösen Fehler, Juvonen wehrte den Versuch von Uvira ganz stark ab (82.). Es gab wohl einen medizinischen Notfall in der Arena, deswegen war es einige Minuten still. Kurz darauf stimmten die Kurven aber die nächsten Lieder an. Die Stimmung war aufgrund der engen Partie sichtlich angespannt, Austin schoss dann nach dem Bully nur knapp neben den Kasten (88.).
Auf der anderen Seite kam auch Schwenningen vereinzelt zu Abschlüssen, die Juvonen aber bis dato alle abwehren konnte. Der Finne musste dann sogar mit einem Mega-Save gegen Tim Gettinger zur Stelle sein, sonst hätte es in der 93. Minute im Haie-Kasten geklingelt. Kurze Zeit später versuchte es Tyrväinen mit dem Bauerntrick hinter dem Tor, Eriksson machte die Ecke mit dem Schoner aber frühzeitig zu (94.).
3. Overtime: Die Haie hatten wieder die ersten Abschlüsse, unter anderem war Aubrys Schuss aber zu hoch angesetzt (103.). Und dann kam Jan Luca Sennhenn! Um 23.38 Uhr, also genau vier Stunden und acht Minuten nach Beginn der Partie, fasste sich der KEC-Verteidiger von der blauen Linie ein Herz und traf mit seinem satten Schuss zum 2:1-Sieg (104.)!

