Schlechte Nachrichten für alle Kirmes-Fans in der Domstadt. Das traditionelle Fest in Deutz fällt aus – erneut! Grund ist ein erbitterter Streit.
Schluss mit RummelDarum gibt's in Deutz wieder keine Osterkirmes

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Ein Foto aus vergangenen zeiten: Die Osterkirmes wird in Deutz aufgebaut.
Eine Kölner Tradition wird auch dieses Jahr wieder gebrochen: die Osterkirmes fällt aus!
Jahrzehntelang drehten sich an Ostern – und auch im Herbst – in Deutz die Karussells und duftete es nach gebrannten Mandeln. Erst fand das Spektakel da statt, wo heute die Lanxess-Arena steht. Ab 1996 zog man an die Deutzer Werft um.
Zoff um die Deutzer Kirmes: Wer darf veranstalten?
Am Rheinufer wurde der Rummel, genau wie sein herbstliches Gegenstück, zur festen Größe. Das gefiel nicht jedem Anwohnenden, zog aber jedes Mal massenhaft Besucher an. Im Jahr 2024 zählte man an nur neun Tagen zwischen 90.000 und 100.000 Gäste.
Doch schon 2025 blieb der Platz leer, genauso wie bei der Herbstkirmes 2025 und nun 2026 wieder zu Ostern.
Der Grund dafür ist ein heftiger Zoff um die Konzession. Zwei Firmen kämpfen um das Recht, das Fest zu veranstalten, und nun muss ein Gericht das letzte Wort haben. Der Termin für die Verhandlung vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht (OLG) ist der 22. April 2026. Das ist für die diesjährige Osterkirmes natürlich viel zu spät.
Die Gemeinschaft Kölner Schausteller (GKS) hatte die Kirmes jahrzehntelang ausgerichtet. Doch im Jahr 2024 schaffte es der Schausteller Wilfried Hoffmann aus Leverkusen, die Lizenz zu ergattern. Die Stadt Köln hatte damals ein Losverfahren angesetzt, weil die Bewerbungen als gleichwertig eingestuft wurden. Hoffmann zog das große Los, was bei den Kölner Kollegen für ordentlich Unmut sorgte.
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Anschließend erfolgte die Ausschreibung für die Herbst- und Osterkirmes der Jahre 2025 bis 2030 durch die Stadt. Wieder reichten die GKS und Wilfried Hoffmann ihre Unterlagen ein. Ein Auswahlgremium aus Verwaltungs- und Politikvertretern gab dieses Mal eine Empfehlung für die GKS ab. Ein endgültiger Vertrag kam aber nicht zustande, da die CDU-Fraktion im Kölner Rat weiteren Diskussionsbedarf sah. Zusätzlich wurde eine Rüge gegen das Vergabeverfahren eingelegt.
Anfang 2025 wurde die Zeit vor Ostern knapp, doch eine Entscheidung war nicht in Sicht. Stattdessen gab es 2025 eine Ausweich-Osterkirmes am Rheinufer in Rodenkirchen. Einige Schausteller stellten ihre Buden und Fahrgeschäfte an der „Kölschen Riviera“ auf. Aber als echter Ersatz für das riesige Event in Deutz konnte das nicht herhalten.
Gerichtsstreit: Jetzt entscheidet das OLG Düsseldorf
Hoffmann zog daraufhin vor die Vergabekammer der Bezirksregierung Köln und forderte eine Nachprüfung. Die Kammer befand jedoch, dass alles mit rechten Dingen zugegangen sei. Davon unbeeindruckt legte Hoffmann erneut Beschwerde ein. So eskalierte der Zoff im Sommer 2025 und landete vor dem Oberlandesgericht (OLG) in Düsseldorf, das nun die Vergabe-Praxis der Stadt durchleuchten muss. Bis eine Entscheidung fällt, kann der Zuschlag für die Oster- und Herbstkirmes nicht vergeben werden. Das bedeutet im Klartext: Drei Volksfeste in Deutz fallen aus.
Verknüpft mit dem Zoff um die Vergabe war ein Prozess am Kölner Amtsgericht. Dort ging es um Anschuldigungen wie versuchte Nötigung, Beleidigung, Bedrohung und sogar Körperverletzung. Hoffmann warf vier Leuten aus dem GKS-Umfeld vor, ihn wegen seiner Bewerbung für die Kirmes 2024 bedrängt zu haben. Konkret lautete der Vorwurf: Die Beschuldigten sollen im Februar 2024, einen Tag vor der Vergabe-Entscheidung, auf dem Wiener Platz in Mülheim Druck auf den Leverkusener ausgeübt haben. Ziel sei gewesen, ihn zur Rücknahme seiner Bewerbung zu bewegen. (red)
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