Felix Neureuther hat die Olympischen Winterspiele 2026 für die ARD als Experte begleitet – und in seinem Fazit knallhart mit dem deutschen Leistungssport abgerechnet!
Olympia-FazitNeureuthers knallharte Deutschland-Abrechnung: „Spielen keine Rolle mehr“
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Am Sonntag (22. Februar 2026) enden die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina. Zwei Wochen voller Erfolge, Tränen und unglaublicher Geschichten.
Grund genug für Felix Neureuther (41), ein Fazit unter diese Spiele in Italien zu ziehen – und dabei auch knallhart mit dem deutschen Leistungssport abzurechnen!
Felix Neureuther: „Für mich persönlich wirklich alarmierend“
„Das waren sie also, die Spiele in Mailand und Cortina. Sie waren faszinierend, sie waren berührend, aber auch alarmierend“, begann der ARD-Experte sein Fazit in der „Sportschau“.
Am meisten begeistert hätten ihn die Goldmedaillen-Gewinner Franjo von Allmen (dreimal Gold im Ski Alpin) und Federica Brignone (zweimal Gold im Ski-Alpin).
Neureuther weiter: „Am meisten berührt haben mich die, die es nicht geschafft haben, aber den Mut hatten, es trotzdem zu versuchen. Und es immer wieder genauso tun würden. Lindsey Vonn und Lena Dürr.“
Vonn war trotz eines Anfang Februar erlittenen Kreuzbandrisses bei den Winterspielen trotzdem an den Start gegangen, zog sich bei ihrem Sturz in der Abfahrt allerdings eine Horror-Verletzung zu. Die deutsche Lena Dürr lag im Slalom nach dem 1. Durchgang auf Rang zwei, hatte quasi schon eine Hand an einer Medaille. Im 2. Durchgang fädelte sie allerdings schon am ersten Tor ein – der Traum war jäh geplatzt!
Das mögliche Edelmetall für Dürr hätte die deutsche Medaillenbilanz von Olympia 2026 allerdings auch nur geringfügig aufgebessert. Einen Tag vor dem Ende der Spiele liegt Deutschland im Medaillenspiegel nur auf Rang fünf, Ziel des DOSB war die Top 3.
Die knallharte Abrechnung von Neureuther: „Für mich persönlich wirklich alarmierend: die Situation des deutschen Leistungssports. Wenn man den Eiskanal mal ausgrenzt und den Medaillenspiegel betrachtet, dann spielen wir international einfach keine Rolle mehr.“
Was er damit meint? Nach 111 von 116 Entscheidungen hat Deutschland insgesamt 24 Medaillen geholt (2022 in Peking waren es 27), am Sonntag dürfte im Viererbob der Männer noch etwas dazu kommen. Aber: Nur sieben Medaillen holten die deutschen Athletinnen und Athleten nicht im Eiskanal.
Für den Ex-Profi müsse sich deswegen viel in der Ausbildung deutscher Talente tun. Sowohl in den Verbänden, als auch in der Gesellschaft und der Politik.
„Die entscheidende Frage ist doch: Welchen Stellenwert hat der Sport noch in unserer Gesellschaft? In unserem Bildungssystem, in unserem Fördersystem und in der Struktur. Genau das sind für mich die Punkte, an denen man ansetzen sollte. Wir müssen unbedingt bei den Kindern ansetzen. Sport ist nicht nur gesund, Sport macht auch Spaß.“



