Schauspieler Fritz Karl, der mit der neuen ARD-Reihe „Der Salzburger Krimi“ sein Debüt als Drehbuchautor gibt, erklärt in einem Interview, warum ihn das Thema Handy so sehr „auf die Palme“ bringt.
Fritz Karl klagt über das Thema Handy„Täglicher Kampf in unserer Familie“
Mit „schlechtem Essen und schlechtem Kaffee“ kann man Fritz Karl schon mal die Laune verderben. Doch was den Schauspieler „wirklich auf die Palme bringt, ist das Thema Handy“: „Die Kinder und Jugendlichen heute“ würden durch die Telefone geprägt, beklagt Karl im Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau: „Das Thema Handy ist ein täglicher Kampf in unserer Familie.“ Mit seiner Ehefrau, der Schauspielerin Elena Uhlig, hat er vier Kinder. Besonders mit seinen beiden Söhnen in der Pubertät sei das ein Streitpunkt. Für die zwei jüngeren Töchter hingegen sei das noch kein Thema, erklärt der 58-Jährige.
In seiner Not greift der Familienvater schon mal zu besonderen Erziehungsmethoden: „Als wir nach Griechenland in den Urlaub aufbrachen, sagte ich: 'Entweder die Handys bleiben zu Hause, oder ich bleibe zu Hause'“, gesteht er. Mit Erfolg: „Die Handys blieben tatsächlich zu Hause. Nach zwei Tagen fiel unseren Kindern auf, dass die meisten Leute gar nicht mehr miteinander reden. Im Urlaub setzten sich im Restaurant die Paare an den Tisch, und die meisten legten erst mal das Handy vor sich hin“, schildert der Österreicher.
„Bedrohungen für Leib und Leben gab es schon immer“
Doch nicht nur das Thema Handy verändere die Art, wie Kinder heute aufwachsen. Aus einer früheren Ehe hat Karl zusätzlich drei inzwischen erwachsene Kinder sowie vier Enkelkinder. Im Interview mit der teleschau erklärte er nun, warum seine eigene Kindheit und Jugend deutlich „freier“ gewesen sei: „Früher hatte man als Kind eine wesentlich größere Bewegungsfreiheit - von zwei bis drei Kilometern. Heute sind es 400 oder 500 Meter.“ Dass das heute so anders sei, führt er auf die Ängste in der heutigen Gesellschaft zurück: „Wir leben in einer mit Angst besetzten Zeit, obwohl vieles nicht gefährlicher ist als früher.“ Aus politischer Sicht sei es zwar gefährlich, aber „Bedrohungen für Leib und Leben gab es schon immer“. Karl ist überzeugt, dass Eltern ihren Kindern mehr Selbstvertrauen schenken sollten - und dass es manchmal auch gut sei, ihnen das Handy wegzunehmen.
Das Interview fand anlässlich des Starts der ARD-Krimireihe „Der Salzburg-Krimi: Tod am Wolfgangsee“ (Donnerstag, 26. Februar, 20.15 Uhr) statt. Es handelt sich dabei um eine Neuauflage der Krimiserie „Meiberger - Im Kopf des Täters“. Fritz Karl spielt darin den ermittelnden Kriminalpsychologen Thomas Meiberger. Gemeinsam mit Regisseur Till Franzen schrieb er erstmals auch das Drehbuch. Der zweite neue Fall „Der Salzburg-Krimi: Am seidenen Faden“ wird am Donnerstag, 5. März, ausgestrahlt. Beide Filme sind zudem in der ARD Mediathek abrufbar. (tsch)

