Darija Neprjajewa schnappt sich beim Wechsel die Ski der deutschen Langläuferin Katharina Hennig Dotzler. Der deutsche Teamchef fordert eine Disqualifikation.
Sie hat es gar nicht mitbekommenKonkurrentin klaut deutscher Läuferin die Ski!

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Darija Neprjajewa hat sich bei den Skiern vergriffen – und damit beim deutschen Team für kurzfristiges Chaos gesorgt.
Skiklau bei Olympia! Beim abschließenden 50-Kilometer-Langlauf wäre Katharina Hennig Dotzler beim Wechsel fast ohne Ski dagestanden, hätte ihr Team nicht so schnell reagiert.
Die unter neutraler Flagge startende Russin Darija Neprjajewa hat beim Olympia-Abschluss der Langläuferinnen versehentlich die Skier von Katharina Hennig Dotzler genommen.
Deutscher Teamchef fassungslos: „Ein mittleres Desaster“
„Sowas habe ich auch noch nicht erlebt“, kommentierte Teamchef Peter Schlickenrieder den ungewöhnlichen Fauxpas im ZDF. Wenn die Skier von der Konkurrentin genommen werde, sei das „ein mittleres Desaster“.
Im Rennen über 50 Kilometer ist es üblich, dass die Sportlerinnen die Skier zwischendurch wechseln. So machte es auch Neprjajewa, nutzte aber die falsche Wechselbox und griff daher zum falschen Material.
Die deutschen Skitechniker bemühten sich um schnellen Ersatz. Rund 20 Kilometer vor dem Ende des Rennens konnte Hennig Dotzler dann ihre Skier wechseln. „Katha hat nichts mitbekommen. Das war just in time“, sagte Schlickenrieder.
Aus Sicht des 56-Jährigen müsse der Zwischenfall für Neprjajewa Konsequenzen haben. „Meiner Meinung nach muss man sie disqualifizieren. Das geht nicht. Das wäre ja dann die nächste Taktik: Dass ich mir ausgucke, wer hat denn in der ersten Runde den besten Ski und nehme mir dann den Ski von der Konkurrentin“, sagte Schlickenrieder. „Das ist, wie wenn man bei der Formel 1 in die falsche Boxengasse fährt, wenn der Ferrari beim McLaren reinfährt.“
Cheftechniker Lukas Ernst schilderte die Situation aus seiner Sicht. „Das Problem war, dass es der letzte Wettkampftag ist. Irgendwann ist einfach Schluss, und das war in diesem Fall fünf Minuten vor dem Start“, sagte er. „Zu diesem Zeitpunkt war das Technikerteam bereits in der Mittagspause, der Wachstruck war im Prinzip heruntergefahren. Wir mussten also alles wieder hochfahren, einen halben Truck neu aufbauen.“
Ernst ergänzte: „Jedes Bügeleisen, jede Wanne, jede Rotorbürste war bereits eingepackt. Da braucht man erst einmal Rüstzeit, bevor man überhaupt wieder anfangen kann, einen Ski zu wachsen. Das war schon eine echte Herausforderung.“ (dpa)

