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„Uns schreiben sie einen Brief“Schnee-Chaos beendet Aufholjagd – Hannawald genervt

Philipp Raimund und Andreas Wellinger im Schnee-Chaos.

Copyright: IMAGO/NTB

Philipp Raimund und Andreas Wellinger verpassten die Medaille denkbar knapp.

Aktualisiert

Wetter-Chaos draußen, große Verwirrung in der Kommentatoren-Kabine. Der neue Super-Team-Wettbewerb der Skispringer nahm ein unschönes Ende.

Schnee-Chaos bei der Entscheidung des neuen Wettbewerbs im Skispringen! Das Event Super Team wurde vorzeitig abgebrochen. Drei Springer standen zu diesem Zeitpunkt noch oben, konnten ihren dritten Sprung nicht mehr zeigen.

In der Schlussphase hatte an der Großschanze in Predazzo heftiger Schneefall eingesetzt. Das noch größere Problem: Mit dem Schneefall hatte auch der Wind extrem aufgefrischt.

ARD-Duo hängt in der Luft: „Wissen die schon mehr?“

Die Jury entschied sich schließlich, das Springen abzubrechen und nur die ersten beiden Durchgänge der Teams zu werten. Bei dem neuen Wettbewerb, der bei Olympia das klassische Mannschaftsspringen ersetzt, treten pro Nation jeweils zwei Springer an, eigentlich in drei Durchgängen.

Leidtragende des Abbruchs waren unter anderem die Deutschen Andreas Wellinger und Philipp Raimund. Einzel-Olympiasieger Raimund hatte im dritten und letzten Versuch nochmal einen starken Sprung auf den Hang gesetzt, zur möglichen Aufholjagd geblasen. Doch als nach ihm der Pole Kasper Tomasiak mit den immer schwieriger werdenden Bedingungen überhaupt nicht zurechtkam, machte die Jury dem Ganzen ein Ende.

Deutschland hätte zu diesem Zeitpunkt nach Polen noch ein weiteres Team überholen müssen, um eine Medaille zu holen, denn Wellinger konnte zuvor in seinem dritten Sprung nicht ganz mit der Weltspitze mithalten. Dadurch, dass letztendlich nur die beiden ersten Durchgänge gewertet wurden, wurde es der undankbare vierte Platz. Dem deutschen Duo fehlten nur 0,3 Punkte auf Bronze! „Es ist die Aufgabe der Jury. Es ist nicht meine Aufgabe. Dass es so knapp ist, tut weh“, sagte Raimund zum Abbruch. „Das ist einfach beschissen“, meinte Wellinger.

Bitteres Ende für Deutschland. ARD-Experte Sven Hannawald begrüßte die Entscheidung dennoch. „Es ist die richtige Entscheidung. Klar ist es tragisch für Deutschland, weil sie dann doch die Situation verbessert hatten, aber so möchtest du keine Medaille gewinnen“, sagte er als Co-Kommentator des Livestreams.

Hannawald und Kommentator Tom Bartels ärgerten sich aber dennoch. Denn während im Hang die Springer schon über ihre Medaillen jubelten, tappte das Kommentatoren-Duo noch im Dunkeln. 

‚Ist da schon was offiziell?‘, fragte Hannawald angesichts der Jubelbilder. „Wissen die schon mehr?“, war auch Bartels ratlos. „Abgebrochen? Wir haben es bis jetzt nicht gehört.“

Hannawald übte sich in Galgenhumor. „Uns schreiben sie einen Brief, der kommt dann übermorgen an, oder?“, fragte er Bartels. Ein Blick auf den Computer gab ebenfalls keinen Aufschluss: „Hier steht ,in progess‘, also der Wettkampf ist noch am Laufen“, berichtete Hannwald. Doch der Wettkampf war beendet.

Gold gewannen die Österreicher Jan Hörl und Stephan Embacher. Silber sicherten sich Pawel Wasek und Kacper Tomasiak aus Polen, Bronze ging an das norwegische Duo Johann Andre Forfang und Kristoffer Eriksen Sundal. (mit dpa)

Helfer blicken beim Ski-Freestyle von oben auf die Rampe.

Heftiger Wind und Schneefall

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