Abo

+++ EILMELDUNG +++ Wie in Pompeji Sensations-Fund in Köln – sogar Rußspuren noch erhalten

+++ EILMELDUNG +++ Wie in Pompeji Sensations-Fund in Köln – sogar Rußspuren noch erhalten

Hass nach Horror-SturzFall Lindsey Vonn spaltet die Ski-Welt

Ein heftiger Zoff ist um sie entbrannt, nachdem ihr Olympia-Traum auf tragische Weise endete.

Ein riskantes Spiel, das Lindsey Vonn verlor – da sind sich fast alle einig...

Die amerikanische Ski-Ikone kam extra für die Winterspiele in Italien zurück in den Wettkampfbetrieb. Dann die krasse Entscheidung: Sie wollte mit einem gerissenen Kreuzband im linken Knie in der Abfahrt antreten.

Journalistin kritisiert Kollegen: „Ratschlag an Lindsey Vonn ist frauenfeindlicher Mist“

Am Sonntag kam es zur Katastrophe: Die 41-Jährige fiel kurz nach dem Start hin und erlitt einen Bruch am linken Unterschenkel. Der Traum von olympischem Gold zerplatzte jäh.

Die ganze Sportwelt war wie erstarrt. Die Zuschauer an der Piste, unter ihnen Rap-Ikone Snoop Dogg, waren schockiert. Bekannte Sportler wie Mikaela Shiffrin und der ehemalige Tennis-Champion Rafael Nadal sendeten sofort Genesungsgrüße.

Im Internet allerdings brach auch ein Sturm der Gehässigkeit und des Spotts los. Der Vorwurf an Vonn: Sie habe selbstsüchtig und leichtfertig gehandelt, einer anderen Sportlerin die Chance verbaut und sei ein negatives Vorbild. Das berichtet der „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Schon im Vorfeld des Rennens war die Diskussion hitzig. Speziell bei der Zeitung „USA Today“ führte der Fall zu einem handfesten Streit im Team. Dort hatte der Kolumnist Greb Graber, der nebenbei als Mentaltrainer für Profis arbeitet, Vonn in einem Text scharf kritisiert. Sie sei über den Höhepunkt ihrer Karriere hinaus und wolle den Absprung nicht schaffen. Mit einem geschätzten Vermögen von 14 Millionen Dollar, so Graber, sei es wohl ihr Selbstbewusstsein, das den ständigen Erfolg benötige.

Vonn feuerte prompt zurück! Sie konterte auf ihren Social-Media-Profilen und warf dem Autor Altersdiskriminierung vor. Es sei „seltsam“, dass er sich über ihre Schmerzen den Kopf zerbreche. Schließlich hatte sie kurz davor im Training mit der Verletzung den 11. Platz erreicht und im Dezember sogar die Abfahrt in St. Moritz gewonnen.

Sogar aus der eigenen Redaktion kam für Graber eine heftige Breitseite. Seine Kollegin Nancy Armour nahm ihn in einem Gegenartikel auseinander. Ihre Schlagzeile: „Dein Ratschlag an Lindsey Vonn ist frauenfeindlicher Mist. Behalte ihn für dich.“ Armour warf ihm vor, seine Kommentare seien arrogant und ahnungslos. Vonn sei auch mit 41 noch spitze und habe das Recht, ihre Laufbahn so zu beenden, wie sie es will.

Und Armour legte noch einen drauf: Graber entlarve sich mit Sätzen wie „Ich bin zwar kein Doktor, aber …“ doch selbst. Zudem rügte sie seine Bemerkung, Vonn sei „schön“. Das sei eine klassische Männer-Perspektive, die bei der sportlichen Leistung völlig fehl am Platz sei.

Auch andere wittern hier eine Doppelmoral. Ein Autor beim „Spiegel“ meinte nach dem Sturz, es sei ausschließlich Vonns Entschluss gewesen. Männliche Athleten wie Rafael Nadal hätten bei ihrer Rückkehr ebenfalls alles riskiert, aber dafür nicht so viel Kritik einstecken müssen. Offenbar gelten für Männer und Frauen unterschiedliche Regeln.

Selbst unter Medizinern herrschte Uneinigkeit. Der DSV-Teamarzt Manuel Köhne machte vor dem Start auf die gewaltigen Gefahren aufmerksam und unterstrich, Vonn müsse die „perfekte Linie“ finden. Zugleich äußerte er aber auch Zuversicht: „Ich traue es ihr zu.“ Vonn habe schon immer das Limit gesucht und kenne den Kurs in- und auswendig. (red)

Felix Neureuther erlebte Lindsey Vonns Sturz live als ARD-Experte mit. (Bild:  BR/Valerio Agolino)

Felix Neureuther über Vonn-Sturz

Es war schwierig, „danach weiter zu kommentieren“