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Trauer um toten Freund (†25)Nicht aufrichtig? Familie erhebt Vorwürfe gegen Olympia-Star

Giovanni Franzoni jubelt mit der Silbermedaille.

Copyright: IMAGO/GEPA pictures

Giovanni Franzoni ist nach seiner Silbermedaille bei der Abfahrt ins Visier der Familie seines toten Freundes geraten.

Aktualisiert

Nach der Silberfahrt von Giovanni Franzoni entbrennt ein geschmackloser Streit. Es geht um seinen verstorbenen Freund und Teamkollegen.

Mit dieser Silbermedaille erlebte Gastgeber Italien den perfekten Start in die Olympischen Spiele. Doch nun liegt ein dunkler Schatten über dem Erfolg von Skirennfahrer Giovanni Franzoni (24).

In der Abfahrt, der allerersten Medaillenentscheidung bei den Spielen in Mailand und Cortina, musste Franzoni nur dem Schweizer Franjo von Allmen (24) den Vortritt lassen. Für Italien war das Edelmetall in einer der Königsdiziplinen der Startschuss in die schon jetzt erfolgreichsten Winterspiele in der Geschichte des Landes.

„Ich bin sein einziger Bruder. Ich war bei seiner Beerdigung“

Seine Silbermedaille widmete Franzoni seinem verstorbenen Freund Matteo Franzoso (†25). Franzoso war im September beim Training in Chile tödlich verunglückt.

Doch nun erhebt die Familie des verstorbenen Skirennläufers schwere Vorwürfe gegen Olympia-Held Franzoni. „Jemand hat behauptet, Matteos Bruder zu sein …“, schrieb Michele Franzoso am Dienstag in einem Instagram-Reel. „Ich bin sein einziger Bruder. Ich war bei seiner Beerdigung. Jemand anderes war nicht da. Das ist egoistisch und respektlos.“ 

Franzonis Namen nannte er nicht, doch in Italien ist man sich sicher, dass nur der Kitzbühel-Sieger gemeint sein kann. Der hatte in der Vergangenheit gesagt, Matteo Franzoso sei wie ein Bruder für ihn gewesen. 

Franzonis leiblicher Bruder verteidigte den Athleten unter dem anklagenden Post. „Er wollte weitermachen, um nicht so viel nachzudenken, aber vor allem, um die Ziele zu erreichen, von denen Matteo und Giovanni gemeinsam geträumt haben“, schrieb Alessandro Franzoni in einem Kommentar, den er offenbar vornehmlich an die trauernde Mutter richtete, die den Post ebenfalls geteilt hatte.

Er erhob seinerseits Vorwürfe: „Ein solches Verhalten bringt ihn nicht zurück. Er könnte auf die bestmögliche Art in Erinnerung gehalten werden. Doch Sie machen das nicht. Sie zeigen lieber mit dem Finger auf einen Athleten, um ihm Schuld zuzuweisen, die er nicht trägt.“

Seinem Bruder ginge es darum, die Erinnerung an seinen toten Freund weiterzutragen und ihn auf die beste Weise zu feiern. „Es geht nicht um mediale Aufmerksamkeit“, stellte er klar. „Sie sollten sich darüber freuen, was Giovanni gemacht hat. Stattdessen sorgen Sie nur für noch mehr Schmerz und Wut.“

Viele Unbeteiligte sind entsetzt über das hässliche Drama. „Diese Polemik ist unnötig und peinlich. Leider ist auch so etwas Teil der Sozialen Medien“, schrieb ein User stellvertretend für zahlreiche weitere, sehr ähnliche Kommentare.

Tatjana Paller posiert für Pressefotos vor Olympia.

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