Michael Schumachers Harley Krimi um verschollenen 90.000-Euro-Chopper - hier steht das Motorrad heute

Michael Schumacher auf dem Prototyp seiner offiziellen Harley-Davidson "MS1 Limited Edition"

11. September 2001, IAA in Frankfurt: Michael Schumacher sitzt auf dem Prototyp seiner offiziellen Harley-Davidson „MS1 Limited Edition“. Ex-Ferrari-Teamchef Jean Todt (r.), Schumi-Manager Willi Weber (2.v.r.) und Vermarkter Oliver Nicolai schauen zu.

2001 präsentierte Michael Schumacher seine Harley auf der IAA. In limitierte Stückzahl sollten weitere Modelle folgen. Doch daraus wurde nichts. Seit 2001 galt das Bike als verschollen - EXPRESS.de hat es entdeckt.

Wildeshausen. Als Formel-1-Legende Michael Schumacher (51) 2001 auf der Frankfurter Automesse IAA den Prototyp seiner Harley-Davidson „MS1 Limited Edition“ präsentierte, staunte das Publikum nicht schlecht.

Die 100-PS-Chopper in Ferrari-Optik sollte 90.000 Euro kosten und wäre damit der teuerste Fanartikel der Welt gewesen. Dann entspann sich ein irrer Krimi um die Schumi-Harley, die seitdem verschollen war. 20 Jahre danach hat EXPRESS.de sie gefunden.

Michael Schumachers Harley Davidson sollte 180.000 D-Mark kosten

Rückblende: Stolz nahm Michael Schumacher am PPM-Stand seines Managers Willi Weber (79) auf seiner „MS1“ Platz und ließ den getunten Harley-Motor (1600 ccm) an. Der bollerte derart los, da zog sogar der extra vom Ferrari-Stand mitgebrachte Scuderia-Teamchef Jean Todt (75) eine Augenbraue hoch.

Das von Gerhard Remmers („Bike-Farm“ in Melle) gebaute Kohlefaser-Chassis in Formel-1-Optik mit höhenverstellbarem Aktivfahrwerk und dreiteiligen Aluminiumfelgen gefiel dem auf Luxus-Kapriziosen abfahrenden Franzosen.

Trotz des aberwitzigen Preises von damals 180.000 D-Mark sah Weber für die Schumi-Harley die Kunden Schlange stehen und tönte: „Ein Araber hat schon vor Veröffentlichung erster Bilder und Preis-Angaben zehn Motorräder geordert.“

Michael Schumachers Harley Davidson hängt an einer Decke im Hotel

Zum Namenszusatz „Limited Edition“ erklärte er, man plane nur so viele Motorräder zu produzieren, wie Schumi in seiner Karriere Siege einfahren werde. Das waren nach seinem fünften Sieg im Großen Preis von Belgien in Spa 52 – doch es blieb am Ende bei dem einen Prototyp.

Michaels Schumachers Harley Davidson „MS1 Limited Edition“ an der Decke der Eingangshalle des Hotels „Wildeshauser Hof“

Der Prototyp von Michael Schumachers Harley Davidson „MS1 Limited Edition“ hängt heute an der Decke der Eingangshalle des Hotels „Wildeshauser Hof“ an der A1 Richtung Bremen.

Und der hängt an der Decke der Eingangshalle des Hotels „Wildeshauser Hof“ (an der A1 Richtung Bremen). Besitzer ist Hotelier Oliver Nicolai (55), der die „MS1“ mit seiner damaligen Marketingagentur „Sign21“ für Weber entwickeln ließ.

Er erinnert sich gut an den Krimi, in dem der neun Jahre später nach der PPM-Insolvenz wegen Anstiftung zur Untreue zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr, sowie 360.000 Euro Geldstrafe verurteilte Weber eine unrühmliche Rolle spielte.

Oliver Nicolai: „Es wurde sogar bei uns eingebrochen“

„Erst hat Herr Weber unseren Vertrag für die MS1 aus Gründen gekündigt, die nachweislich unwahr sind. Dann wurde sogar bei uns eingebrochen, wobei unsere Lizenzverträge gestohlen wurden“, erzählt Nicolai, der auch mit einer Feststellungsklage vor dem Stuttgarter Landgericht scheiterte. „Unser Rechtsanwalt hat leider einen Fehler gemacht, und die Gegenseite konnte fristlos kündigen und sich aller Lizenzverträge entledigen.“

Die wollte Weber an eine neue Marketingfirma seiner Tochter übertragen, das Harley-Projekt wurde aber gestoppt. Nicolai hat seinen Frieden mit der Sache gemacht, doch die „MS1“ in seinem Hotel erinnert ihn jeden Tag an den irren Krimi.

Oliver Nicolai: „Verkaufen würde ich sie nicht unter 500.000 Euro“

Und der sollte eine weitere tragische Wendung nehmen. „Der damalige Interessent war der Sohn von Libyens Staatschef Gaddafi, der uns 250.000 Euro für die MS1 geboten hat. Der wurde später getötet“, erzählt Nicolai. Saif al-Arab Gaddafi (†29) lebte lange in München und starb im April 2011 bei einem Nato-Luftschlag in Tripolis.

Viele seiner Hotelgäste würden staunend zur „MS1“ hochschauen und nach deren Preis fragen, erzählt Nicolai: „Verkaufen würde ich sie aber nicht unter 500.000 Euro.“ Sicher auch zu viel für Corinna Schumacher (52), die sich nach dem Unfall ihres Mannes Ende 2013 ja eher von dessen teuren Spielzeugen getrennt hat.

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