Willi Weber packt aus Schumi-Manager im Interview: „Blut ist dicker als Benzin“

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Willi Weber im Jahr 1997 auf dem Höhepunkt: Der Manager brachte Michael Schumacher zu Ferrari und Ralf zu Jordan.

Stuttgart – Michael Schumachers (51) legendärer Manager Willi Weber (78) hat schon viele Krisen in seinem Leben gemeistert.

Mit seinem Formel-1-Star und Freund Michael, um dessen Gesundheit er seit dessen tragischen Skiunfall Ende 2013 bangt. In seinem Geschäftsleben, in dem er 2008 wegen Veruntreuung zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt wurde. Und gesundheitlich, nachdem er 2017 vier Operationen an der Wirbelsäule ertragen musste. Einen Willi Weber kann die Corona-Krise nicht schocken. Das EXPRESS-Interview.

Herr Weber, wie leben Sie in und mit der Corona-Krise?

Weber: „Gut, danke, ich will mich nicht beklagen. Ich habe die Schmerzen nach meinen vier Rücken-Operationen mittlerweile mit guter Physiotherapie, Ehrgeiz und starkem Willen besiegt. Ich bin derzeit in Stuttgart, weil ich ja nicht auf mein Anwesen auf Mallorca darf. Meine Tochter Christina ist im Büro, lebt aber mit ihren Kindern ziemlich abgeschottet auf der anderen Seite von Stuttgart. Es ist traurig, seine Enkel derzeit nicht sehen zu dürfen.“

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„Stimmt, ich versorge hier die Bewohner und Mitarbeiter des Alten- und Pflegeheims Park Berg mit ein paar Aufmerksamkeiten – zu Ostern zum Beispiel mit einer Ladung Osterhasen. Sie haben sich riesig gefreut.“

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Der langjährige Schumi-Manager Willi Weber brachte eine Wagenladung Osterhasen ins Altenheim.

Welche Informationen haben Sie als Resident über mögliche Urlaubsreisen nach Mallorca?

„Ich weiß erstmal nur, dass ich bis mindestens 9. Mai nicht hinfliegen darf. Es heißt, dass es vielleicht bis in den Juni dauert. Ich habe viele Kontakte zum einheimischen Hotel- und Gastronomie-Gewerbe, der Shutdown ist ein finanzielles Fiasko für sie. Ich tue mich aber auch schwer mit der Vorstellung, wenn man wieder alle Touristen reinlässt. Dann hat man wieder so einen bunten Haufen, und es steht ja keinem auf der Stirn, dass er Corona hat.“

In der Formel 1 soll es trotzdem am 5. Juli in Spielberg mit einem Geisterrennen losgehen. Was halten Sie davon?

„Oh Gott, ich möchte mir nicht ausmalen, was passiert sollte wieder ein Mechaniker positiv sein. Aber natürlich sind Geisterrennen wie Geisterspiele im Fußball unter diesen Umständen die einzige Möglichkeit. Sie müssen wieder Tritt fassen und Zeit gewinnen, um einen Impfstoff zu finden, dass wir vielleicht schon in ein paar Monaten wieder Sport-Highlights mit Zuschauern genießen können. Die Menschen brauchen neben Geld auch wieder Spaß und Zerstreuung, sonst graben sie sich vor lauter Sorgen ein.“

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Ähnlich gehen Sie sicherlich mit dem Schicksal von Michael Schumacher um. Im Sommer erscheint ja die offizielle Dokumentation über seine Karriere. Haben Sie daran mitgewirkt?

„Ja, das Filmteam war ein paar Mal bei mir und hat mich zu verschiedenen Szenen befragt. Ich habe denen auch den Ralf vermittelt, der wollte erst nicht mitmachen, aus welchen Gründen auch immer. Er hat dann doch Stellung genommen, aber nur auf der fahrerischen Seite und nicht im privaten Bereich.“

Aber auch in der Hinsicht hat Ralf ja einiges zu erzählen. Ich erinnere nur an den Bruder-Krieg am Nürburgring...

„Stimmt, das habe ich ja hautnah mitbekommen. Da sind zwei Hitzköpfe aufeinandergetroffen, da hat es oft geknallt. Aber hinterher haben sie sich wieder vertragen. Unser Motto war: Blut ist dicker als Benzin.“

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Haben Sie Kontakt zu Ralf?

„Ja, wir telefonieren öfter. Er hat Michaels altes Kartteam dichtgemacht und ist mit seinem Sohn David zurück nach Hallwang gezogen. Er konzentriert sich jetzt auf den Formel-Sport und Davids Karriere.“

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Nur zu gerne würde Willi Weber die Schumi-Söhne David (l.) und Mick in der Formel 1 gegeneinander fahren sehen.

David träumt wie Cousin Mick von der Formel 1. Träumen Sie schon von der Schlagzeile Schumi III gegen Schumi IV?

„Ja, das wäre allerdings geil. Das wäre zu schön, das noch zu erleben. Ich drücke beiden die Daumen. Ich würde mich wirklich freuen, sie bald auf der Strecke sehen zu dürfen. Ich vermisse den Motorsport.“

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