Max Verstappen findet sich in der neuen Formel 1 nicht zurecht. Der Holländer stellt offen die Zukunftsfrage.
Seit Wochen meckert er nurJetzt droht Verstappen offen mit Formel-1-Aus!
Schmeißt Max Verstappen hin? Das scheint zumindest alles andere als ausgeschlossen. Denn der Rennfahrer hat die Schnauze gestrichen voll.
„Keinen Spaß“ habe er in der neuen Formel 1, schimpfte der Niederländer nach der nächsten Enttäuschung der noch jungen Saison. Verstappen drohte sogar mit einer Flucht aus der Königsklasse des Motorsports: „Irgendwann ist es einfach nicht mehr das, was ich machen will.“
Heftiger Unfall sorgt für Kritik: „Lange davor gewarnt“
Der viermalige Weltmeister stellte bei BBC Radio 5 Live ganz offen die Zukunftsfrage. „Lohnt es sich? Oder genieße ich es mehr, zu Hause bei meiner Familie zu sein, meine Freunde öfter zu sehen, wenn man keinen Spaß am Sport hat?“
Doch warum hat der Holländer keinen Bock mehr auf die Formel 1? Seit Wochen motzt Verstappen quasi im Dauerfeuer über die Autos, die mit ihren Hybridmotoren auf einen hohen Elektroanteil setzen. Auch der Große Preis von Japan, bei dem er nur Achter geworden war, hatte aus seiner Sicht kein besseres Racing zu bieten.
Der frühere Seriensieger ist gefrustet – doch sein derzeit zu langsamer Red Bull spielt dabei angeblich keine Rolle. Er habe „in der Formel 1 nicht nur gewonnen“, sagte Verstappen. Das schlechte Abschneiden könne der 28-Jährige „problemlos akzeptieren“, aber wenn er dabei „nicht die ganze Formel dahinter genießt, fühlt sich das für einen Rennfahrer nicht natürlich an“.
Auf der Strecke müssen die Piloten immer wieder die Energie ihrer Autos aufladen. Was auf der einen Seite zu vielen Positionswechseln führt, ist für Verstappen ernüchternd. „Hier kannst du zwar überholen, aber dann hast du für die nächste Gerade keinen Akku mehr“, sagte er nach dem dritten Saisonrennen: „Du kannst überholen, aber dann wirst du wieder überholt.“
Bei Red Bull besitzt Verstappen einen sehr gut bezahlten Vertrag bis Ende 2028, ein plötzlicher Abschied wäre ein herber Verlust für die Formel 1. Das weiß auch der Niederländer – und setzt den Weltverband FIA unter Druck. „Sie wissen, was zu tun ist“, sagte er mit Blick auf Anpassungen im Reglement.
Diese forderten viele weitere Fahrer nach Suzuka, wenngleich dabei nicht die eigene Zukunft im Sport im Mittelpunkt stand. Der heftige Unfall von Haas-Pilot Oliver Bearman löste eine heiß diskutierte Sicherheitsdebatte aus, auch hier werden die neuen Autos scharf kritisiert. „Wir haben schon lange davor gewarnt, dass so etwas passieren könnte“, sagte Carlos Sainz (Williams) wutentbrannt.
Deutlich schneller als sein Vordermann Franco Colapinto unterwegs, hatte der Engländer Bearman nur gerade so noch ausweichen können und war mit über 300 km/h heftig in die Streckenbegrenzung gekracht. Das nötige Elektro-Management der Wagen kann dazu führen, dass die Fahrer teilweise mit drastisch unterschiedlichen Geschwindigkeiten unterwegs sind. Das sorgt für brenzlige Situationen auf der Strecke.
„Diese Annäherungsgeschwindigkeiten und diese Unfälle waren nur eine Frage der Zeit“, sagte Sainz, „und ich bin mit dem bisherigen Verlauf der Dinge nicht besonders zufrieden.“ Die FIA reagierte prompt, kündigte eine „strukturierte Überprüfung“ an. Mögliche „Anpassungen, insbesondere im Zusammenhang mit dem Energiemanagement, erfordern sorgfältige Simulationen und detaillierte Analysen“, hieß es in der Mitteilung weiter.
Er „hoffe sehr“, sagte Sainz mit Blick auf das nächste Rennen nach der kriegsbedingten Pause in den USA (3. Mai), „dass wir für Miami einen bessere Lösung finden werden“. Verstappen auch. (sid)


