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Boykott-Beben beim ESCWegen Israel: Fünf Länder boykottieren den Song Contest

Eurovision Song Contest (ESC) 2026

Copyright: Max Slovencik/APA/dpa

Einige Länder beteiligen sich nicht am ESC in Wien. (Archivbild)

ESC-Zoff: Fünf Länder boykottieren – so reagieren sie

Riesen-Zoff um den ESC! Fünf Länder boykottieren Wien-Finale – das steckt dahinter

Der Eurovision Song Contest 2026 in Wien wird von einem massiven Boykott überschattet. Gleich fünf Nationen verweigern ihre Teilnahme. Der Grund: Israels Mitwirken. Doch was läuft stattdessen am großen Abend im TV?

Irland, Island, die Niederlande, Slowenien und Spanien werden dem Musik-Event in der österreichischen Hauptstadt fernbleiben. Eine kuriose Wendung gibt es aber beim Voting: Fans aus den Boykott-Nationen können dennoch ihre Stimme abgeben. Diese Votings werden dann mit denen aus anderen Staaten gebündelt, die ebenfalls nicht am Wettbewerb teilnehmen. Die Frage bleibt: Wo ist der Protest konsequent und wo wird er aufgeweicht?

Slowenien: Klares Statement mit Palästina-Filmen

Die slowenische Rundfunkanstalt TV Slovenija zeigt ein alternatives Programm. Anstelle der Musikshow laufen Spiel- und Dokumentarfilme, die unter dem Titel „Stimmen Palästinas“ zusammengefasst sind. Inhaltlich geht es um das Schicksal der palästinensischen Bevölkerung im Gazastreifen sowie dem Westjordanland. Auch die Suche nach einem Dialog zwischen Israelis und Palästinensern wird thematisiert. Die Entscheidung für den Boykott erfährt in dem Land enormen Zuspruch, da eine pro-palästinensische Haltung weit verbreitet ist und durch Israels Vorgehen im Gaza-Krieg zugenommen hat. Widerspruch gibt es kaum.

Irland: Kult-Comedy statt ESC – mit heftigem Nachspiel

Der siebenmalige ESC-Champion Irland zieht die härteste Konsequenz: keine Teilnahme und keine Ausstrahlung im TV. Der Sender RTÉ2 zeigt stattdessen eine Wiederholung der Kult-Sitcom „Father Ted“. Ironischerweise geht es in der Episode um zwei Priester, die mit einem eigenen Song beim Contest mitmischen wollen.

Doch diese Wahl des Ersatzprogramms sorgt für einen handfesten Skandal. Graham Linehan, einer der Autoren der Serie, bezeichnete die Entscheidung als eine „antisemitische politische Geste“ und verlangte daraufhin den sofortigen Rücktritt des Chefs von RTÉ. Linehan steht selbst wegen Äußerungen, die als transphob eingestuft wurden, in der Kritik.

Spanien, Island & Niederlande: So verschieden wird boykottiert

In Spanien füllt die öffentlich-rechtliche Anstalt RTVE die Lücke mit nationalen Klängen. Anstelle des internationalen Events wird die Show „La Casa de la Música“ ausgestrahlt. Dort treten über 20 spanische Acts auf, darunter Stars wie Ana Belén, Mónica Naranjo, Manuel Carrasco oder Metrika.

Island schickt ebenfalls keinen Act nach Wien, zeigt den Contest aber dennoch. Die isländische Rundfunkanstalt RÚV strahlt das Finale aus, allerdings auf dem Spartensender RÚV 2. Das hat wohl weniger mit dem Protest zu tun, sondern mit den Kommunalwahlen, die am selben Tag stattfinden. Die Bekanntgabe der Resultate fällt genau in die Primetime des ESC. Die Entscheidung, nicht teilzunehmen, wird von der isländischen Bevölkerung stark befürwortet.

Und die Niederlande? Der Sender AVROTROS, der normalerweise für die ESC-Beteiligung verantwortlich ist, hat dieses Mal keinen Künstler nominiert. Fans des Wettbewerbs müssen aber nicht in die Röhre gucken. Die öffentlich-rechtlichen Stationen NTR und NOS springen ein, sichern die Ausstrahlung und entsenden sogar zwei Kommentatoren in die österreichische Hauptstadt. (dpa/red)

Während in Wien also die große ESC-Party steigt, gehen fünf Nationen einen anderen Weg. Die Gründe und die Umsetzung des Boykotts könnten dabei kaum unterschiedlicher sein, von kompletter Verweigerung bis zur Übertragung ohne eigene Teilnahme.

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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