Kartbahn-Rettung und Kohle-Ausstieg Die sieben wichtigsten Fragen zur Schumi-Heimat

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So wie hier vor Jahren in Kerpen behalten Corinna Schumacher und die Fans ihren Michael in Erinnerung.

Kerpen – Es sind Entscheidungen historischen Ausmaßes im rheinischen Revier, die wir in diesen Tagen miterleben. Seit über 40 Jahren hat die Rheinbraun bzw. RWE die Abbaurechte im Tagebau Hambach. Jedem Bewohner der Städte Manheim und Morschenich war klar, dass er irgendwann entschädigt wird und umziehen muss – auch Michael Schumachers (51) Kartclub in der alten Kiesgrube im Bürgewald Steinheide.

Dass der Erftlandring jetzt ebenso wie das Dorf Morschenich von den RWE-Braunkohlebaggern verschont wird, ist letztlich den Umweltschützern im Hambacher Forst zu verdanken. Doch wie geht es jetzt für die Beteiligten weiter? EXPRESS beantwortet die sieben wichtigsten Fragen.

Was führte zum RWE-Verzicht auf die Flächen um Morschenich und Steinheide?

In der Bund-/Länder-Vereinbarung vom 16. Januar zum Kohleausstieg wurde RWE die Stilllegung einer Reihe von Kraftwerksblöcken im rheinischen Revier verordnet, die eine Verkleinerung des Tagebau Hambach nach sich zieht.

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Um die neuen Arbeitsböschungen um Hambacher Forst und Steinheide dauerhaft standsicher herzustellen, müssen Abraummassen aus dem Gebiet der Ortslage Manheim-alt gewonnen werden. Die Ortslage Morschenich-alt und auch das Kartbahn-Gelände müssen entgehen ursprünglicher Planungen nicht bergbaulich in Anspruch genommen werden.

Hier lesen Sie mehr: Dank Hambacher Forst: Michael Schumachers Kartbahn ist gerettet.

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Die von RWE verlegten Tagebau-Grenzen (rote Linie) verschonen den Ort Morschenich und den Bürgewald Steinheide samt Kartbahn. Der Ort Manheim muss zur Abraumgewinnung für die Tagebauböschungen weichen.

Können die Morschenicher Bürger in Ihre verlassenen Häuser zurückkehren?

Nein, die ursprünglich 450 Bewohner des zu Merzenich gehörenden Dorfes wurden wie die 1780 von Manheim von RWE entschädigt und haben sich in Morschenich-neu ein neues Haus gebaut oder sind anderweitig umgezogen. Ihr altes Dorf ist jetzt wie Schumis Heimatort ein Geisterdorf.

„Die Seele des Ortes ist schon am neuen Standort“, sagt Merzenichs Bürgermeister Georg Gelhausen (CDU). Er hat für Morschenich-alt die Vision eines „wissenschaftlichen Standorts, an dem wir auch die Themen Natur, Klimawandel und Wald bespielen“. Dafür möchte er RWE als Unterstützer gewinnen, die von dort die Rekultivierung des Tagebau Hambach steuern könne. Kern wäre ein Bioökonomie-Projekt mit dem Forschungszentrum Jülich.

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Das Geisterdorf Morschenich bleibt dank der zahlreichen Proteste für den Erhalt des Hambacher Forst bestehen.

Was passiert mit Schumis Heimatort Manheim-alt?

Die Wohn- und Geschäftshäuser sowie Gaststätten wie Schumis Kultkneipe „Roter Hahn“ sind verlassen und schon weitgehend abgebrochen. Die St. Albanus-und-Leonhardus-Kirche ist entweiht, die Gräber auf dem Friedhof  sind bereits umgebettet. Schumi-Mama Elisabeth (†2003) hat ihre letzte Ruhe aber nicht auf dem Friedhof von Manheim-neu, sondern in Nörvenich-Vettweiß gefunden. Da wohnt Schumis alter Kumpel Heribert Füngeling.

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Umweltschützer demonstrierten im Mai 2019 vor der Manheimer Kirche für den Erhalt der Dörfer und des Hambacher Forsts.

Was wird aus Schumachers Elternhaus?

Das Anwesen  liegt oberhalb der alten Kiesgrube und soll wie die Kartbahn von den Baggern verschont bleiben. Die zwei Häuser, in denen bis zu ihrem Tod Oma Anna, Mutter Elisabeth und Onkel Karl-Heinz lebten, hatte Ralf Schumacher (44) renoviert, im Zuge des heranrückenden Tagebaus aber eine Übereignung an RWE signalisiert. Auch das benachbarte Gewerbegelände kann weiter genutzt werden.

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Michael Schumachers Elternhaus (l.) und das von Ralf renovierte Klinkerhaus am Rand der Kartbahn

Wo lebt die Schumacher-Familie jetzt?

Michael lebt nach seinem tragischen Skiunfall Ende 2013 abgeschieden in der Reha auf seinem Anwesen am Genfer See. Frau Corinna (50) pflegt ihn und regelt  zusammen mit Managerin Sabine Kehm (55) die geschäftlichen Dinge (u.a. CS-Ranch) – auch für ihre Kinder, Formel-2-Jungstar Mick (20) und Westernreit-Weltmeisterin Gina-Maria (22).

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Gina-Maria, Mick und Corinna Schumacher bedanken sich bei den Fans für die Genesungswünsche für Rehapatient Michael.

Ralf lebt nach der Scheidung von Frau Cora (43) mit Sohn David (19) zusammen und zog Ende des Jahres von Bergheim wieder in seine alte Villa nach Hallwang bei Salzburg. Er besitzt Immobilien im Erftkreis, betreibt ein Rennteam (US Racing) und fördert Davids Karriere, der wie Cousin Mick von der Formel 1 träumt.

Opa Rolf Schumacher (74) lebt mit Lebensgefährtin Barbara in Neunkirchen-Seelscheid und im Gästehaus auf Michaels Schweizer Anwesen.

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David und Vater Ralf Schumacher beim Formel-Test in Jerez

Wie geht es mit dem Erftlandring jetzt weiter?

An der Kartbahn halten Schumacher zwei Drittel, der Club ein Drittel, dazu gibt es noch die Gaststätte. Präsident Gerhard Noack (67) gehört ein Werkstatt- und Bürogebäude. Die Parteien haben mit RWE einen Kaufvertrag geschlossen, in dem eine Übereignung für Oktober, aber auch eine Rückabwicklung verankert ist. Geld ist noch keines geflossen. RWE  verweist zunächst auf die Gesetzgebungs- und Genehmigungsverfahren der neuen Tagebau-Grenzen, sagt aber bereits ein Nutzungsrecht über Oktober hinaus zu.

Hier lesen Sie mehr: Kommentar zur Rettung der Schumi-Kartbahn

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Müsste von RWE auch entschädigt werden: das Werkstatt- und Bürogebäude von Kartclub-Präsident Gerhard Noack am Erftlandring

Was sagen die Beteiligten?

„Der Betrieb auf der Bahn kann normal weitergehen“, bestätigt RWE-Sprecher Guido Steffen – und auch Gespräche über die Rückabwicklung: „Wir haben mit allen Anteilseignern gesprochen. Ob es rückabgewickelt oder weitergeführt wird, da gibt es jetzt keine Nervosität. Wir müssen jetzt erst mal unsere Hausaufgaben machen, die neue Tagebau-Planung muss amtlich genehmigt werden. Diese Zeit haben wir.“

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Fördern Mick Schumachers Karriere: Managerin Sabine Kehm (l.) mit Mutter Corinna bei der Reit-EM in Aachen.

Managerin Kehm teilte mit: „Die Familie Schumacher ist über die Entwicklungen auf dem Laufenden.“

Kerpens Bürgermeister Dieter Spürck (CDU), dessen Rat eine neue Kartbahn auf Stadtgebiet abgelehnt hatte, ließ eine Anfrage bisher unbeantwortet.

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