„Will Marktwert in Talkshows steigern“ Hanning schießt scharf gegen Lauterbach

Hanning-Kritik

DHB-Vizepräsident Bob Hanning kontert die Kritik von Karl Lauterbach. Der Politiker kritisiert die Austragung der Handball-WM.

Kairo – Vor der Partie der deutschen Handball-Nationalmannschaft gegen Brasilien am Samstag (23. Januar, 20.30 Uhr) ist Bob Hanning (52) jetzt mal richtig der Kragen geplatzt.

  • Bob Hanning schlägt gegen Karl Lauterbach zurück
  • Für Bob Hanning ist die Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten sicher
  • Deutsche Mannschaft wird in Ägypten schon ausgelacht

Das lag aber nicht an der sportlichen Situation der deutschen Handballer, die nur noch theoretischen Möglichkeiten auf das Viertelfinale bei der Weltmeisterschaft in Ägypten haben, sondern an Aussagen aus der Heimat.

Dem DHB-Vizepräsident stieß besonders die Kritik von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (57) an der Handball-WM auf. „Für Karl Lauterbach geht es scheinbar darum, seinen Marktwert in Talkshows zu steigern“, kritisierte Hanning in der Berliner Morgenpost. „Wenn ich 20 Mal was sage, liege ich auch hin und wieder richtig, mache mich aber unglaubwürdig und verpasse, meinem eigentlichen Beruf nachzugehen. Da ist purer Populismus dabei.“

Lauterbach hatte die Weltmeisterschaft zuvor bei RTL als „falsches Turnier zu dieser Zeit“ bezeichnet. Die WM in Ägypten mache ihm „wesentlich mehr Sorgen“ als die Geisterspiele in der Fußball-Bundesliga.

Lauterbach-WM

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, hier bei einer Sitzung des Bundestages, kritisiert die Austragung der Handball-WM in Ägypten.

„Ich verbitte es mir, Urteile zu fällen, wenn man gar nicht vor Ort ist“, sagte Hanning (52). „Und ich weise auch noch mal ausdrücklich darauf hin, dass man Handball nicht im Homeoffice spielen kann und unsere Sportler ihrem Beruf nachgehen. Und das ist wichtig und richtig. Wir dürfen uns von solchen Menschen in der Politik nicht den Spaß am Leben verderben lassen.“

Tschechien und USA sagten Teilnahme an WM ab

Zwar hatten vor den Spielen mit Tschechien und den Vereinigten Staaten zwei Nationen vorab die Teilnahme wegen zu hoher Coronazahlen innerhalb des Teams abgesagt, und auch Kap Verde reiste nach dem ersten Spiel ab. Trotzdem sieht Hanning keine Gefahr, das Turnier zu beenden.

„Ich muss ganz ehrlich sagen: Sicherer als in Ägypten kann man sich gar nicht fühlen. Es ist natürlich alles ein bisschen einfacher, weil sie alles um uns hermetisch abgeriegelt haben. Ich habe immer gesagt, dass die Gefahr nicht innerhalb der Blase liegt, sondern von außen hereingetragen wird.“

Der deutsche Funktionär sagt weiter: „Das hat man beim Beispiel Kap Verde auch gesehen. Da darf man sich schon fragen, ob es richtig war, die Mannschaft ins Hotel zu lassen. Das ist eigentlich der einzige Kritikpunkt, den ich habe. Sonst ist es wirklich so, dass wir bei schönem Wetter wirklich viel für das eigene Gemüt tun.“

Handball-WM: Deutsches Team wird im Hotel schräg angeschaut

Deshalb schüttelt der Geschäftsführer der Füchse Berlin nach den Aussagen Lauterbachs auch nur mit dem Kopf. Denn in Ägypten wird das DHB-Team wegen seiner vorsichtigen Lebensweise in der Blase schon schräg angeschaut.

Hanning erzählt dem rbb: „Wir werden sogar schon ein Stück weit ausgelacht, dass wir so vorsichtig sind. Das sind wir aber natürlich ganz bewusst. Als die Schweiz ins Hotel gekommen ist und wir gehört haben, dass sie nicht in Quarantäne waren, haben wir das Frühstück auf dem Zimmer eingenommen. Ein bisschen belächelt werden wir für das sorgsame Verhalten aber schon. Dass aber jemand das Gefühl hat, dass hier ein Turnier nicht zu Ende gespielt werden könnte, gibt es nur in Deutschland - das spielt hier überhaupt keine Rolle. (fne/sid)

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