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Zoff um Abseits-TechnikDFB lehnt Toleranzbereich ab und kontert scharfe Experten-Kritik

Anzeigetafel im Stadion

Copyright: Peter Kneffel/dpa

Wie präzise ist die Abseitstechnik im deutschen Fußball? (Archivbild)

Neue Abseits-Technik: Experten fordern sofortigen Stopp

Schluss mit den ewigen Debatten um Zentimeter-Entscheidungen? Ganz im Gegenteil! Der DFB (Deutscher Fußball-Bund) und die Schiedsrichter-Zunft verweigern einen Spielraum für die neue, halbautomatische Abseits-Technologie.

„Eine Toleranz führt nur zu einer Verschiebung der Diskussion“, stellt Jochen Drees, Leiter Innovation und Technologie der Schiedsrichter beim DFB, im „Spiegel“ klar. Seine unmissverständliche Ansage: „Wenn wir eine Toleranz von zehn Zentimetern einführen würden, wird es unserer Meinung nach kein größeres Gerechtigkeitsgefühl geben. Zudem ist eine Toleranz regeltechnisch eigentlich nicht statthaft, weil es sich um eine binäre Entscheidung handelt.“ Seit dieser Saison kommt das System in der Bundesliga sowie der 2. Liga zum Einsatz.

So funktioniert die neue Abseits-Technik

Die Technologie, die unter dem Kürzel „SAOT“ (Semi-Automated Offside Technology) bekannt ist, soll den Unparteiischen auf dem grünen Rasen ihre Aufgabe vereinfachen, indem sie bei der schnellen Analyse von strittigen Abseitssituationen hilft. In allen Stadien der ersten und zweiten Bundesliga zeichnen zwölf Spezialkameras die Bewegungen jedes Spielers und auch des Balls in Echtzeit auf.

Jochen Drees

Copyright: Federico Gambarini/dpa

Drees hält nichts von einem Toleranzbereich bei der Abseitstechnik.

Dabei registriert und verarbeitet das System für jeden einzelnen Akteur 21 festgelegte Punkte am Körper und zusätzlich die genaue Lage des Balls. Im Unterschied zur bekannten Torlinientechnologie befindet sich demnach kein Chip im Spielgerät.

Experten fordern sofortigen Stopp

Doch jetzt gibt es massiven Gegenwind: Drei Prüf-Spezialisten verlangen vom DFB und der Deutschen Fußball Liga (DFL) eine sofortige Aussetzung der Technologie.

Im „Spiegel“ begründen die Experten ihre Forderung damit, dass es bei den Messungen zu Abweichungen kommen könnte, welche bisher außer Acht gelassen worden seien.

DFB kontert: „Keine neuen Erkenntnisse“

Die Fußball-Organisationen lassen sich davon aber nicht beirren und halten auch nach dieser Untersuchung an dem System fest. Drees betont zwar, man nehme die Einwände der drei Fachleute für Messtechnik ernst. Er stellt aber auch direkt klar: „Es ist nicht das erste Mal, dass wir mit solchen Fragen zur halbautomatischen Abseitserkennung konfrontiert werden. Inhaltlich hat uns die Analyse keine neuen Erkenntnisse geliefert.“ Eine deutliche Zurückweisung für die Kritiker.

Die hitzigen Diskussionen um Millimeter-Entscheidungen im deutschen Profifußball dürften also noch lange nicht verstummen. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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