Im Anschluss an das Eröffnungsspiel der WM 2026 kam es in Mexiko zu einer Auseinandersetzung zwischen Fußballfans und einem TV-Reporter.
Riesen-Wut nach WM-StartFan will sich Boxkampf mit TV-Reporter liefern
Auf die Auftakt-Euphorie bei der WM 2026 folgte in Mexiko am Donnerstag (11. Juni) ein Stimmungs-Dämpfer: In den sozialen Netzwerken sind viele Menschen über ein Video aus der Hauptstadt außer sich, das im Anschluss an das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft aufgenommen wurde.
Ein Reporter des TV-Senders Telemundo wurde mitten in der Stadt auf dem Prachtboulevard Reforma von mehreren Fußballfans angegriffen, die zuvor das Spiel ihrer Auswahl verfolgt hatten. Der Rädelsführer trat den Mann im Laufe der Auseinandersetzung sogar zu Boden.
Geklautes Plakat sorgt für Ärger nach Eröffnungsspiel
Nachdem in Mexiko-Stadt strömender Regen eingesetzt hatten, versuchten sich die laut Medienberichten betrunkenen Fans mit einem Banner zu bedecken, das sie einer Frau auf der Straße entrissen hatten.
Das Plakat machte auf eines der großen gesellschaftlichen Probleme im Land aufmerksam: die zahlreichen spurlos verschwundenen Menschen – oftmals infolge von Gewaltverbrechen der im ganzen Land aktiven Drogenkartelle.
Der Reporter konfrontierte die Männer umgehend, nachdem diese sich ein Wortgefecht mit der wütenden Besitzerin des Plakats geliefert hatten. Die Stimmung schaukelte sich daraufhin hoch, einer der Männer forderte den Journalisten auf, ihm entweder die Hand zu reichen oder sich einem Faustkampf zu stellen. „Gib mir die Hand oder Eins gegen Eins“, ist in dem auf X veröffentlichten Videoclip mehrfach zu hören. Der Mann geht dabei bereits in Boxhaltung.
Der Reporter geht auf die Aufforderung nicht ein, weicht mehrfach zurück. Zum Ende des Videos greift der Fußballfan schließlich die Hand seines Gegenübers, zieht diesen zu sich und tritt ihn mit ausgefahrenem Bein bewusst zu Boden. An dieser Stelle bricht die Aufnahme schließlich ab.
Binnen weniger Stunden sammelten sich Tausende Kommentare unter den Bildern, die millionenfach verbreitet wurden. Immer wieder forderten User mit Screenshots, den Täter zu identifizieren und zur Rechenschaft zu ziehen. Auch zahlreiche Beleidigungen waren zu lesen.
In einem Kommentar mit Hunderten Likes ärgerte sich ein User: „Viel ,Nationalstolz‘ auf dem Trikot, aber null Mitgefühl für das Leid des Landes. Einen Streit über die Transparente der Familien loszubrechen, die nach ihren Kindern suchen, ist erbärmlich. Mexikaner zu sein bedeutet nicht, Tor zu schreien, sondern nicht die Würde derer mit Füßen zu treten, die Gerechtigkeit fordern.“ (bc)
