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WM-Generalprobe gegen USAManuel Neuer fehlt im Abschlusstraining

Im Härtetest gegen die USA soll die erste Elf ran. Doch bei seinem Torwart muss sich Julian Nagelsmann weiter gedulden.

Julian Nagelsmann simuliert den WM-Ernstfall, doch auf Sensations-Rückkehrer Manuel Neuer muss der Bundestrainer wohl weiter verzichten. Der Weltmeister von 2014 fällt nach seiner vor drei Wochen erlittenen Wadenverletzung aller Wahrscheinlichkeit nach auch für die Turnier-Generalprobe gegen Gastgeber USA aus.

Das Spiel am Samstag (20.30 Uhr MESZ/RTL) im mit über 60.000 Zuschauern ausverkauften Soldier Field in Chicago soll aber auch ohne Neuer ein echter Härtetest werden. „Es geht darum, die Emotionen aufzusaugen und im Turnier anzukommen“, sagte Nagelsmann.

Nagelsmann: „Wir gehen das Spiel wie ein WM-Spiel an“

Dabei will er so weit wie möglich der Anfangsformation vertrauen, die auch beim Turnierauftakt am 14. Juni in Houston gegen Außenseiter Curacao für einen Raketenstart sorgen soll – mit einer Ausnahme: Der 40-jährige Neuer befindet sich laut DFB immer noch „im Belastungsaufbau“, dieser verlaufe „nach Plan“.

Neuer hin oder her – der viermalige Weltmeister will seine Siegesserie fortsetzen und weiter an den Automatismen arbeiten. „Wir gehen das Spiel wie ein WM-Spiel an und wollen Selbstvertrauen sammeln“, sagte Kai Havertz, der von Nagelsmann bereits eine Einsatzgarantie im Sturmzentrum erhielt und erstmals seit November 2024 gemeinsam mit Florian Wirtz und Jamal Musiala als gefürchteter Dreizack wirbeln soll. Der treffsichere Deniz Undav wird trotz seiner zwei Tore beim erfolgreichen Test gegen Finnland (4:0) wohl weichen müssen.

„Wir müssen“, betonte Havertz, „als Mannschaft funktionieren. Einer spielt mehr, einer weniger. Aber jeder muss da sein, wenn er gebraucht wird“, forderte Havertz und versicherte: „Es wird kein Drama geben.“

Dafür gab es zuletzt acht Erfolge hintereinander, auch wenn dabei kein Gegner aus der Weltspitze geschlagen wurde. Die USA mit dem ehemaligen Dortmunder Christian Pulisic betrachten Havertz und Nagelsmann als einen guten Gradmesser. Die Amerikaner seien eine „top Mannschaft“, so Havertz: „Es wird eine gute Probe für das erste Gruppenspiel, so werden wir es angehen. Wir wollen uns an die Atmosphäre, den Platz und die Umstände gewöhnen.“

Nagelsmann erwartet „ein sehr emotionales Spiel“. Der Co-Gastgeber der WM würde allerdings keinen der drei Gruppengegner Curacao, Elfenbeinküste (Cote d'Ivoire) oder Ecuador „widerspiegeln“.

Umso mehr richtet sich der Blick auf die eigene Mannschaft. Oliver Baumann dürfte erneut das Tor hüten, davor soll sich die Viererkette mit Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck und David Raum in Turnierform bringen. Auf der Doppel-Sechs haben derzeit Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha die Nase vorn. In der Offensive scheint nur die Frage, ob Nagelsmann erneut auf Lennart Karl oder den von ihm gelobten Leroy Sané setzt. Dieser bringe eine „unfassbare Dynamik“ ins deutsche Spiel.

Ein erfolgreiches WM-Abschneiden der DFB-Auswahl wird allerdings weniger von der individuellen Klasse einzelner Spieler abhängen, sondern vom Teamgeist. Und dieser könnte, so wird glaubwürdig versichert, besser kaum sein.

„Es gibt Nationen, die von den Namen vielleicht noch einen Tick besser aufgestellt sind als wir. Aber ich glaube nicht, dass am Ende die Namen zählen, wenn es darum geht, ein Turnier zu gewinnen“, sagte Tah und ergänzte: „Wir haben eine Mannschaft, die, wenn sie in den Flow kommt, wenn sie ein Momentum bekommt, alles erreichen kann.“

In einen Flow wollen auch die von Maurizio Pochettino trainierten USA kommen. Große Hoffnungen ruhen auf Pulisic. „Wir verlassen uns in vielen Dingen auf ihn“, sagte der frühere Schalker Weston McKennie: „Wenn wir ihn brauchen, wird er da sein.“

Beim Sieg gegen Senegal (3:2) erzielte Pulisic seinen ersten Treffer im Nationaltrikot seit November 2024, die USA bewiesen insgesamt ansteigende Form. Genau richtig also für Nagelsmann und seine Simulation des WM-Ernstfalls. (sid)

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