1

„Diogo ist unser Licht“Portugals Team gedenkt bei der WM seinem tödlich verunglückten Star

WM 2026 - Portugal Training

Copyright: Marta Lavandier/AP/dpa

Training der Portugiesen in ihrem WM-Quartier in Palm Beach Garden. Auch Superstar Cristiano Ronaldo trägt das Armband zum Gedenken an seinen tödlich verunglückten Teamkollegen Diogo Jota am rechten Unterarm.

Portugals Team trauert bei der WM um Diogo Jota (†28). Wird die Erinnerung an den toten Star zur Bürde oder zur Kraft?

Für Portugals Nationalkicker ist der Gedanke an ihren verstorbenen Teamkollegen Diogo Jota (†28) bei dieser WM allgegenwärtig. Auf dem Trainingsrasen, im Mannschaftsquartier und auch vor dem Auftaktspiel am Mittwoch (16. Juni 2026, 19.00 Uhr) gegen die Demokratische Republik Kongo.

Jeder Teilnehmer der WM-Endrunde hat während des Wettbewerbs ein spezielles Armband in den Nationalfarben Grün und Rot am Handgelenk. Darauf stehen die Namen des gesamten Kaders und der von Diogo Jota. Es ist eine Gabe von Premierminister Luís Montenegro. Am 3. Juli, dem Datum eines potenziellen ersten K.o.-Spiels, ist der tragische Unfalltod des Angreifers genau ein Jahr her.

Nationalcoach Martínez: „Diogo ist unser Licht“

„Diogo ist unser Licht“, erklärte Nationaltrainer Roberto Martínez gegenüber dem Sportmagazin „The Athletic“. „Er wollte die Weltmeisterschaft gewinnen. Und das ist nun gewissermaßen zu einer Verpflichtung und zu einem Vorbild für uns geworden. Denn Diogo war das pure Beispiel dafür, an alles zu glauben, was möglich sein könnte. Wir müssen uns bis zum Schluss von ihm inspirieren lassen. Er gehört zu uns!“

Mit nur 28 Jahren wurde Diogo Jota aus dem Leben gerissen, als er vor einem Jahr bei einem Verkehrsunfall gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder verstarb. Mit Ausnahme von Superstar Cristiano Ronaldo war das gesamte Nationalteam bei der Trauerfeier anwesend. Ein besonders bewegender Moment: Mittelfeld-Akteur Rúben Neves trug den Sarg von Jota.

Beerdigung von Diogo Jota in Portugal

Copyright: Manu Fernandez/AP/dpa

Teamkollegen und enge Freunde: Portugals Nationalspieler Rúben Neves (in der Mitte im schwarzen T-Shirt) trägt bei der Beerdigung den Sarg von Diogo Jota. (Archivbild)

Tiefe Verbundenheit: Neves spielt jetzt mit Jotas Nummer

Neves hatte eine besonders enge Beziehung zum Angreifer des FC Liverpool. Bei der Nationalelf teilten sie sich ein Zimmer, saßen im Mannschaftsbus direkt beieinander und gingen 2017 sogar gemeinsam den Schritt nach England. Zum Andenken an seinen verstorbenen Freund hat Neves seine Trikotnummer 21 übernommen.

„Wir haben schon so oft darüber gesprochen und sagen immer dasselbe“, erklärte der 29-Jährige im Vorfeld der WM: „Diogo wird uns in entscheidenden Momenten eine zusätzliche Kraft geben.“

Wird die Trauer zur Bürde?

Zahlreiche Beobachter sind sich einig: Dieses Aufgebot ist das stärkste, mit dem Portugal je zu einem wichtigen Turnier gereist ist. „Wir sind ja nicht naiv“, äußerte sich Mittelfeld-Stratege Vitinha von Paris Saint-Germain. „Wir wissen, dass wir eine hochkarätige Nationalmannschaft haben - mit enormem Talent und mit Spielern von Spitzenclubs auf der ganzen Welt. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass wir vielleicht noch nie einen solchen Kader hatten.“

Die zentrale Frage lautet jedoch: Entwickelt sich die Erinnerung an die Tragödie zu einer Bürde oder zu einer verborgenen Energiequelle? Ähnliche Ereignisse aus der Fußballgeschichte liefern dazu unterschiedliche Antworten.

Diogo Jota

Copyright: Robert Michael/dpa

Diogo Jota bei der EM 2024 in Deutschland im Trikot der portugiesischen Nationalmannschaft. (Archivbild)

Schicksalsschläge im Fußball: Zwischen Blockade und Triumph

Jotas Klub, der FC Liverpool, erlebte nach seinem Ableben eine katastrophale Saison und sammelte 24 Punkte weniger als im vorangegangenen Meisterjahr. Trainer Arne Slot, der daraufhin gehen musste, erinnerte in seinem Abschiedsbrief an die Fans an die Tragödie, die den ganzen Club lähmte. „Dass wir Diogo nur wenige Wochen nach unseren gemeinsamen Feierlichkeiten verloren haben, ist unbeschreiblich“, schrieb der Niederländer.

Das Gegenteil erlebte der VfL Wolfsburg: Im Januar 2015 kam ihr Teamkamerad Junior Malanda auch bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Dieser Schockmoment führte jedoch dazu, dass das Team so eng zusammenrückte, dass es sechs Monate darauf die Vizemeisterschaft feierte und den DFB-Pokal gewann. „Es ist eine große Wunde und sie ist tief. Aber Junior Malanda hat uns geholfen. Er hat mit uns weitergespielt“, sagte Kevin De Bruyne damals nach dem Finalsieg gegen Borussia Dortmund.

Ein ähnliches Gefühl beschreiben auch die portugiesischen Akteure. Abwehrspieler Matheus Nunes von Manchester City berichtete, er habe während des Fluges die Biografie von Diogo Jota gelesen. „Was ich darin entdeckt habe, behalte ich für mich“, so Nunes. „Aber ich bin sicher, dass er über uns wacht. Wir tragen ihn in unseren Herzen.“ (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Werner Ziebold geht mit 90 in Schiedsrichter-Rente
„Legende“ pfeift ab
Mit 90 Jahren: Deutschlands ältester Schiri hört auf.