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Nicht die Roten KartenIttrich über WM-Auftakt-Schiri: „Das war der größte Fehler“

Die WM 2026 hat begonnen – und direkt im ersten Spiel gibt es Diskussionen um den Schiedsrichter. Die wurden von Ex-Schiri Patrick Ittrich im Nachgang aufgegriffen.

Beim WM-Auftaktspiel zwischen Mexiko und Südafrika (2:0) wurde ein neuer Rekord aufgestellt. Noch nie zuvor hatte es in einem Eröffnungsspiel einer Weltmeisterschaft drei Platzverweise gegeben.

Schiedsrichter Wilton Pereira Sampaio sorgte mit seinen Entscheidungen, die nicht alle unbedingt nachvollziehbar waren, teils auch für Unverständnis.

Patrick Ittrich: „Das war der Knackpunkt für ihn“

Die Leistung des Brasilianers wurde dann auch am Freitagmorgen im „Breakfast Club“ auf MagentaTV haargenau analysiert. Für solche Situationen hat der Sender Patrick Ittrich akquiriert. Der 47-Jährige beendete seine Schiedsrichter-Karriere in der Bundesliga erst vor wenigen Wochen.

Dreimal zückte Pereira Sampaio am Donnerstagabend den roten Karton, insgesamt gab Ittrich seinem brasilianischen Ex-Kollegen dabei auch recht. Vor allem bei der ersten (gegen Südafrikas Yaya Sithole) und der dritten Roten Karte (gegen Mexikos Cesar Montes).

Aber gerade beim zweiten Platzverweis gab es durchaus Diskussionen – die erst durch den Einsatz des Videoassistenten zustande gekommen sind. Denn der Brasilianer hatte die Situation zwischen Themba Zwane und Roberto Alvarado (Hand im Gesicht) zuerst gar nicht gesehen. Nach Ansicht der Videobilder entschied sich der Unparteiische aber für die Hinausstellung des Südafrikaners.

Diese Entscheidung musste Pereira Sampaio dann – wie auch bereits in der Bundesliga üblich – über die Stadionmikrofone mitteilen. Das wirkte jedoch sehr holprig, der Brasilianer war nur schwer zu verstehen und stammelte ein wenig vor sich hin. Südafrika-Profi Khuliso Mudau schaute den Referee mit einem kuriosen Blick an.

Ittrich nahm seinen Ex-Kollegen aber in Schutz: Da muss man so deutlich sein, das geht besser. Das ist wirklich schwierig. Ich weiß nicht, ob es in Brasilien ein Announcement gibt. Das müssten wir vielleicht nochmal feststellen. Dann macht er das natürlich in Brasilien auf Portugiesisch und hier muss er es auf Englisch machen.

Es gebe immer Situationen, wie etwa eine Abseitsstellung, die klar und einfach zu beschreiben seien. Die Situation wie am Donnerstagabend habe es für Pereira Sampaio aber vielleicht noch nie gegeben, so Ittrich weiter. Die Schwierigkeit deshalb in den Augen des Ex-Schiris: „Wie erkläre ich das den Leuten auf Englisch? Wir haben in Deutschland einen Dreischritt, dass wir sagen: ‚Überprüft wurde; nach Ansicht der Bilder; finale Entscheidung‘. Damit wir immer das Gleiche sagen und wir uns nicht verhaspeln.“

Das solle von der Fifa besser auch mit den Schiedsrichtern durchgeführt werden: „Man merkt, er weiß gar nicht, was er richtig sagen soll. Das wirkt dann ein bisschen konfus. Es gibt ganz viele Videos gerade, die im Internet kursieren, wo die Spieler den Schiri so angucken und denken: ‚Was erzählt der mir da eigentlich gerade?‘ Da müssen sie ran, definitiv.“

MagentaTV-Analyst Jan Henkel sagte anschließend, dass dieses Announcement die schlechteste Szene des Brasilianers in der Partie war. Ittrich pflichtete ihm bei: „Das war der größte Fehler! Und dann merkt man auch, ab da geht es bergab. Das merkst du als Schiedsrichter und dann wirst du nervös. Das war der Knackpunkt für ihn.“

Darf Pereira Sampaio also überhaupt noch ein Spiel bei dieser WM pfeifen? Ittrich sagte zweifelnd: „Das ist in der Tat schwierig, weil man nie in die Köpfe der Schiri-Ansetzer schauen kann. Er hat hier eine Rote Karte nicht gegeben, die auch schwer, finde ich, zu sehen war. Die musst du nicht zwingend als Schiedsrichter erkennen, kannst du. Aber ob er ein zweites Spiel bekommt, das weiß ich nicht.“

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